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10.04.2015

03:31 Uhr

Diplomatische Geschütze

Botschafter wegen Falklandinseln einbestellt

Die Falkland-Inseln sorgen in jüngster Zeit erneut für Ärger zwischen Argentinien und Großbritannien. Beide Länder fuhren diplomatische Geschütze auf. Edward Snowden hatte für zusätzlichen Zündstoff gesorgt.

Die Falklandinseln sorgen erneut für Konfliktpotential zwischen Großbritannien und Argentinien. Es geht um Cyber-Spionage und Ölvorkommen. dpa

Die Falklandinseln sorgen erneut für Konfliktpotential zwischen Großbritannien und Argentinien. Es geht um Cyber-Spionage und Ölvorkommen.

London/Buenos AiresIm schwelenden Konflikt um die Falkland-Inseln im Südatlantik haben Großbritannien und Argentinien die jeweiligen Botschafter in London und Buenos Aires einbestellt. Die britische Regierung widerspreche Äußerungen der argentinischen Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner und ihrer Botschafterin entschieden und habe Alicia Castro deswegen am Mittwoch ins Außenministerium kommen lassen, teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Kirchner hatte vor einer Woche erklärt, Premierminister David Cameron schüre die Spannung um den Archipel im Südatlantik aus wahlpolitischem Kalkül an.

In der argentinischen Hauptstadt forderte am Donnerstag der stellvertretende Außenminister Eduardo Zuain den britischen Botschafter John Freeman auf, vermeintliche Spionageaktionen Londons zu erklären.

Whistleblower Edward Snowden hatte vor einer Woche dem Portal „The Intercept“ erklärt, London habe mindestens von 2008 bis 2011 die Kommunikation argentinischer Militär- und Regierungsstellen auf Internetplattformen überwacht und möglicherweise mit falscher Information gespeist.

Im jüngsten Streit geht es unter anderem um die Förderung neu entdeckter Öl- und Gasvorkommen vor den Inseln. Argentinien hat am Donnerstag vor einem Gericht in Buenos Aires Strafanzeige gegen fünf Erdöl-Unternehmen erstattet, weil sie ohne Genehmigung Bohrungen in angeblich argentinischen Gewässern aufgenommen hätten.

Die Unternehmen bilden ein Konsortium, das im Atlantischen Ozean 200 Kilometer von den Falkland-Inseln entfernt Anfang März Explorationsbohrungen aufnahm. Unter ihnen sind neben britischen Unternehmen die US-Firma Noble Energy und die italienische Edison International.

Zudem hatte Argentinien die Ankündigung Londons kritisiert, die britische Militärpräsenz auf den Inseln mit zwei Transporthubschraubern zu verstärken. Die Falkland-Inseln sind ein britisches Überseegebiet, Argentinien nennt sie Malwinen und beansprucht sie für sich. 2013 hatten sich die Bewohner mit großer Mehrheit für den Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen.

1982 besetzte Argentinien überraschend die Inseln. Die argentinischen Truppen mussten sich nach erbitterten Kämpfen aber dem überlegenen britischen Militär ergeben.

Von

dpa

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