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10.03.2014

19:45 Uhr

Die 80er-Jahre sind zurück

Amerikas kalte Krieger

VonAxel Postinett

Die Krim-Krise hat nicht nur US-Präsident Obama politisch demontiert. Der demokratischen Präsidentschaftshoffnung Hillary Clinton droht das gleiche Schicksal. Dank Putin haben die Hardliner in den USA Hochkonjunktur.

Amerika - der Superheld?  Das gilt wohl nur für die einen. Dank Putin haben die Hardliner in den USA Hochkonjunktur.

Amerika - der Superheld? Das gilt wohl nur für die einen. Dank Putin haben die Hardliner in den USA Hochkonjunktur.

New YorkWas für eine seltene Einigkeit: Demokraten und Republikaner überbieten sich in Washington gegenseitig darin, Wladimir Putin zu verurteilen und Russland zu verunglimpfen. Der blinde Schulterschluss der politischen Elite in den USA hat nur einen Fehler: Er hilft niemandem weiter. Die US-Politik steht vor dem Rücksturz in die 1980er-Jahre.

Man hat es fast schon geahnt: Es war niemand anderes als die für ihre verbalen Entgleisungen berüchtigte Sarah Palin, die am Wochenende noch einmal Öl ins Feuer gießen musste. „Mister Präsident, es gibt nur eines, was einen bösen Menschen mit einer Atombombe stoppen kann, und das ist ein guter Mensch mit einer Atombombe“, lautete der Rat der radikal-konservativen Tea-Party-Politikerin an den amtierenden US-Präsidenten Barack Obama, über den sie sich zuvor ob seiner kraftlosen Außenpolitik noch lustig gemacht hatte.

Wenn Massenproteste außer Kontrolle geraten

Türkei

Die gewaltsame Räumung eines Protestcamps in Istanbul, mit dem die Zerstörung eines Parks am Taksim-Platz verhindert werden sollte, löst im Mai 2013 eine landesweite Protestwelle aus. Mittlerweile richten sich die andauernden Proteste vor allem gegen den autoritären Regierungsstil des islamisch-konservativen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Mehrere Menschen kamen bisher ums Leben, Hunderte wurden verletzt.

Bulgarien

Nach Massenprotesten und schweren Ausschreitungen in der Hauptstadt Sofia tritt die bulgarische Regierung im Februar 2013 zurück. Die Proteste richteten sich zunächst gegen hohe Strompreise, wandten sich dann aber immer stärker gegen Ministerpräsident Boiko Borissow. Hintergrund war die Unzufriedenheit über geringe Einkommen, hohe Arbeitslosigkeit und Korruption.

Griechenland

Bei Massendemonstrationen von Hunderttausender gegen das massive Sparprogramm der Regierung sterben in der griechischen Hauptstadt Athen im Mai 2010 drei Menschen. Vermummte Randalierer hatten mit Molotowcocktails eine Bank in Brand gesetzt.

Serbien

Rund 200.000 Menschen demonstrieren im Februar 2008 gegen die Unabhängigkeit des Kosovos in der serbischen Hauptstadt Belgrad. Mehrere tausend Randalierer demolieren Botschaften, plündern Geschäfte, zünden Autos und Busse an. Mindestens ein Mensch kommt ums Leben, mehr als 150 Menschen werden verletzt.

Frankreich

Der Tod zweier Jugendlicher, die auf der Flucht vor der Polizei nahe Paris tödlich verunglückten, löst im Herbst 2005 eine Welle der Gewalt in französischen Einwanderervorstädten aus. Sporthallen, Geschäfte und tausende Autos gehen in Flammen auf. Tausende Randalierer werden festgenommen. Nach drei Wochen erklärt die Polizei die Unruhen offiziell für beendet.

Italien

Das Gipfeltreffen der führenden Industrieländer in Genua wird im Juli 2001 von der schwersten Welle der Gewalt in seiner Geschichte überschattet. Ein 23-jähriger Italiener stirbt bei den Straßenschlachten durch eine Polizeikugel. Globalisierungsgegner demolieren Büros, Geschäfte und Bankautomaten. Hunderte Menschen werden verletzt. Kritiker werfen der Polizei übertriebene Härte vor.

Es ist die bisher schärfste Annäherung eines US-Politikers an einen denkbaren Waffengang mit Russland in der Krim-Krise. Die frühere Gouverneurin von Alaska nimmt für sich in Anspruch, im Wahlkampf 2008 all das schon vorausgesehen zu haben: Ein hartes amerikanisches Durchgreifen in Georgien seinerzeit hätte ihrer Überzeugung nach Russland zu mehr Vorsicht veranlasst. Stattdessen habe man Putin ermutigt, sich die Ukraine als nächstes vorzunehmen.

Palin nutzte die CPAC, die Conservative Political Action Conference, für ihre markigen Sprüche. Über zwei Duzend hoffnungsvolle Kandidaten setzten sich beim großen Schaulaufen der republikanischen Partei in Washington von Donnerstag bis Samstag vor tausenden republikanischen Aktivisten als der nächste potenzielle Präsident der Vereinigten Staaten in Szene. Wer kandidieren will, der muss hier durch.

Wenn sich auch sonst niemand so weit aus dem Fenster lehnen wollte wie Palin, so kristallisierte sich in den drei Tagen ein Tenor bei allen Reden klar heraus: Obama ist Schuld, dass die USA nicht mehr ernst genommen werden und das werden wir wieder ändern. Das Sendungsbewusstsein ist stärker denn je: „Noch niemals hat diese Welt amerikanische Führung dringender nötig gehabt als heute“, zeigte sich der republikanische Senator John McCain schon auf einer Veranstaltung Anfang der Woche in Washington überzeugt.

Kommentare (22)

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10.03.2014, 19:53 Uhr

Was erwarten die Leute? Amerika ist finanziell und moralisch pleite. Neben der schon immer geltetenden Globalstrategie Länder, die sich der amrikanischen Dominanz/Sendungsarroganz nicht beugen, zu mobben, ist das Grund genug, einen äußeren Feind aufzubauen. Hier sind Medien gefragt, die etwas auf sich halten und die Bürger aufklären. Ob es die im "Land of the Free" Essenmarken noch ausreichend gibt, wird spannend sein zu beobachten.

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10.03.2014, 20:10 Uhr

so so, der Ami möchte uns also sein Gas verkaufen ...

dann stell ich meine Heizung um auf Holz!

Ich mag dieses Pack aus Überseee nicht - deren Augen leuchten nur bei Dollars auf - deren Hirn leuchtet leider nie!
Ich persönlich kenne nichts positives das aus der uSA gekommen wäre.

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10.03.2014, 20:43 Uhr

Der Kalte Krieg ist nicht zurück. Der Kalte Krieg hatte nie aufgehört.

Nach dem Zusammenbruch der SU hat Russland unter Jelzin versucht, eine faire Zusammenarbeit mit dem Westen aufzubauen. Jelzin hat sogar einen Beitritt Russlands zur NATO ins Gespräch gebracht.

Der Westen hat alle Annäherungsversuche Russlands konsequent zurückgewiesen. Der Platzhirsch USA hat neben sich nur Befehlsempfänger haben wollen.

Der Westen hat sogar die damalige Schwäche Russlands brutal und imperialistisch ausgenutzt, um sich mit einem mörderischen Angriffskrieg das Kosovo einzuverleiben. Das war eine gezielte und beabsichtigte Demütigung Russlands.

Außerdem hat der Westen Schritt für Schritt eine Politik der militärischen Umzingelung Russlands verfolgt. Heute stehen amerikanische Raketen in Polen unmittelbar an den Grenzen Russlands.

(Wie haben die USA reagiert, als 1961 sowjetische Raketen auf Kuba auftauchten?)

Aktuell hat der Westen in der Ukraine einen gewalttätigen Staatsstreich gegen die demokratisch gewählte Regierung unterstützt und aktiv gefördert. Da müssen in Moskau die Alarmsirenen läuten: Wenn demnächst auch noch östlich der Karpaten amerikanische Panzerdivisionen aufmarschieren und Raketen installiert werden, wird der Westen die Fähigkeit zu einem tödlichen Angriffskrieg gegen Russland haben.

Niemand sollte so naiv sein, zu zweifeln, dass genau diese Angriffskapazität die Absicht des Westens ist. Er ist der gefährlichste und konsequenteste Kalte Krieger unserer Zeit.

Mit "Westen" ist übrigens immer die westliche Führungsmacht gemeint, nämlich die USA. Alle anderen Staaten haben mit Ausnahme Großbritanniens nur einen Vasallenstaatus. GB hat eine etwas freiere Rollle, ist aber letztlich auch den USA treu und folgsam.

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