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03.07.2017

10:28 Uhr

Die mächtigsten Männer der Welt

Trump trifft Putin in Hamburg

Es könnten die Bilder des G20-Gipfels werden: Donald Trump trifft Wladimir Putin. Kaum jemand erwartet von der Zusammenkunft große Ergebnisse. Vielmehr geht es darum, welche Stimmung zwischen den Führern herrscht.

Putin möchte Russland von Donald Trump ebenbürtig behandelt wissen. Reuters

Wladimir Putin und Donald Trump

Putin möchte Russland von Donald Trump ebenbürtig behandelt wissen.

Washington/MoskauIn Hamburg treffen sich an diesem Freitag die Mächtigen der Welt – und zwei Supermächtige treffen sich noch obendrein. Seit Donald Trump Präsident der USA ist, wartet die Welt auf ein Treffen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin. Beim G20-Gipfel in Hamburg sollen sich beide erstmals begegnen – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da das Verhältnis zwischen Moskau und Washington so schlecht ist wie seit Jahrzehnten nicht.

Syrien, Ukraine, russische Wahleinmischung, Russlands Haltung zu nuklearen Mittelstreckenwaffen: US-Außenminister Rex Tillerson hatte schon vor Wochen von einem Tiefpunkt in den Beziehungen gesprochen. Seitdem wurde es nicht besser. „Ein großes Fragezeichen“ stehe hinter dem Ergebnis des Treffens, sagt der Europa-Experte vom Washingtoner Center for Strategic and International Studies (CSIS), Jeffrey Rathke. Wer nicht allzu viel erwarte, sei auf der sicheren Seite.

Trump und Russland - eine Geschichte mit vielen Unbekannten

Trumps eigene Kontakte

1986 will der Geschäftsmann in New York den damaligen sowjetischen Botschafter Juri Dubinin kennengelernt haben. Daran knüpften sich ein Besuch in Moskau und erste Pläne für ein Hotel, so schildert es Trump in seinem Buch „The Art of the Deal“. Wie oft der Unternehmer seitdem in Russland war, ist nicht bekannt.

Geschäftsbeziehungen

Belegbar ist, dass sich in den 2000er Jahren viele zu Geld gekommene Russen in Trump-Immobilien eingekauft haben. Aufsehen erregte 2008 der Verkauf eines Anwesens in Florida an den russischen Oligarchen Dmitri Rybolowlew für 95 Millionen US-Dollar (knapp 90 Millionen Euro). 2013 fand der von Trump veranstaltete Schönheitswettbewerb Miss Universe in Moskau statt. Trump-Firmen waren auch auf Moskauer „Millionärsmessen“ für Luxusgüter vertreten.

Trumps Umfeld

Trumps erster Wahlkampfmanager Paul Manafort machte PR-Arbeit für den moskautreuen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch, bis dieser 2014 gestürzt wurde. Nach Korruptionsvorwürfen wegen dieses Einsatzes schied Manafort aus Trumps Team aus. Der künftige US-Sicherheitsberater Michael Flynn tritt für bessere Beziehungen zu Moskau ein. Er ließ sich zum Jubiläum des staatlichen Senders RT (Russia Today) einladen und saß dort neben dem Kremlchef.

Putins mögliches Interesse an einem Präsidenten Trump

Die Lesart vieler russischer Experten ist, dass der Kreml eigentlich einen Sieg der demokratischen Bewerberin Hillary Clinton erwartet hatte. Die Ex-US-Außenministerin wäre für Putin ein hartes, erfahrenes, aber berechenbares Gegenüber gewesen. Trump ist dagegen unberechenbar. Aber der Republikaner hat bessere Beziehungen zu Moskau versprochen, die Rede war sogar davon, die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland anzuerkennen. Aus Putins Sicht dürfte der unerfahrene neue US-Präsident als lenkbar erscheinen.

Auch der Kreml stapelt tief. Man versuche, „das sehr wichtige und notwendige Treffen“ mit Trump noch irgendwie in Putins vollem Terminkalender unterzubringen, sagte der außenpolitische Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow. Als würde nicht auch im Kreml schon seit Monaten von dem Juli-Meeting gesprochen.

Wenige Tage vor dem Gipfel halten sich beide Seiten bedeckt, wann und wo und in welchem Format die Begegnung stattfinden soll. Vor oder nach dem Zwanzigertreffen? Der Zweiergipfel könnte die G20 unter Vorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Schatten stellen. Doch die Probleme der Vorbereitung deuten an, wie labil das russisch-amerikanische Verhältnis derzeit ist.

G20-Gipfel: Putin und Trump wollen sich in Hamburg das erste Mal treffen

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Putin und Trump wollen sich in Hamburg das erste Mal treffen

Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump wollen sich am Rande des G20-Gipfels in Hamburg zum ersten Mal treffen. Das teilte der Kreml mit. Die Staatschefs hatten am Dienstagabend telefoniert.

Das Weiße Haus drückt ebenfalls auf die Erwartungsbremse und gibt sich bewusst vorsichtig. „Einen gemeinsamen Ansatz des gesamten Westens“ wolle Trump im Umgang mit Russland entwickeln, sagt sein Nationaler Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster. Nur keine Alleingänge, die als Kungelei ausgelegt werden können. Und: Natürlich werde Trump das Nötige tun, um Putin dort in die Schranken zu weisen, wo dieser sich destabilisierend verhalte. Was das konkret heißt, etwa im Ukraine-Konflikt, sagt in Washington jedoch derzeit niemand.

Russland will dagegen die Europäer möglichst aus dem Spiel halten - ausgerechnet bei Merkels Hamburger Gipfel - und Trumps Skepsis der EU gegenüber ausnutzen. Putin sieht die Europäer nur als Anhängsel des Hegemons USA. „Das Leben ist so, dass sich in vielen Fragen Russland und die USA einigen müssen“, sagt Lawrow.

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