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16.07.2011

08:55 Uhr

Diplomatie

China kritisiert Obamas Treffen mit Dalai Lama

Die Schuldenkrise sorgt für Verstimmungen zwischen China und den USA. Nun droht ein Besuch des Dalai Lama bei US-Präsident Obama zur Zerreißprobe für die diplomatischen Beziehungen zu werden.

Der Dalai Lama will mit US-Präsident Obama über die Lage in Tibet sprechen. Quelle: ap

Der Dalai Lama will mit US-Präsident Obama über die Lage in Tibet sprechen.

Washington/ShanghaiNach der massiven Kritik Chinas am US-Schuldenstreit droht ein geplanter Besuch des Dalai Lama die Beziehungen der beiden Länder weiter zu belasten. Ein Sprecher der Außenministeriums in Peking appellierte kurz vor dem Empfang am Samstag in Washington an Präsident Barack Obama, nichts zu unternehmen, was die Beziehungen beschädigen könnte. 

Das US-Präsidialamt teilte mit, mit dem Gespräch im Weißen Haus wolle Obama seine „andauernde Unterstützung“ für einen Dialog zwischen den Vertretern Tibets und der chinesischen Regierung zum Ausdruck bringen. Obama werbe für den Schutz der einzigartigen religiösen, kulturellen und sprachlichen Identität Tibets sowie die Einhaltung der Menschenrechte. 

Der Dalai Lama ist das geistliche Oberhaupt der Tibeter. China wirft dem buddhistischen Mönch vor, die Abspaltung Tibets von der Volksrepublik zu betreiben und macht ihn für die immer wieder aufflammenden Unruhen in dem Himalaya-Hochplateau verantwortlich. Der Friedensnobelpreisträger weist dies zurück und betont stets, er wolle lediglich größere Autonomie für die Region. Obama hatte den Dalai Lama zuletzt im Februar 2010 getroffen, was ebenfalls zu Spannungen mit China geführt hatte. 

Die Volksrepublik ist der größte ausländische Geldgeber der USA und angesichts des ungelösten Streits um die Erhöhung der Schuldenobergrenze um den Wert seiner Investitionen besorgt. Bekommen die USA ihre Schuldenprobleme nicht in den Griff, droht eine Abwertung des Dollar - und damit Verluste für Dollar-Investoren. Obama braucht die Zustimmung des Kongresses, um die Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar anzuheben. Sollten die Gespräche scheitern, sind die USA voraussichtlich ab dem 2. August zahlungsunfähig.

 

Von

rtr

Kommentare (2)

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Merlin

16.07.2011, 09:53 Uhr

Der Dalai Lama ist eine Figur auf dem Schachbrett, er zieht selber und er wird gezogen. Die Dame ist er nicht aber vielleicht der König.

Rheinschwimmer

16.07.2011, 10:05 Uhr

Leider agieren die Chinesen in Sachen Tbet und Dalai Lama nicht besoders intelligent. Sie könnten die Angelegenheit schnell bereinigen, indem sie sich mit dem Dalai Lama verständigen und würden so noch enorm an Ansehen in der Welt gewinnen ohne sonderlich viel zu riskieren. Hier ist die chinesische Politik völlig unverständlich.

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