Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.06.2012

17:25 Uhr

Deutschland-Besuch

Putin und Merkel demonstrieren Harmonie

Der alte und neue russische Präsident Wladimir Putin hat sich bei seinem Deutschland-Besuch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen. Differenzen wurden heruntergespielt, beide wollten Einigkeit demonstrieren.

Angela Merkel und Wladimir Putin während des Staatsbesuchs in Berlin. dpa

Angela Merkel und Wladimir Putin während des Staatsbesuchs in Berlin.

BerlinDeutschland und Russland wollen auch in der neuen Amtszeit von Präsident Wladimir Putin eng zusammenarbeiten. Sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Putin betonten nach einem gemeinsamen Treffen am Freitag in Berlin, dass sowohl die wirtschaftlichen wie kulturellen Beziehungen ausgebaut werden sollten. Merkel sprach von „sehr intensiven und guten freundschaftlichen Beziehungen". Putin lobte das „produktive, offene und freundschaftliche Gespräch" mit Merkel.

Die erste Reise des wiedergewählten russischen Präsidenten war in Deutschland mit Skepsis betrachtet worden. Zum einen hatte auch die Bundesregierung Kritik an den Bedingungen der Wahl geäußert. Putin gilt anders als sein Vorgänger Dmitri Medwedew nicht als entschiedener Reformer. Unmittelbar vor dem Besuch hatte der stellvertretende russische Ministerpräsident Igor Schulwalow im „Handelsblatt" gesagt: „Es gibt wohl nicht genug Vertrauen. Übrigens auf beiden Seiten."

Merkel und Putin - der in der Pressekonferenz angesichts seiner guten Deutschkenntnisse keine Übersetzungshilfe nutzte - betonten deshalb ausdrücklich die bisherige gute Zusammenarbeit beider Länder. Der Wert des Handelsaustausches sei im vergangenen Jahr um fast 30 Prozent gestiegen. 2013 werde es ein Deutschland-Jahr in Russland und umgekehrt geben. Im Oktober sollten erneut deutsch-russische Regierungskonsultationen, diesmal in Kasan, stattfinden.

Streitthemen wurden weitgehend vermieden. Merkel machte allerdings deutlich, dass Deutschland als Teil der Modernisierungspartnerschaft auch auf die Entwicklung der Zivilgesellschaft setze. „Ich habe von meiner Seite deutlich gemacht, dass die demokratische Vielfalt sich weiter entwickeln muss." Hintergrund ist die Klage der russischen Opposition, dass die Repressionen seit dem erneuten Amtsantritt Putin wieder zugenommen hätten.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

01.06.2012, 17:48 Uhr

Hat jemand die Pressekonferenz gesehen? Ja? Was waren die Aussagen eigentlich? Wer genau hingehört hat, wird schnell bemerkt haben, dass viel geschwafelt aber nichts gesagt wurde. Wie immer.

Wer braucht diese Vollpfosten eigentlich?

Hagbard_Celine

01.06.2012, 18:05 Uhr

Russland ist ein unverzichtbarer Teil Europas, oder um die Worte von Hr. Putin zu benutzen:

"Russland ist ein unabdingbarer und organischer Teil des Großen Europas, der breiten europäischen Zivilisation. Unsere Bürger fühlen sich als Europäer. Uns ist es nicht gleichgültig, wie es dem vereinten Europa geht.
Deswegen schlägt Russland vor, sich zur Bildung eines einheitlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Raums vom Atlantik bis zum Pazifik zu bewegen. Diese Gemeinschaft wird von russischen Experten als „Europas Union“ bezeichnet, die die Möglichkeiten und Positionen Russlands bei seinem wirtschaftlichen Streben ins neue Asien stärken wird."

ArneOevsen

01.06.2012, 20:13 Uhr

Wenn der seiner Freiheit beraubte Adler in der Hofmitte, keinen gesunden Nachwuchs hervorbringt, schon halb blind vor Sparzwang seine Wächterfunktion aufgibt, hat der mächtige Bär leichtes Spiel, wenn der Westwind den gammligen Aasgeruch der PIGS, der Gallischen Hähne, der Käseleiber und weiterer Bauernopfer langsam aber stetig, über die maroden Zäune und Mauern trägt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×