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01.05.2015

17:53 Uhr

Deutsche Kriegsverbrechen

Gauck regt Wiedergutmachung für Griechenland an

Griechenland fordert Reparationen in Milliardenhöhe für die Verbrechen der Nazis, für die Bundesregierung ist die Sache jedoch erledigt. Bundespräsident Gauck hat bereits sein Unbehagen geäußert – und geht nun weiter.

„Wir sind ja nicht nur die, die wir heute sind, sondern auch die Nachfahren derer, die im Zweiten Weltkrieg eine Spur der Verwüstung in Europa gelegt haben.“ AFP

Bundespräsident Joachim Gauck

„Wir sind ja nicht nur die, die wir heute sind, sondern auch die Nachfahren derer, die im Zweiten Weltkrieg eine Spur der Verwüstung in Europa gelegt haben.“

BerlinZum 70. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus hat Bundespräsident Joachim Gauck eine Wiedergutmachung für deutsche Kriegsverbrechen in Griechenland angeregt. „Wir sind ja nicht nur die, die wir heute sind, sondern auch die Nachfahren derer, die im Zweiten Weltkrieg eine Spur der Verwüstung in Europa gelegt haben – unter anderem in Griechenland, worüber wir beschämend lange wenig wussten“, sagte Gauck der „Süddeutschen Zeitung“. „Es ist richtig, wenn ein geschichtsbewusstes Land wie unseres auslotet, welche Möglichkeiten von Wiedergutmachung es geben könnte.“

Griechenland fordert von Deutschland Reparationen von bis zu knapp 280 Milliarden Euro. Darunter ist auch die Rückzahlung eines einstigen NS-Zwangskredits von gut zehn Milliarden Euro. Die Bundesregierung hält die Frage der Reparationen jedoch für politisch und rechtlich abgeschlossen.

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Als Bundespräsident vertrete er zwar keine andere Rechtsauffassung als die Bundesregierung, die Reparationszahlungen unter Verweis auf die Zwei-Plus-Vier-Verträge ablehnt. Dennoch verfolge er mit Interesse „die Diskussion über unterschiedliche Vorschläge, dem Bedürfnis vieler Griechen nach einer Art Wiedergutmachung gerecht zu werden“, sagte Gauck. Dabei wünsche er sich auch, „dass die griechische Regierung hier etwas verbindlicher aufträte, als sie es bisweilen tut.“

Bei einem Griechenland-Besuch im vergangenen Frühjahr hatte Gauck Unbehagen über den bisherigen Umgang mit deutschen Kriegsverbrechen in Griechenland erkennen lassen. Das Unrecht sei nur unzureichend aufgearbeitet. Im Gespräch war zunächst die Idee einer Stiftung, etwa nach dem Vorbild jener für ehemalige Zwangsarbeiter in Deutschland.

Kommentare (4)

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Herr Manfred Zimmer

04.05.2015, 09:41 Uhr

Dürfen die Bürger der Bundesrepublik auch darauf hoffen, dass sich der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Herr Gauck, auch für ihre Grundrechte einsetzt oder müssen sie zuerst ausreisen, damit er sich für sie interessiert.

Herr Gauck hat der sogenannten Gauck-Behörde seinen Namen gegeben. Sie gewährt den ausspionierten Bürgern Einsicht in die Stasiunterlagen, sowiet sie gesichert wurden. Weshalb sollte dieses Recht den Bürgern im Westen verwehrt bleiben?

Wir sollten die Glaubwürdigkeit von Herrn Gauck anhand seiner Verteidigung unserer Grundrechte messen und nicht an der Verteilung von Geld, dass er selbst nicht angespart hat.

Doro Mann

04.05.2015, 10:16 Uhr

Wer setzt diesen alten Mann endlich in einen Schaukelstuhl, damit er Ruhe gibt?

Frau Margrit Steer

04.05.2015, 12:49 Uhr

Gauck ist ein übler Schwätzer.
Der schlimmste BuPrä, den wir je hatten

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