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25.08.2012

15:45 Uhr

Deutsche Hilfe für Minsk

"Nonsens und ein Skandal"

Mit Wut und Enttäuschung haben regierungskritische Blogger in Minsk auf die jahrelange deutsche Ausbildungshilfe für weißrussische Sicherheitskräfte reagiert.

Der autoritäre weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko. dpa

Der autoritäre weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko.

Minsk„Das ist die naive Entscheidung, aus Kannibalen Vegetarier zu machen“, schrieb der User JADwiga auf der wichtigen oppositionellen Homepage charter97.org. Der Autor Michas schrieb dort mit ironischem Ton: „Danke den Deutschen, dass sie die Lakaien des Führers (Alexander Lukaschenko) trainiert haben.“

Kritik kam auch von User Kusmitsch: „Frauen und alte Menschen schlagen: haben sie das in Deutschland auch unterrichtet?“

Bis zu den niedergeschlagenen Protesten nach der gefälschten Präsidentenwahl 2010 in der autoritär geführten Ex-Sowjetrepublik sei die Zusammenarbeit vielleicht sinnvoll gewesen, kommentierte JADwiga. „Haben sich die (deutschen) Lehrer je dafür interessiert, wie ihre Ausbildung umgesetzt wurde?“

Die Zusammenarbeit mit dem „repressiven Apparat der weißrussischen Diktatur“ sei „Nonsens und ein Skandal“, kommentierte er. Das Internet ist in Belarus verbreitet und gilt als eine der letzten Möglichkeiten, sich unabhängig zu informieren.


Von

dpa

Kommentare (3)

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WFriedrich

25.08.2012, 16:34 Uhr

Diese Empörung stellt die Dinge geradezu auf den Kopf. Es ist eine Schweinediskussion, weil deutsche Hilfe und Anleitung das effizientes Mittel war und ist, um demokratische Grundsätze der Polizeiarbeit zu vermitteln. Jenen, denen vor Aufregung nun ein Ei zu platzen scheint, sollten bedenken, dass die Ausbildung an vielen anderen Orten in der Welt von despotischen Anbietern mit draatischen Folgen übernommen wird. So sollten wir unseren dt. Beitrag nicht diffamieren lassen und stattdessen erörtern, welche Folgen die Überlassung der Ausbildungsaufgabe seitens eines demokratischen Staates an Despotien hat.

norbert

25.08.2012, 17:06 Uhr

Die Intention, den Polizeikräften was von Demokratie zu erzählen, in allen Ehren !
Nur, wer glaubt, damit irgendetwas ändern zu können, hat keine Ahnung von Weißrußland. Jeder Polizist, der demokratische Töne anschlägt in Weißrußland, wird entfernt. Jeder Lakai, der nicht 100% auf Linie ist, verschwindet.
Warten wir einfach, bis die pleite sind.

Account gelöscht!

25.08.2012, 22:18 Uhr

Daß das Lukaschenko-Regime vom BRD-Regime so konkrete Unterstützung erfährt, verwundert den Beobachter der praktischen Politik in beiden Ländern nicht. Die weißrissischen Schergen sind hier nicht zur ideologischen Schulung gewesen, sondern zum Erlernen des bedingungslosen "Draufhauens" auf das eigene Volk, so wie es in der BRD üblich ist, weil man die Demokratie einsparen und verhindern will, um den Bürgern ihr Selbstbestimmungsrecht vorzuenthalten. Pfui Teufel!

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