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09.03.2016

16:11 Uhr

Die Queen und der Brexit

Königshaus beschwert sich beim Presserat über die „Sun“

Aufruhr bei den Briten: Queen Elizabeth hat sich bei einem Treffen angeblich für einen EU-Austritt des Landes ausgesprochen. Das meldet zumindest ein britisches Boulevardblatt. Das Königshaus wehrt sich dagegen.

Die Monarchin soll bei einem Mittagessen im Schloss Windsor für einen Brexit eingetreten sein. dpa

Queen Elizabeth

Die Monarchin soll bei einem Mittagessen im Schloss Windsor für einen Brexit eingetreten sein.

LondonDas britische Königshaus wehrt sich gegen einen Bericht des Boulevardblatts „Sun“, wonach sich die Queen (89) vor Jahren deutlich EU-kritisch geäußert haben soll. Der Palast habe eine formelle Beschwerde bei der britischen Presseaufsicht IPSO eingereicht, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Die Briten stimmen am 23. Juni darüber ab, ob sie Mitglied der Europäischen Union bleiben.

„Queen unterstützt Brexit“, hatte die auflagenstarke Boulevardzeitung „The Sun“ zuvor getitelt. Das Blatt berief sich zum einen auf eine anonyme „ranghohe Quelle“, der zufolge die Königin gesagt haben soll, die EU bewege sich "in die falsche Richtung". Laut einer zweiten anonymen Quelle soll die Queen zudem vor einigen Jahren bei einem Gespräch mit Abgeordneten gesagt haben: „Ich verstehe Europa nicht.“

Ein Palastsprecher wies dies zurück: „Wir werden keine falschen Behauptungen anonymer Quellen kommentieren.“ Die Queen sei seit 63 Jahren politisch neutral und bleibe es auch. Auch Nick Clegg, 2011 noch Chef der britischen Liberalen, bezeichnete den Bericht als „Unsinn“. Es sei falsch, dass EU-Gegner jetzt die Queen in die Debatte hineinzögen.

Dass sich die Queen zur Tagespolitik äußert, schickt sich in Großbritannien nicht – und nach Angaben des Königspalasts tat sie es auch in diesem Fall nicht: „Die Queen bleibt politisch neutral, wie sie es schon seit 63 Jahren ist“, sagte ein Sprecher. Die „falschen, auf anonyme Quellen gestützten Behauptungen“ würden nicht weiter kommentiert. Über den EU-Austritt müsse „die britische Bevölkerung entscheiden“.

Die Briten sollen am 23. Juni in einem Referndum über die weitere EU-Mitgliedschaft ihres Landes abstimmen. Um einen Austritt zu verhindern, sagten die EU-Partner Cameron zuletzt ein Mitspracherecht bei für London relevanten Entscheidungen der Eurozone zu. Großbritannien wurde zudem die Möglichkeit zugestanden, neu zugezogenen EU-Ausländern bis zu vier Jahre lang Sozialleistungen zu verwehren.

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