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27.03.2014

19:35 Uhr

Deutsch-chinesische Beziehungen

Präsident Xi sieht „riesige“ Möglichkeiten

Der chinesische Präsident Xi hat am Ende seines Frankreichs-Besuch mehr Offenheit für Investitionen gefordert. Am Freitag ist er dann in Berlin – zum ersten Staatsbesuch seit acht Jahren.

Der chinesische Präsident Xi Jinping bei einer Rede in Paris: Bei seinem Deutschland-Besuch dürfte auch die Situation der Menschenrechte in China zur Sprache kommen. Reuters

Der chinesische Präsident Xi Jinping bei einer Rede in Paris: Bei seinem Deutschland-Besuch dürfte auch die Situation der Menschenrechte in China zur Sprache kommen.

ParisChina dringt auf den Abbau von Investitionshürden in Europa. Der chinesische Präsidenten Xi Jinping beendete am Donnerstag seinen dreitägigen Besuch in Frankreich. Dabei forderte sein Handelsminister Gao Hucheng die Regierung in Paris auf, Investitionen zu erleichtern. Im Gegenzug sei China bereit, mehr Produkte in Frankreich zu kaufen. Der französische Wirtschaftsminister Pierre Moscovici nannte chinesische Investitionen „entscheidend“.

Xi Jinping wird an diesem Freitag in Berlin erwartet. Zum Auftakt seines zweitägigen Deutschland-Besuchs wird er von Bundespräsident Joachim Gauck mit militärischen Ehren in Schloss Bellevue empfangen. Neben Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird auch eine außenpolitische Grundsatzrede von Xi erwartet. Es ist der erste Staatsbesuch eines chinesischen Präsidenten in Deutschland seit acht Jahren.

In einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Freitag) hob Xi die „riesigen“ Möglichkeiten für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China hervor. Eine Kooperation der führenden Volkswirtschaften Asiens und Europas eröffne der ganzen Welt enorme Wachstumsmöglichkeiten. Xi appellierte an seine Gastgeber, die „vom Volk gewählte“ Ordnung in China zu respektieren und auf dieser Grundlage „auf Augenhöhe“ zu kooperieren.

Die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen

Handelsvolumen

China ist der nach Frankreich und den Niederlanden der größte Handelspartner Deutschlands. 2013 wurden Waren im Wert von mehr als 140 Milliarden Euro ausgetauscht. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass China in etwa zehn Jahren zum Handelspartner Nummer eins aufsteigen wird.

Exporte

Die Exporte nach China summierten sich 2013 auf rund 67 Milliarden Euro. Exportschlager sind Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte. Für Unternehmen wie Audi ist China bereits der wichtigste Absatzmarkt.

Importe

Die Chinesen schickten 2013 Waren im Wert von gut 73 Milliarden Euro hierher und damit etwa viermal so viel wie 2000. Vor allem Computer, Handys und Elektronik liefert der Exportweltmeister nach Deutschland. Weitere Verkaufsschlager sind Bekleidung und elektrische Ausrüstungen.

Investitionen

Mehr als 26,5 Milliarden Euro haben deutsche Unternehmen bislang in China investiert. Etwa 4000 Firmen sind dort aktiv. Allein 2012 stiegen die deutschen Investitionen in der Volksrepublik um 28,5 Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar. Umgekehrt zieht es immer mehr Chinesen nach Deutschland. 98 Unternehmen siedelten sich 2012 hierzulande neu an - China ist damit Auslandsinvestor Nummer drei, nach den USA und der Schweiz. 2000 Unternehmen sind inzwischen hier ansässig.

Bei seinem Deutschland-Besuch dürfte aber auch die Situation der Menschenrechte in China zur Sprache kommen. Menschenrechts-Organisationen forderten die Bundesregierung auf, auch die Todesstrafe in China und Verstöße gegen die Pressefreiheit anzusprechen. Nach Schätzungen von Amnesty International werden in China jährlich mehr als 1000 Menschen hingerichtet.

Am Mittwoch war im Pariser Élyséepalast der Einstieg des chinesischen Autokonzerns Dongfeng beim angeschlagenen französischen VW-Konkurrenten PSA Peugeot Citroën besiegelt worden. Danach übernimmt Dongfeng im Zuge einer Kapitalerhöhung um drei Milliarden Euro für 800 Millionen Euro einen 14-Prozent-Anteil an PSA. Gleichzeitig steigt der französische Staat im selben Umfang ein, um zu verhindern, dass die Chinesen die Kontrolle über das französische Traditionsunternehmen erlangen.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius verwies am Donnerstag auf das Handelsbilanzdefizit zulasten Frankreichs in Höhe von 26 Milliarden Euro in 2013. Dies entspreche 40 Prozent des gesamten französischen Handelsdefizits.

Während des Besuchs wurde auch ein Rahmenvertrag über den Kauf von 70 Airbus-Flugzeugen unterzeichnet. Laut Listenpreis hat der Auftrag einen Wert von rund 7,2 Milliarden Euro. Insgesamt wurden zwischen China und Frankreich Geschäfte im Volumen von 18 Milliarden Euro vereinbart.

Von

dpa

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