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30.01.2013

13:53 Uhr

Deutschland-Besuch

Mursi hofft trotz Gewalt auf deutsche Hilfe

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi ist zu Besuch in Berlin. Sein Land ist auf das Geld ausländischer Investoren angewiesen und er hofft auf Unterstützung aus Deutschland. Doch die Gewalt zu Hause sorgt für Unmut.

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hofft auf finanzielle Hilfe aus Deutschland. dpa

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hofft auf finanzielle Hilfe aus Deutschland.

BerlinTrotz der andauernden Unruhen in Ägypten ist Präsident Mohammed Mursi zu seinem ersten Deutschland-Besuch nach Berlin abgeflogen. Das islamistische Staatsoberhaupt wurde am frühen Nachmittag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Kanzleramt erwartet.

Wegen der Spannungen in seinem Heimatland fliegt Mursi bereits am Abend wieder nach Kairo zurück. Ursprünglich wollte er zwei Tage in Berlin bleiben und dann nach Paris weiterreisen. Wegen des gewaltsamen Vorgehens von ägyptischer Armee und Polizei gegen Demonstranten waren auch in Berlin Proteste geplant.

Für den 61-Jährigen, der seit Juni im Amt ist, ist der Berlin-Besuch einer der ersten offiziellen Aufenthalte im Westen. Mursi hofft auf staatliche Finanzhilfe und will auch um mehr private Investitionen aus Deutschland werben. Die andauernde Krise zwei Jahre nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak wirkt sich auch auf die ägyptische Wirtschaft aus, der Tourismus hat ebenfalls darunter zu leiden. In der Nacht zum Mittwoch hatte es erneut Protestaktionen und Straßenschlachten mit dem Polizei gegeben. Mursi stammt aus den Reihen der islamistischen Muslimbruderschaft.

Außenminister Guido Westerwelle riet trotz der Unruhen zu Geduld. „Ich rate uns, geben wir der Revolution in Ägypten – bei allen Bildern, die uns schockieren - dennoch eine Chance“, sagte der FDP-Politiker im ARD-„Morgenmagazin“. Zugleich machte Westerwelle deutlich, dass die deutsche Unterstützung für Mursi an Bedingungen geknüpft ist. „Die Transformationspartnerschaft, die wir angeboten haben, hängt klar davon ab, dass auch die demokratische Entwicklung in Ägypten vorwärtsgeht.“ Entscheidend seien jetzt nicht die Worte, sondern die Taten.

Wirtschaftsminister Philipp Rösler hob die Bedeutung der Menschenrechte hervor. Investitionen seien nur denkbar, wenn Kairo die Achtung der Menschenrechte garantiere, sagte der FDP-Politiker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwoch). Rösler trifft Mursi am Nachmittag bei einer Tagung der Deutsch-Ägyptischen Wirtschaftskommission. Wirtschaftlichen Erfolg werde es für Ägypten auf Dauer nur geben, wenn auch gesellschaftliche Freiheit herrsche.

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