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28.06.2011

15:09 Uhr

Die Akte Strauss-Kahn

Der Wettlauf um Beweise hat begonnen

VonAstrid Dörner

Seine Nachfolge an der IWF-Spitze ist geklärt, doch bevor der Prozess gegen Strauss-Kahn auch nur beginnt, können noch Monate vergehen. Die Verteidiger und Ankläger arbeiten auf Hochtouren - und scheuen vor nichts zurück.

Vom Chefposten auf die Anklagebank: Dominique Strauss-Kahn. Quelle: dapd

Vom Chefposten auf die Anklagebank: Dominique Strauss-Kahn.

New YorkAm 6. Juni war Dominique Strauss-Kahn, der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zuletzt vor Gericht erschienen und hatte auf „nicht schuldig“ plädiert. Seit dem haben seine Staranwälte Einsicht in die Beweise der Staatsanwaltschaft bekommen und sie konnten die Aussage lesen, die die Hotelangestellte bei der Polizei gemacht hatte. Zeugen gibt es keine. Es steht Aussage gegen Aussage. Der Wettlauf um Beweise und schlagkräftige Argumente läuft.

Einem Gerichtssprecher zufolge könnten beide Seiten ab September vor Richter Michael Obus beantragen, welche Beweise zu dem Prozess zugelassen werden. Medienberichten zufolge haben Strauss-Kahns Anwälte renommierte private Ermittler eingeschaltet, die das Leben der 32-Jährigen Hotelangestellten durchforsten sollen. Typischerweise wird in solchen Fällen nach irgendetwas gesucht, was die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers in Frage stellt: Hatte sie Schulden oder war sie vielleicht mit Ratenzahlungen im Verzug? Könnte das ein Grund sein, warum sie so schwere Vorwürfe gegen den einst so einflussreichen Weltbanker erhebt?

Die Verteidiger haben bereits mitgeteilt, dass sie „wichtige Informationen“ erlangt hätten, die die Glaubwürdigkeit der Klageschrift in Frage stellen würden. Welche Informationen das sind, oder ob dies nur ein Bluff war, wird sich zeigen. Strauss-Kahn war am 14. Mai in New York verhaftet worden. Er soll versucht haben, die 32-Jährige Afrikanerin zu vergewaltigen und sie zum Oralsex gezwungen haben, so die Vorwürfe. Mehrere Nächte musste er auf der Gefängnis-Insel Rikers Island verbringen, bevor er gegen einen millionenschwere Kaution freigelassen wurde. Jetzt wohnt er mit seiner Frau in einem Haus in Manhattans Trendviertel Tribeca und wird rund um die Uhr bewacht.

Kommentare (1)

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zitronenkuss

29.06.2011, 14:15 Uhr

ich als frau sage auf grund solcher anschuldigungen - wäre ich ein vermögender mann oder promi würde ich keine weiblichen hotelangestellten in mein zimmer einlassen, weder zum putzen noch sonstwas. das müsste die konsequenz daraus sein.

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