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02.12.2011

20:44 Uhr

Die Zukunft Afghanistans

Pakistan boykottiert Konferenz

Alle diplomatischen Bemühungen waren vergebens: Pakistan bleibt aufgrund des Hubschraubereinsatzes der Nato der Afghanistan-Konferenz in Bonn fern. Deutschland hat nun einen baldigen Besuch in dem Land angekündigt.

Pakistaner protestierten gegen den Nato-Einsatz, bei dem nach Angaben des Landes 24 Soldaten getötet wurden. dapd

Pakistaner protestierten gegen den Nato-Einsatz, bei dem nach Angaben des Landes 24 Soldaten getötet wurden.

BonnPakistan bleibt trotz aller internationalen Beschwichtigungsversuche bei seinem Boykott der Afghanistan-Konferenz in Bonn. Die pakistanische Außenministerin Hina Rabbani Khar bekräftigte die Absage wegen des Nato-Angriffs auf pakistanische Militärposten am Freitag in einem Telefonat mit Bundesaußenminister Guido Westerwelle. Der afghanische Präsident Hamid Karsai traf unterdessen in Bonn ein und zeigte sich zuversichtlich, dass die Konferenz ein Erfolg werde. Westerwelle sicherte ihm die langfristige Unterstützung der Staatengemeinschaft zu: „Sie können sich auf uns verlassen.“

Bei der Konferenz will die Staatengemeinschaft am Montag die Weichen für die Zukunft Afghanistans nach dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes 2014 stellen. Karsai ist offiziell Vorsitzender des eintägigen Treffens, bei dem rund 1000 Delegierte aus 85 Ländern und von 16 internationalen Organisationen beraten wollen. Dabei geht es um die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen, die Bemühungen um Friedensgespräche mit den Taliban, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und die Stabilisierung der gesamten Region.

Pakistanische Demonstranten verurteilen den Nato-Hubschrauberangriff, der zu großen Spannungen zwischen Washington and Islamabad führte. dapd

Pakistanische Demonstranten verurteilen den Nato-Hubschrauberangriff, der zu großen Spannungen zwischen Washington and Islamabad führte.

Die Regierung in Islamabad hatte ihre Teilnahme am Dienstag drei Tage nach dem Nato-Angriff abgesagt, bei dem nach ihren Angaben 24 pakistanische Soldaten getötet wurden. In den vergangenen Tagen hatte es diplomatische Bemühungen auf allen Ebenen gegeben, um Pakistan doch noch umzustimmen - vergeblich. Khar wünschte der Konferenz in dem Gespräch mit Westerwelle nach Angaben des Auswärtigen Amts trotzdem viel Erfolg und versicherte die Bereitschaft ihres Landes, an dem regionalen Stabilisierungsprozess weiter mitzuwirken. Aus der deutschen Delegation hieß es, die Außenministerin habe einen baldigen Deutschlandbesuch angekündigt.

Die Absage Pakistans ist ein Rückschlag für die Konferenz. Die Atommacht hat eine Schlüsselrolle in der Region. Das Grenzgebiet zu Afghanistan gilt als Rückzugsraum der Taliban. Auch die Führung der Aufständischen wird in Pakistan vermutet. Eine Stabilisierung der Region ist ohne Pakistan kaum möglich. Nach dem Angriff der Nato-geführten Schutztruppe Isaf drohte Pakistans Armeeführung Medienberichten zufolge damit, im Wiederholungsfall das Feuer zu erwidern. Armeechef Ashfaq Parvez Kayani habe den Kommandeuren im Grenzgebiet zu Afghanistan dazu die Erlaubnis erteilt, berichtete unter anderem die pakistanische Zeitung „Express Tribune“ unter Berufung auf ranghohe Militärkreise.

Ein Selbstmordattentäter der Taliban hat am Freitag vor einem US-Militärstützpunkt in der ostafghanischen Provinz Logar mindestens einen Zivilisten getötet. Etwa 60 weitere Menschen, die meisten davon ebenfalls Zivilisten, seien bei der Explosion der Autobombe verletzt worden, sagt ein Sprecher der Provinzregierung.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

03.12.2011, 02:23 Uhr

Das Bündnis zwischen dem Westen hauptsächlich den USA und Pakistan ist defacto zerrüttet und verkehrt sich gerade in das Gegenteil, in eine innige Feindschaft, nur viele wollen es einfach nicht zur Kenntnis nehmen. Der "versehentliche" Angriff der Nato auf einen pakistanischen Grenzposten ist nicht die Ursache dessen sondern nur eine logische Konsequenz der krimminellen Machenschaften Pakistans.
Sowohl Pakistan als auch der Iran, es gibt Hinweise darauf, dass Pakistan und der Iran ein gemeinsames Zentrum planen, um Geld und Training für die Aufständischen zur Verfügung zu stellen, rekrutieren im Norden Afghanistans Kämpfer , so der Bericht der militärischen Aufklärung im Regionalkommando Nord in Afghanistan vom September 2011. Der pakistanische Geheimdienst würde Personen 300 Euro bieten, um gegen die ISAF-Präsenz vorzugehen und sich den Aufständischen anzuschließen.
Klartext: Pakistan bezahlt Afghanen, damit sie auf deutsche Soldaten schießen! Pakistan ist damit im Verbund mit dem Iran offiziell vom Scheinverbündeten, denn echte Verbündete waren sie wohl nie, zum Feind des Westens mutiert. Es wird höchste Zeit Pakistan in die gleiche Kategorie wie den Iran einzuordnen und entsprechend zu behandeln. China stellt sich ebenfalls massiv auf die äußerst kriminelle Seite Pakistans und Irans. Die Antwort des Westens und Russlands sollte die Stärkung des demokratischen Staates Indien sein, denn offensichtlich verstehen China und Pakistan nur diese Sprache.

Noch etwas zur äußerst kriminellen Führung in Pakistan: Offenbar gehen US-Geheimdienste davon aus, dass Pakistans Präsident Ali Zardari mit dem Mordanschlag auf seine Frau in Verbindung gebracht werden könnte. In einem geheim eingestuften Bericht der US-Luftstreitkräfte in Ramstein heißt es: Wahrscheinlich stehen Zardari „ernsthafte Vorwürfe zu Korruption bevor, sowie Anschuldigungen der Komplizenschaft bei der Ermordung von Benazir Bhutto“.

PikAs

03.12.2011, 02:33 Uhr

An die Redakteure vom HB. Schreibt doch auch mal darüber:

http://www.theaustralian.com.au/news/world/a-second-iranian-nuclear-facility-has-exploded-as-diplomatic-tensions-rise-between-the-west-and-tehran/story-e6frg6so-1226209996774

Wenn man die ausländische Presse nicht liest, ist man immer nur halb informiert. Schade!

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