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12.01.2005

21:56 Uhr

Deutsche Behörden stimmen zu

Argentinien stellt Umschuldung vor

Argentinien hat am Mittwoch offiziell die am kommenden Freitag beginnende Umschuldung von 104 Milliarden Dollar (78,8 Milliarden Euro) Verbindlichkeiten bei privaten Gläubigern vorgestellt.

HB BUENOS AIRES/BONN. Zuvor hatten auch die deutschen und luxemburgischen Behörden die Pläne für eine der größten Umschuldungsaktionen der Finanzgeschichte gebilligt. Argentinien bietet an, die Schuldverschreibungen bei 75 Prozent Verlust des Nominalwertes gegen neue Anleihen umzutauschen.

Wirtschaftsminister Roberto Lavagna warnte bei der Vorstellung der Umschuldungspläne in Buenos Aires, es werde „kein weiteres Angebot und keine Nachbesserung“ geben. Wer sich jetzt weigere, seine alten Bonds gegen neue einzutauschen, werde auf weitgehend wertlosen Papieren sitzen bleiben.

Der für die Anleger im Prinzip freiwillige Umtausch von insgesamt 178 verschiedenen Schuldverschreibungen, die seit drei Jahren nicht mehr bedient werden, in nur noch drei Typen neuer Wertpapiere soll nach neuen Angaben am Freitag beginnen und mindestens bis zum 25. Februar dauern. Zuvor war der 17. Januar als Starttermin ins Auge gefasst worden.

Vor der Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFIN) in Bonn und der luxemburgischen Kommission zur Überwachung des Finanzsektors (CSSF) hatten schon die Börsenaufsichten der USA und Italiens die Pläne gebilligt. Damit fehlte nur noch die Genehmigung Japans, wo allerdings nicht so viele Bürger wie in den anderen genannten Ländern betroffene Bonds halten.

Viele Anleger halten den Kapitalschnitt von 75 Prozent jedoch für zu hoch. Sie müssen sich nun bis zum 25. Februar entscheiden, ob sie klein beigeben oder sich auf möglicherweise jahrelange Prozesse einlassen wollen. Argentinien hofft, dass möglichst 75 Prozent der Anleger das Angebot annehmen werden. Denn nur dann wird es den Widerstand im Internationalen Währungsfonds (IWF) für neue Kredite an das Land zur Begleichung fälliger Schulden überwinden können.

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