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01.09.2011

17:59 Uhr

Deutsche-Bank-Vorstand

Fitschen mag Euro-Bonds

Der designierte Nachfolger bekennt Farbe: Während Noch-Vorstand Josef Ackermann skeptisch ist, kann der zukünftige Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, Euro-Bonds etwas abgewinnen.

Weist die Richtung: Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Fitschen ist für Euro-Bonds. dpa

Weist die Richtung: Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Fitschen ist für Euro-Bonds.

Berlin/FrankfurtDer künftige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, hat sich bei seinem Auftritt vor der Klausurtagung der FDP-Bundestagfraktion grundsätzlich für die Einführung von Euro-Bonds ausgesprochen. Dies sei ein Instrument, über das es sich längerfristig lohne nachzudenken. Es müsse aber so ausgestaltet werden, dass die im Markt vorhandenen Zinsunterschiede erhalten bleiben.

Fitschen, der in seiner künftigen Rolle als Deutsche-Bank-Chef auch für die Kontakte des Unternehmens in die Spitzen der Politik zuständig sein wird, hatte vor den FDP-Bundestagsabgeordneten für limitierte Euro-Bonds geworben. Bis zu einer Verschuldung von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sollten die europäischen Gemeinschaftsanleihen eingeführt werden, sagte der Bankmanager nach Angaben von Teilnehmern. Die Euro-Bonds seien ein Vertrauenssignal an die Finanzmärkte. Außerdem würden sie den Anreiz zur Sparsamkeit bieten, da Staatsanleihen über die 60-Prozent-Grenze wesentlich höher rentieren würden.

Damit wagt sich Fitschen in der Diskussion um die umstrittenen Euro-Bonds deutlich weiter nach vorne als der bisherige Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, der gemeinsam von den Euro-Ländern getragene Anleihen ablehnt. „Ich bin mit der Bundesregierung der Meinung, dass Eurobonds im Moment kein Königsweg wären“, sagte Ackermann noch gestern. Von hoch verschuldeten Ländern werde so der Spardruck genommen, und die starken Länder hätten einen hohen Preis zu zahlen. Euro-Bonds könnten zwar die Ultima Ratio in einem längeren Prozess sein. „Jetzt wären sie falsch“, betonte Ackermann.

Auf Nachfrage betonte aber ein Deutsche-Bank-Sprecher, auch Fitschen halte im Moment die Zeit noch nicht reif für Euro-Bonds. Er wolle aber verhindern, dass die Gemeinschaftsanleihen verteufelt würden.

Bei den FDP-Abgeordneten erntete Fitschen mit seinen Vorstoß deutliche Ablehnung. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle lehnte am Ende der FDP-Klausurtagung die "Vergemeinschaftung der Schulden" ab. Auch FDP-Finanzexperte Volker Wissing sprach sich klar gegen Euro-Bonds aus. Die Liberalen würden es nicht zulassen, dass der deutsche Steuerzahler für die Schulden des gesamten Währungsraums einstehen müsse.

Erneut sprach sich heute auch Bundeskanzlerin Angela Merkel gegen die Gemeinschaftsanleihen aus. „Euro-Bonds halte ich für die falsche Antwort“, sagte Merkel gestern.

Kommentare (29)

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Hanschen

01.09.2011, 17:59 Uhr

Muss jetzt eigentlich jeder Halbgare mit seiner dümmlichen Meinung zitiert werden?!
Meine Nachbarin, eine Raumpflegerin, spricht sich auch für Eurobonds aus. Vielleicht steht die ja morgen im Handelsblatt.

Account gelöscht!

01.09.2011, 18:01 Uhr

Super Kommentar!

donolli

01.09.2011, 18:05 Uhr

Ist doch klar haben Ihre Bücher voll mit europ. Staatsbond und die Dt. Bank will weiterzocken, schließlich verdienen sie damit den größtern Teil Ihres Geldes und die Investmentbanker in London sind die größten Einzelaktionäre, die wollen Ihre Spielwiese nicht verlieren. Wäre ja schlimm wenn man wieder nur Geld verdienen könnte mit dem "dämlichen" corporate-banking und dann auch nur Renditen unter "10%". Herr Fitschen, Sie haben sich disqualifiziert! Wo bleiben die "Abs", Cartellieri" die die dDeutsche Bank mal hatte?

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