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20.12.2016

07:33 Uhr

Diplomatische Vertretungen geschlossen

Schüsse vor US-Botschaft in Ankara

Vor der US-Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara sind am frühen Dienstagmorgen Schüsse gefallen. Verletzt wurde niemand. Doch die USA reagierten sofort auf den Zwischenfall.

Vor der Vertretung fielen in der Nacht Schüsse. AFP; Files; Francois Guillot

US-Botschaft in Ankara

Vor der Vertretung fielen in der Nacht Schüsse.

AnkaraVor der US-Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara hat in der Nacht zum Dienstag ein Mann mehrere Schüsse abgefeuert. Wie die diplomatische Vertretung weiter mitteilte, näherte sich der Schütze gegen 3.50 Uhr Ortszeit (1.50 Uhr MEZ) dem Haupteingang der Botschaft und schoss mehrfach. Verletzt wurde demnach niemand, der Verdächtige wurde von den Wachmännern der Botschaft überwältigt und von der Polizei festgenommen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Hintergründe der Tat waren zunächst unklar.

Alle diplomatischen Vertretungen der USA in der Türkei blieben am Dienstag für den normalen Verkehr geschlossen, hieß es weiter. Davon betroffen waren neben der Botschaft in Ankara auch die Konsulate in Istanbul und Adana.

Wenige Stunden zuvor war am Montagabend bei der Eröffnung einer Kunstausstellung in Ankara auf den russischen Botschafter in der Türkei, Andrej Karlow, von einem türkischen Polizisten geschossen worden. Karlow starb später im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Er war seit 2013 Botschafter in der Türkei gewesen.

Die internationale Gemeinschaft reagierte mit Bestürzung auf das Attentat. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Bluttat in Ankara scharf und forderte, Urheber und Drahtzieher zur Rechenschaft zu ziehen. Ähnlich äußerte sich der designierte US-Präsident Donald Trump. Der Mord an Karlow stelle eine „Verletzung aller Regeln der zivilisierten Ordnung“ dar. China nannte das Attentat einen „barbarischen Akt des Terrorismus.“ Die Türkei und Russland sahen in dem Anschlag einen Versuch, ihren Annäherungskurs zu torpedieren.

Schüsse in Ankara: Türkischer Polizist erschießt russischen Botschafter

Schüsse in Ankara

Türkischer Polizist erschießt russischen Botschafter

In Ankara kam es zu einem Anschlag auf den russischen Botschafter in der Türkei, Andrej Karlow, durch einen Polizisten. Der Diplomat erlag seinen Schussverletzungen. Politiker aus aller Welt zeigen sich besorgt.

Der Attentäter wurde später von den türkischen Behörden als ein 22 Jahre alter Polizist namens Mevlüt Mert Altintas identifiziert. Er sei seit zweieinhalb Jahren bei der Bereitschaftspolizei in Ankara tätig gewesen.

Das Attentat trug sich einen Tag vor einem Treffen der Außen- und Verteidigungsminister Russlands, der Türkei und des Irans. Thema der in Moskau geplanten Runde am Dienstag ist Syriens Zukunft. Russland und der Iran unterstützen Präsident Baschar al-Assad, die Türkei hat sich indes hinter dessen Gegner gestellt.

Die Bluttat von Ankara habe dazu dienen sollen, die erst kürzlich wieder normalisierten Beziehungen zwischen der Türkei und Russland zum Entgleisen zu bringen, sagten Vertreter beider Länder. Karlow habe sich sehr für diese Beziehungen eingesetzt, um die Krise zwischen beiden Ländern nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets im Grenzgebiet durch die Türkei zu überwinden, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.

Der UN-Sicherheitsrat sprach der Familie Karlows sein Beileid aus. Alle Formen des Terrorismus stellten eine schwerwiegende Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit dar, hieß es in einer Erklärung des Gremiums weiter.

Anschlag auf russischen Botschafter

Der Attentäter schrie: „Vergesst nicht Aleppo“

Anschlag auf russischen Botschafter: Der Attentäter schrie: „Vergesst nicht Aleppo“

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Kommentare (2)

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20.12.2016, 11:03 Uhr

Wahrscheinlich ist die Reaktion in Bestürzung und Betroffenheit ausgefallen.

Zumindest würden die Deutschen so reagieren.

Die Statements vom Blatt ablesen bringt Deutschland in den nächsten Jahren nicht weiter, wenn Terror und Angst sich manifestieren.

Die Rede der Kanlerin wirkt wie eine Predigt vom Blatt abgelesen eben live im Ntv.

Frau Lana Ebsel

20.12.2016, 12:54 Uhr

Allmählich beschleicht einen der Gedanke, so könnte es einmal in den Geschichtsbüchern stehen, wie der 1.christlich-islamische Weltkrieg begann.

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