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20.11.2014

17:22 Uhr

Die verfallenden Staaten von Amerika – Teil 2

Betreten auf eigene Gefahr!

VonAxel Postinett

Amerikas altersschwache Brücken sind ein Risiko für alle, die sie überqueren. Die Budgets reichen nur für Flickschusterei, obwohl mehr Geld da wäre. Deshalb greifen die Bundesstaaten im Alleingang zu drastischen Mitteln.

Der Pulaski Skyway zwischen Newark nach New York hat einen inoffiziellen Namen: „Carmageddon“ nennen die Einheimischen fatalistisch die 3,5 Meilen lange Brücke. Getty Images

Der Pulaski Skyway zwischen Newark nach New York hat einen inoffiziellen Namen: „Carmageddon“ nennen die Einheimischen fatalistisch die 3,5 Meilen lange Brücke.

New YorkWer jemals über den Flughafen Newark nach New York gereist ist und den Bus nach Manhattan genommen hat, der hat sie gesehen. Die mächtige, dunkle Stahlbrücke auf der in Orson Wells‘ Radiohörspiel „Krieg der Welten“ 1938 angeblich die Kampfmaschinen vom Mars Richtung New York vordrangen und die Zuhörer in Panik versetzten. Heute ist der Pulaski Skyway wieder ein Katastrophenszenario: „Carmageddon“ nennen die Einheimischen fatalistisch die 3,5 Meilen lange Brücke.

Der diesmal reale Alptraum für Autofahrer in New Jersey hat am 12. April 2014 begonnen. Voraussichtlich zwei Jahre lang bleiben die Fahrspuren Richtung New York für Reparaturarbeiten geschlossen. Rund 34.000 Fahrzeuge täglich müssen umgeleitet werden. Danach, für mindestens zwei weitere Jahre, werden die Gegenspuren geschlossen. Stundenlange Staus auf den Umleitungsstrecken sind unvermeidlich.

Daten und Fakten über die USA

Fläche

Mit einer Fläche von 9.809.155 Quadratkilometern sind die Vereinigten Staaten laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) der drittgrößte Staat der Erde.

Bevölkerung

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug die Gesamtbevölkerung der USA im Jahr 2013 rund 317 Millionen Einwohner.

Hauptstadt

Die Hauptstadt der USA ist Washington D.C. Die Stadt selbst hat etwa 646.000 Einwohner, im Großraum haben sich etwa 5,7 Millionen Menschen niedergelassen. (Stand: 2014)

Staatsform

Die Staatsform der USA ist eine föderale und präsidentielle Republik.

Präsident

Barack H. Obama ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er befindet sich in seiner zweiten Amtszeit.

BIP

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA beläuft sich nach Angaben des Auswärtigen Amts auf etwa 16,72 Billionen US-Dollar. (Stand: 2013)

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten lag im Juli 2014 bei 6,2 Prozent. Vor der Wirtschaftskrise lag die Quote im Jahr 2007 noch bei 4,6 Prozent, 2010 stieg sie zwischenzeitlich auf 9,6 Prozent an.

Außenhandel

Die USA sind nach Angaben des Auswärtigen Amts weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und standen als Exporteur 2013 (nur Waren) hinter China an zweiter Stelle.

Das kommt zu den Horrorzahlen hinzu, die ohnehin in den USA durch veraltete Verkehrswege zusammenkommen. Laut Ingenieursverband ASCE, American Association of Civil Engeneers, verloren Amerikas Bürger 2010 durch Staus 630 Millionen Fahrzeug-Stunden, bis 2020 wird sich das auf 1,8 Milliarden verdreifachen und 2040 die sechs-Milliarden-Stunden-Marke überschreiten, wenn nicht gegengesteuert wird.

Soweit kann es kommen, wenn bis zur letzten Minute gewartet wird. Die gigantische, 82 Jahre alte Konstruktion des Skyways zwischen Newark und Jersey City ist am Ende. Die Fahrbahn ist in schlimmem Zustand, es gibt keine Standstreifen, die Fahrspuren sind gefährlich eng und Teile der tragenden Elemente müssen ersetzt oder verstärkt werden. Oder wie es Transport Commissioner Jim Simpson des Staats New Jersey zusammenfasst: „Das wird nicht einfach. Aber es gab keine Alternative zur Schließung. Der Patient ist sehr krank und braucht dringend eine Erholung.“ Die Brückenkur wird den Bundesstaat rund eine Milliarde Dollar kosten.

Die Flussüberquerung in New Jersey ist Symbol für das drängende Problem der Brückensanierung in den USA. Wie so viele andere wurde der Skyway während oder nach der großen Depression in den 30er-Jahren errichtet und war lange Wahrzeichen der technologischen Macht und Überlegenheit der USA. Einige der monumentalsten und berühmtesten Brücken der Welt, so wie die Golden Gate Bridge, sind hier beheimatet.

Doch viele dieser technologischen Wunderwerke brauchen dringend eine Generalüberholung oder müssten komplett ersetzt werden. Sie gelten als „technisch überholt“, so wie die 2013 eingestürzte Skagit-Brücke. Ein einziger Lastwagen, der einen Träger der Konstruktion gerammt hatte, genügte, um sie zusammenbrechen zu lassen. Solche „technisch überholten“ Konstruktionen sind nur sicher, so lange nichts Unvorhergesehenes passiert. Sie würden heute so nicht mehr gebaut.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

20.11.2014, 17:52 Uhr

Zweckbindung des Kfz- und Ölsteueraufkommens ist in der tat eine Möglichkeit, das Thema zu erschlagen.

Auch hierzulande wäre das sinnvoll - die Zustände ähneln sich ja durchaus.

Andererseits ließen sich Teile der Infrastruktur - wie etwa Flughäfen, Brücken und Highways - stärker privatisieren: wer sie nutzt, zahlt halt.

Allein Gemeinde- und Landstraßen könnten Regionalsache bleiben, damit quasi staatliche Aufgabe.

Was sich Obama einfallen läßt, ist wieder mal der typische politische Käse, den er stets zu produzieren neigt.
Unternehmen anzuzapfen, die gesetzesgetrieben steueroptimieren, ist hirnlos, dumm und provinziell.

Der Untreue strafbar ist der Unternehmenslenker, welcher nicht auf diese oder andere Weise die Abgaben senkt.
Also umgekehrt wird ein Schuh draus: Ins Gefängnis mit all denen, die solche Gelegenheiten versäumen.

Herr C. Falk

20.11.2014, 18:05 Uhr

Gesunde Brücken wollen sie haben unsere transatlantischen Freunde. Warum machen Sie nicht eine Spritsteuer in etwa der Höhe wie in Deutschland und woanders in Europa?

Ach ja, dann würde wohl eine "Revolution" die gesamte Administration und pol. Elite an die Laternenpfähle befördern. "g"

Herr Helmut Paulsen

20.11.2014, 18:12 Uhr

Obama als US-Demokrat soll den Clintons und damit seiner Partei die Wiederwahl eines US-Demokraten sichern.

Dazu will er 11 Millionen neue Wähler-Stimmen organisieren mit seinen undemokratischen "Executive Orders" zum Aufenthalts-Recht.

Nur darum gehts - um die Wahl 2016 für Frau Clinton. Auch Bill würde wieder im Weissen Haus wohnen - aber diesmal ohne Praktikantin. Die Clinton-Foundation hat viel Geld und Einfluss als NGO-Stiftung der Welt-Geld-Elite.

Die US-Republikaner haben die Mehrheit zum Glück im Repräsentantenhaus und im Senat. Obama würde am Willen der Amerikaner vorbei regieren.

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