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02.03.2014

15:22 Uhr

Die Krim

Zankapfel zwischen Moskau und Kiew

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Krim zunächst zu Russland. Chruschtschow machte sie zu einem Teil seiner Heimatrepublik Ukraine innerhalb der Sowjetunion. Heute ist sie ein autonom verwalteter Teil der Ukraine.

In Alarmbereitschaft: Zwei russische Kriegsschiffe in  Sewastopol auf der ukrainischen Halbinsel Krim. dpa

In Alarmbereitschaft: Zwei russische Kriegsschiffe in Sewastopol auf der ukrainischen Halbinsel Krim.

KiewDie Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist seit langem zwischen Russen und Ukrainern umstritten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das 26 000 Quadratkilometer große Gebiet zunächst zu Russland. Kremlchef Nikita Chruschtschow machte es 1954 zu einem Teil seiner Heimatrepublik Ukraine innerhalb der Sowjetunion - ein historischer Fehler, wie Moskaus Staatsmedien aktuell wieder betonen.

Heute, 23 Jahre nach Auflösung der Sowjetunion, ist die Krim ein autonom verwalteter Teil der unabhängigen Ukraine. Von den mehr als zwei Millionen Einwohnern sind etwa 25 Prozent Ukrainer und knapp 60 Prozent Russen. Zudem siedelten sich nach dem Zusammenbruch der UdSSR Zehntausende Krimtataren wieder dort an, die zuvor im Rahmen der stalinistischen Verfolgungen nach Zentralasien deportiert worden waren.

Anfang der 1990er Jahre konnte die Ukraine ihre Herrschaft über die Krim nur mühsam durchsetzen. Mit Druck verhinderte Kiew bisher ein Referendum über die Unabhängigkeit, das prorussische Kräfte nun für den 30. März anstreben. Als Zugeständnis wurde 1992 eine Autonome Republik Krim eingerichtet.

Die Halbinsel Krim

Lage und Verwaltung

Die Halbinsel am Schwarzen Meer umfasst eine Fläche von 26.000 Quadratkilometer. Sie ist unterteilt in die Autonome Republik Krim und den Stadtbezirk Sewastopol, der direkt der ukrainischen Zentralregierung untersteht. 1991 hatten die Bewohner der Krim mehrheitlich für die Autonomie innerhalb der Ukraine gestimmt.

Bevölkerung

Knapp zwei Millionen Menschen leben auf der Halbinsel. Mit fast 60 Prozent stellen russische Staatsbürger den größten Bevölkerungsanteil. 24 Prozent der Einwohner sind Ukrainer, zwölf Prozent Krimtataren. Zu den weiteren Bevölkerungsgruppen gehören unter anderem Krimdeutsche, Weißrussen und Polen. Die Amtssprache ist Ukrainisch. Russisch und Krimtatarisch sind anerkannte Sprachen. In einer Volkszählung gaben 2001 fast 80 Prozent der Bevölkerung Russisch als Muttersprache an.

Strategische Bedeutung

Strategisch ist die Krim von besonderer Bedeutung, weil in Sewastopol die russische Schwarzmeerflotte stationiert ist. 1997 handelten Russland und die Ukraine einen Freundschaftsvertrag aus, der die Stationierung der russischen Flotte bis 2017 festschrieb. Der Pachtvertrag wurde im Jahr 2010 bis 2042 verlängert.

Wirtschaft

Wichtige Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft, chemische und petrochemische Industrie, Schwerindustrie und der Tourismus.

Die Hafenstadt Sewastopol mit mehr als 300 000 Einwohnern gehört nicht zum Autonomiegebiet, sondern wird direkt aus Kiew verwaltet. Bereits Ende des 18. Jahrhundert baute Russland dort eine Marinebasis, die bis heute Heimathafen der Schwarzmeerflotte ist.

Der Verbleib russischer Marineeinheiten dort war 1997 in einem Abkommen mit der Ukraine geregelt worden - für zunächst 20 Jahre. Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch vereinbarte 2010 mit Moskau, dass der 2017 ablaufende Pachtvertrag für die Stationierung der russischen Flotte um 25 Jahre verlängert wird.

Die Krim ist auch ein beliebter Urlaubsort für Millionen Touristen. Sie ist zudem für ihren Sekt bekannt.

Auf der Krim-Konferenz im Badeort Jalta berieten die alliierten Staatschefs Franklin D. Roosevelt (USA), Winston Churchill (Vereinigtes Königreich) und Josef Stalin (UdSSR) 1945 über die Machtverteilung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Von

dpa

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