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06.08.2013

14:37 Uhr

DIW-Chef Fratzscher

Griechenland braucht weiteren Schuldenschnitt

Das Krisenland Griechenland ist aus den Schlagzeilen verschwunden. Das wird sich bald ändern, betont DIW-Chef Fratzscher. Denn er erwartet einen neuen Schuldenschnitt – mitsamt Milliardenbelastung für denSteuerzahler.

Ökonom Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW): Es sei deutlich, dass die griechische Regierung nicht in der Lage sei, wichtige Reformen durchzuführen. dpa

Ökonom Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW): Es sei deutlich, dass die griechische Regierung nicht in der Lage sei, wichtige Reformen durchzuführen.

FrankfurtDIW-Präsident Marcel Fratzscher rechnet fest mit einem weiteren Schuldenerlass für das krisengeplagte Griechenland. „Es ist klar, dass Griechenland früher oder später einen weiteren Schuldenschnitt brauchen wird“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW/Berlin) der dpa.

Es sei deutlich, dass die griechische Regierung immer noch nicht in der Lage ist, viele der wichtigen Reformen durchzuführen. Das gelte etwa für die Themen Privatisierung und Steuereinnahmen: „Man wird einige der gesetzten Ziele nicht erreichen.“ Das Thema komme spätestens zum Jahresende mit der nächsten Finanzierungslücke auf den Tisch.

Anders als beim ersten Schuldenschnitt im März 2012 dürften nach Fratzschers Überzeugung dieses Mal auch öffentliche Kreditgeber Geld verlieren: „Denn private Gläubiger gibt es kaum mehr.“

Fratzscher schätzt, dass bis zur Hälfte der griechischen Staatsschulden früher oder später in einer oder der anderen Form abgeschrieben werden müssen. In welcher Größenordnung das Deutschland und damit die Steuerzahler treffen wird, sei schwer zu sagen. Aber Deutschland stehe mit 27 Prozent der Eurozonen-Kredite in der Schuld. Im Frankfurter Wirtschaftspresseclub ICFW sagte Fratzscher am Montagabend: „Es ist ein zweistelliger Milliardenbetrag über die nächsten Jahre, der auf Deutschland zukommen wird.“

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) kaufte von Mai 2010 an Hellas-Staatsanleihen. Ob die Notenbank anders als beim ersten Mal an einem zweiten Schuldenschnitt beteiligt werde, sei eine schwierige Frage, sagte Fratzscher: „Die EZB hat vorrangigen Gläubiger-Status. Aber das kann man sicher lösen, zum Beispiel indem die EZB die Anleihen an den (europäischen Rettungsfonds) ESM weitergibt.“

Um Begehrlichkeiten bei anderen Euro-Krisenländern wie Portugal oder Irland zu vermeiden, müsse der Schuldenschnitt allmählich ablaufen. So könnten Laufzeiten verlängert oder Zinsen gesenkt werden, statt von Schuldenschnitt werde man von Umschuldung sprechen. Zudem seien strenge Bedingungen notwendig, um den Reformdruck aufrecht zu halten: „Ich glaube nicht, dass es einen großen Appetit dafür gibt, diesen Schuldenschnitt schnell zu machen.“

Von

dpa

Kommentare (8)

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Wegweiser

06.08.2013, 15:03 Uhr

Nach den Aussagen von Herrn S. aus Berlin-Mitte braucht Griechenland keinen weiteren Schuldenschnitt. Es muss nur die vereinbarten und abgesprochenen Reformvorhaben durchführen. Wir sind auf einem guten Weg und Deutschland hat nur vom Euro profitiert.

Griechenland hat einen realen Abwertungsbedarf von bis zu 45%, ist innerhalb der Eurozone in keinster Weise eigenständig existenz- und überlebenfähig, die eigene volkswirtschaftliche Basis erodiert völlig, die Verschuldung ist immer noch viel zu hoch, der öffentlich Sektor gemessen am BIP und an der Einwohnerzahl viel zu hoch und viele zugesagten Reformvorhaben sind noch nicht einmal ansatzweise umgesetzt worden. Daneben nutzt die griechische Nationalbank ELA in einem erheblichen Umfang.

NACH der BTW kommt der zweite Schuldenschnitt, weitere Hilfen sind absehbar, leider nicht nur bei Griechenland. Und WIR dürfen uns hier schon einmal auf weitere, erhebliche Belastungen einstellen, der Niedrigstzins ist da nur eine Komponente (bei astronomisch hohen Dispozinsen und Kontoführungsgebühren).

Also, am 22. September die Konsequenzen ziehen. Sonst wird es NACH dem 22. September äußerst bitter und hart. Für UNS HIER!

elly

06.08.2013, 15:17 Uhr

Das mit dem Schuldenschnitt kommt so sicher wie das Amen in der Kirche!

Nur mit dem dummen kleinen Michel, der der Bild-Zeitung jeden Käs abnimmt, sogar, dass ihm die Grünen sein Fleisch nicht gönnen, der merkt es erst wenn bei ihm noch weniger hängen bleibt!
Belogen wird man von hinten bis vorne und das noch mit einem dreisten Merkel-Lachen, mir ist Spei....

Aber Mutti hat uns doch so gut durch diese Krise gebracht. Ja und wie sie den anderen Staaten entgegentritt und kämpft! Ach toll!!!! So denken leider zu viele hier im Lande!

Account gelöscht!

06.08.2013, 15:22 Uhr

Kein Geld für Griechenland solange Reparationsforderungen anstehen!

Zudem hat Griechenland Gasfelder:

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/die-krise-in-griechenland-und-verborgene-oelkriege.html

Israel fördert bereits (Artikel enthält Karten zu den Feldern des gesamten Östlichen Mittelmeers

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/israels-energiepolitische-gesamtstrategie-wird-erkennbar.html

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