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09.01.2007

09:59 Uhr

Deutschlands Erdölabhängigkeit

Energiestreit erreicht Westeuropa

Es ist in Russland schon Tradition, das neue Jahr mit einem Energiestreit einzuleiten. Vor zwölf Monaten ging es mit den Ukrainern ums Gas, nun wird mit den Weißrussen ums Öl gestritten. Leidtragende sind auch die EU-Staaten. Aktuell betroffen sind neben Deutschland Polen und Litauen.

Deutschlands Abhängigkeit vom Erdöl aus dem Ausland

Deutschlands Abhängigkeit vom Erdöl aus dem Ausland

mbr/rev/law/dpa MOSKAU/WARSCHAU. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte den Konflikt mit einer grundsätzlichen Politikwende ausgelöst – als er nach und nach die sowjetische Subventionspolitik für die alten Unionsverbündeten beendete. Nach der Ukraine und Georgien trifft diese Haltung nun Weißrussland.

Putins Ziel ist es, Öl und Gas nur noch zu Weltmarktpreisen zu exportieren. Nach Angaben eines Regierungssprechers hat der Kreml Weißrussland bisher durch billiges Öl und Gas mit „jährlich vier bis fünf Mrd. Dollar direkt subventioniert“. Ein Ende der Energiesubventionen dürfte auch die noch immer ausstehende Aufnahme Russlands in die WTO erleichtern. Zudem sollen die vom Staat kontrollierten Unternehmen Gazprom (Gas und Öl) und Rosneft (Öl) durch zusätzliche Milliardeneinnahmen zu den weltgrößten Energiekonzernen aufsteigen.

Durch die altersschwache „Druschba“-Röhre versickern in Weißrussland nicht nur unzählige Tonnen Rohöl, sondern auch viel Geld. Durch die günstigen Inlandstarife für Exportöl habe Russland der weißrussischen Führung um Alexander Lukaschenko jedes Jahr zwei Mrd. Dollar „geschenkt“, schimpfte die regierungsnahe Tageszeitung „Iswestija“.

Ganz so einfach verlaufen die Fronten nicht. Zwar produziert die Raffinerie in der weißrussischen Stadt Mosyr direkt an der Pipeline in einer hochmodernen Anlage Benzin und Diesel. Dieser Kraftstoff wurde mit Gewinn in den Westen exportiert. Aber ein Detail verschweigt Moskau: Die Raffinerie in Mosyr gehört zum Slawneft-Konzern, dessen letzte Anteile die weißrussische Regierung 2002 an die russischen Ölkonzerne TNK-BP und Gazprom-Neft verkauft hatte.

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