Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.11.2013

06:49 Uhr

Deutschland stellt Ansprüche

Wettlauf um Top-Jobs in Europas Bankenaufsicht

ExklusivBundesregierung beansprucht einen Schlüsselposten in der europäischen Bankenaufsicht. Konkret will Deutschland einen der vier Generaldirektoren stellen. Das Finanzministerium sucht bereits einen Kandidaten.

Die Französin Danièle Nouy ist die Favoritin auf den Chefposten der Aufsicht. Reuters

Die Französin Danièle Nouy ist die Favoritin auf den Chefposten der Aufsicht.

FrabkfurtIn die Führungsriege der künftigen europäischen Bankenaufsicht soll ein deutscher Vertreter einziehen. Wie das Handelsblatt aus Regierungskreisen erfuhr, beansprucht die Bundesregierung einen der vier Generaldirektorenposten in der Bankenaufsicht unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB). „Ziel ist es, einen dieser Schlüsselpositionen mit einem deutschen Vertreter zu besetzen“, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter. Bereits seit einigen Wochen sucht das Bundesfinanzministerium in Absprache mit der Finanzaufsicht Bafin und der Bundesbank nach geeigneten Kandidaten für diese Leitungsaufgabe.

Unterstützung bekommt die Bundesregierung dabei auch aus der EZB. Nach Informationen aus Notenbankkreisen wirbt auch EZB-Direktor Jörg Asmussen für das Ansinnen Berlins, einen Generaldirektor in der künftigen zentralen Bankenaufsicht zu stellen. Die Bewerbungsfrist für die wichtigen Positionen ist bereits abgelaufen. Erste Gespräche mit potenziellen Kandidaten habe es zwar mittlerweile gegeben, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, heißt es in den Kreisen weiter.

Diese deutschen Banken überprüft die EZB

Großbanken

Commerzbank
Deka-Bank (Spitzeninstitut der Sparkassen)
Deutsche Bank
DZ-Bank (Spitzeninstitut der Volksbanken)
Hypo Real Estate Holding (Deutsche Pfandbriefbank)
SEB
WGZ Bank (2. Spitzeninstitut der Volksbanken)

Landesbanken

Bayerische Landesbank (BayernLB)
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Landesbank Berlin (LBB)
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Norddeutsche Landesbank (NordLB)
HSH Nordbank

Sparkassen/Genossenschaftsbanken

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Haspa Finanzholding (Hamburger Sparkasse)

Immobilienbanken

Aareal Bank
Münchener Hypothekenbank

Förderbanken

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Landwirtschaftliche Rentenbank
NRW.Bank

Sonstige Institute

Volkswagen Financial Services Aktiengesellschaft
Wüstenrot & Württembergische

Die neue Bankenaufsicht unter dem Dach der EZB ist das Herzstück der geplanten Bankenunion in Europa. In einem Jahr soll die Aufsicht, die dann die 128 wichtigsten Geldhäuser Europas überwacht, die Arbeit aufnehmen. Den Chefposten des neuen, mächtigen Instituts wird wahrscheinlich die Französin Danièle Nouy übernehmen. Wer von den sechs EZB-Direktoren zu ihrem Stellvertreter ernannt wird, ist weiter unklar. Als aussichtsreiche Kandidaten gelten der Luxemburger Yves Mersch und der Portugiese Vitor Constancio, die derzeit im Direktorium für die Bankenaufsicht verantwortlich sind, sowie der Belgier Peter Praet, der Chefvolkswirt der Notenbank ist.

Nach Informationen aus Zentralbankkreisen haben diese drei EZB-Direktoren intern bereits Interesse an der Aufgabe in der neuen Bankenaufsicht erkennen lassen. „In der EZB hat ein Wettlauf um die Aufgabe des Vice-Chair in der künftigen Bankenaufsicht begonnen“, sagte ein Notenbanker. „Das Rennen ist offen.“

Den Artikel „Kampf um die besten Jobs“ finden Sie zum Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

StefanMerk

28.11.2013, 08:29 Uhr

Schäuble, nehmt Schäuble ... der hat schließlich die 10000 Dm vergessen die er vom Waffenhändler bekommen hat. Vielleicht vergisst er da die Schulden von Deutschland?

Account gelöscht!

28.11.2013, 08:53 Uhr

Hoffentlich nicht son Bückling wie Asmussen....
der schadet den D massiv

Roland

28.11.2013, 10:01 Uhr

Typisch Bundesregierung. Eiert hinterher. Die Franzosen haben wieder mal die Katze "so gut wie sicher" längst im Sack. Die Deutschen haben sogar die Frist verpennt! Wann lernt man in Berlin endlich die Bedeutung der Personalpolitik begreifen?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×