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13.08.2012

22:23 Uhr

Diskussion um Flugverbotszone

Syrische Rebellen wollen Kampfjet abgeschossen haben

Syrische Rebellen melden den Abschuss eines Kampfjets und die Festnahme des Piloten. Die Regierung spricht lediglich von einer technischen Panne. Ein Video über mögliche Gewalttaten der Rebellen sorgt für Zündstoff.

Ein Standbild eines vom Shaam News network (SNN) verbreitete Video zeigt beschädigte Gebäude im syrischen Homs. dpa

Ein Standbild eines vom Shaam News network (SNN) verbreitete Video zeigt beschädigte Gebäude im syrischen Homs.

DamaskusDie syrischen Rebellen haben nach eigenen Angaben erstmals einen Kampfjet der syrischen Armee abgeschossen und den Piloten gefangen genommen. Der Sprecher der Freien Syrischen Armee, Kassem Saadeddin, sagte am Montag, das Flugzeug sei in der ostsyrischen Region Deir Essor abgeschossen worden. Unterdessen brachten Video-Aufzeichnungen von in Syrien begangenen Grausamkeiten die Aufständischen in Misskredit.

In einem von Rebellen veröffentlichten Video zu dem Kampfjet stellt sich ein Mann als Pilot Mufid Mohammed Suleiman vor und erklärt, er habe den Auftrag gehabt, die Stadt Muhasen in Deir Essor anzugreifen. Er habe sich aus der Maschine retten können. Von den Rebellen werde er gut behandelt. In dem Video ist auch eine beschädigte Maschine zu sehen.

Der Chef der Arfad-Mohammed-Brigade, der sich in dem Video Abul Laith nennt, erklärte, der Pilot werde „gemäß unserer Religion, unser Moral und der Genfer Konventionen“ behandelt. Saadeddin erklärte indirekt, dass es sich bei dem Piloten um einen Alawiten handle, der schiitischen Minderheit, der auch Präsident Baschar al-Assad angehört. Suleiman sei ein Feind der Revolution. Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete vom Verlust eines Kampfjets, sprach jedoch von einer Panne.

Den Angaben syrischer Rebellen zufolge soll ein Amateurvideo (hier ein Standbild daraus) den Abschuss eines syrischen Kampfflugzeugs belegen. dapd

Den Angaben syrischer Rebellen zufolge soll ein Amateurvideo (hier ein Standbild daraus) den Abschuss eines syrischen Kampfflugzeugs belegen.

Die Rebellen sorgten unterdessen mit in Internet-Videos zu sehenden Grausamkeiten für Kritik. Zu sehen ist unter anderem, wie einem gefesselten Mann mit verbundenen Augen die Kehle durchgeschnitten wird und von einem Dach die Leichen mutmaßlicher regierungstreuer Kämpfer geworfen werden. „Wenn sich diese Videos als echt herausstellen, werden die Grausamkeiten der Revolution schaden“, sagte der Direktor der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London, Rami Abdel Rahman.

Die syrische Armee drang laut der Beobachtungsstelle am Montag mit Panzern in den Stadtteil Seif al-Daula in Aleppo ein, der von den Rebellen gehalten werde. In Damaskus beschoss die Armee Viertel im Süden und nahm erstmals in der Altstadt Razzien vor. Laut der Beobachtungsstelle wurden bei den landesweiten Kämpfen am Montag 103 Menschen getötet.

Die Rebellen forderten von der internationalen Gemeinschaft Flugverbotszonen. Die USA erklärten am Montag laut einem Regierungssprecher, "keine Möglichkeit" auszuschließen, um den Rücktritt von Assad zu erreichen. Derweil lief der syrische Vertreter beim UN-Menschenrechtsrat, Danny al-Baadsch, zur Opposition über.

Zu Beratungen zum Syrien-Konflikt kommen am Dienstag die Staats- und Regierungschefs von 57 islamischen Staaten im saudi-arabischen Mekka zusammen. Wegen der anhaltenden Gewalt soll dabei Syrien aus der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) ausgeschlossen werden. Darauf einigten sich die Außenminister vorab, wie am Montag aus OIC-Kreisen verlautete. „Die Sitzung ist zuende. Die Minister haben die Resolutionen angenommen, auch den Ausschluss Syriens“, sagte eine Person aus der OIC. Früheren Angaben eines Diplomaten zufolge soll dies am Mittwoch auf dem Gipfeltreffen in der saudiarabischen Stadt Mekka besiegelt werden.

Etwa 60.000 Syrer sind inzwischen in die Türkei geflohen, etwa 140.000 nach Jordanien. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) sagte bei einem Besuch in dem Land Hilfen von zehn Millionen Euro zu. Am Dienstag reist UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos nach Syrien.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

14.08.2012, 02:51 Uhr

Die Kämpfe in Syrien werden erst aufhören, wenn Syrien unter NATO-Kontrolle ist.

Syrien ist von strategischer Bedeutung für den Krieg gegen den Iran. Bevor Syrien nicht unter Kontrolle ist, wird es keine Krieg im Iran geben.

ulrich1947

14.08.2012, 06:28 Uhr

der kampfjet wurde bestimmt mit einem sturmgewehr abgeschossen ,unsere medien erzaehlen doch unaufhoerlich das die rebellen (vorher freiheitskaemper genannt) nur leichte waffen besitzen.

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