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27.01.2010

16:25 Uhr

„Dialog nie vertieft“

Juncker kritisiert Deutschland und Frankreich

Scharf hat Jean-Claude Juncker die beiden Nachbarländer Deutschland und Frankreich kritisiert. Er müsse als Vorsitzender der Eurogruppe manchmal den Kopf für etwas hinhalten, für das er nichts könne.

Van Rompuy, Juncker: Deutschland und Frankreich müssen besser zusammenarbeiten. dpa

Van Rompuy, Juncker: Deutschland und Frankreich müssen besser zusammenarbeiten.

HB PARIS. Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, hat das Verhalten Deutschlands und Frankreichs in dem Gremium kritisiert. Die beiden Staaten lähmten die Arbeit durch ihre ungeklärten Meinungsverschiedenheiten, sagte Juncker am Dienstag der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos".

"Ich bedauere sehr, dass sie mich manchmal den Kopf für Dinge hinhalten lassen, für die ich nicht verantwortlich bin", sagte Juncker. "Frankreich und Deutschland müssen miteinander reden. Ihre Staats- und Regierungschefs geben vor, einen Dialog begonnen zu haben, sie haben ihn aber nie wirklich vertieft. Den Präsidenten der Eurogruppe dafür verantwortlich zu machen und ihm mangelnde Flexibilität vorzuhalten, ist unfair, denn die französisch-deutschen Differenzen können überwunden werden."Die gute Zusammenarbeit der beiden einflussreichen Nachbarländer wurde unter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wiederholt in Zweifel gezogen.

Juncker wurde in der vergangenen Woche an der Spitze der Eurogruppe bestätigt, die informell die Steuer- und Wirtschaftspolitik der Währungsgemeinschaft koordiniert. Der luxemburgische Ministerpräsident äußerte sich zugleich enttäuscht, dass im Herbst seine Kandidatur für den neu geschaffenen Posten des ständigen EU-Ratspräsidenten an einem Land gescheitert sei. Er empfinde darüber aber keine Bitterkeit, sagte er, ohne das Land zu nennen. Französischen Medienberichten zufolge war Sarkozy gegen die Entscheidung. Er soll Juncker vorwerfen, beim Ausbruch der Finanzkrise 2008 nicht schnell genug reagiert zu haben. Statt Juncker wurde der Belgier Herman Van Rompuy zum neuen EU-Ratspräsidenten gewählt.

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