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02.06.2014

12:30 Uhr

Die Last der Affären

Juan Carlos gibt den Thron auf

VonAnne Grüttner

Der spanische König Juan Carlos will abdanken. Die Entscheidung überrascht die Spanier – doch sein Ansehen hat in der Vergangenheit stark unter seinen Eskapaden gelitten. Sogar die Monarchie wird in Frage gestellt.

Spaniens König Juan Carlos dankt ab

„Eine jüngere Generation hat verdient, in die erste Reihe zu treten“

Spaniens König Juan Carlos dankt ab: „Eine jüngere Generation hat verdient, in die erste Reihe zu treten“

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MadridDas Rätselraten war groß unter den Journalisten der spanischen Hauptstadt, als Regierungschef Mariano Rajoy sie zu einer außerordentlichen Regierungserklärung zusammenrief. Was dann kam, damit hatte zum jetzigen Zeitpunkt keiner gerechnet: „König Juan Carlos hat mir diesen Morgen mitgeteilt, dass er zurücktritt“, erklärte Rajoy, dem wie üblich wenig Emotionen anzumerken waren.

Der König selbst hat sich noch nicht geäußert. Jedoch ist anzunehmen, dass die zahlreichen Skandale der letzten Jahre sowie die angeschlagene Gesundheit Juan Carlos zu der Entscheidung bewogen haben, das Zepter nach fast 40 Jahren Amtszeit an seinen Sohn Felipe (46) zu übergeben.

Das Image des Königshauses, bis vor wenigen Jahren eine unantastbare und moralisch nicht bezweifelte Instanz in Spanien, hatte zuletzt argen Schaden genommen. Vor allem der laufende Korruptionsprozess gegen den königlichen Schwiegersohn Inaki Urdangarin und die drohende Anklage auch seine Gattin und Königstochter Cristina werfen einen langen Schatten auf die Monarchie. Urdangarin ist angeklagt, als Präsident der gemeinnützigen Stiftung „Nóos“ Millionen Euro an Steuergeldern unterschlagen zu haben. Es sieht nicht gut aus für den ehemaligen Handballstar Spanien.

Die Korruptionsaffäre zog auch immer engere Kreise um den König selbst. Das Königshaus selbst hatte schon 2005 Verdacht geschöpft, dass mit den Geschäften von Urdangarin nicht alles in Ordnung ist. Der Rechtsberater des Königshauses, José Manuel Romero, berichtete wie er damals den Auftrag von Juan Carlos erhielt, die Aktivitäten des Schwiegersohns zu untersuchen.

Doch die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden nicht bekannt, auch die Justiz wurde nicht informiert. Stattdessen sollte mit Urdangarin das Problem aus dem Land geschafft werden. Jedoch legte ihm nahe, aus der Stiftung „Nóos“ auszuscheiden und sich eine Arbeit außerhalb Spaniens zu suchen. Im Jahr 2009 zogen Cristina und Urdangarin dann auch brav nach Washington um, wo der königliche Schwiegersohn einen Job beim spanischen Ex-Monopolisten Telefónica bekam.

Doch nicht nur wegen des Verdachts der Vetternwirtschaft ist die Gunst von Juan Carlos immer weiter gesunken. Auch unter der Elefantenjagd des 76-Jährigen Monarchen in Botswana, die nur bekannt wurde weil er dabei stolperte und sich eine Hüfte brach, hat sein Image stark gelitten. Zu den entsetzten Protesten von Tierschützern hatte die Reise nach Botswana ein weiteres pikantes Details. Denn die langjährige Geliebte des spanischen Königs, die Deutsche Corinna zu Sayn Wittgenstein, war mit dem König nach Afrika gereist.

Kommentare (3)

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02.06.2014, 12:07 Uhr

Wen interessiert das?

Ach, wie schön wäre die Nachricht: Merkel dankt ab.
Es könnte allerdings noch schlimmer kommen, z. B. mit Andrea Nahles. Es ist mir unbegreiflich, wie diese Frau einen Ministerposten bekommen konnte. Ich erwarte ja für Parteipolitiker nicht viel, bin sehr bescheiden geworden. Doch es wird dringend Zeit, dass gewisse Mindestanforderungen hinsichtlich persönlicher und fachlicher Kompetenz eingeführt werden.

Account gelöscht!

02.06.2014, 13:29 Uhr

Sehe ich auch so, was Nahles betrifft

Account gelöscht!

02.06.2014, 13:52 Uhr

sehe ich auch so. würde es mindestanforderungen geben, wie in jedem anderen beruf auch, wären uns fischer, nahles, göring-e...., roth, trittin u.a.m. erspart geblieben.

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