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09.03.2017

15:06 Uhr

Dokumente bei Wikileaks

FBI sucht das CIA-Leck

Die CIA vermutet einen Insider hinter der Veröffentlichung geheimer Hacking-Werkzeuge, das FBI will wenn nötig über tausend Verdächtige verhören. Die US-Regierung sieht eine Gefahr für die Sicherheit des Landes.

Neue WikiLeaks-Enthüllung

CIA hackt Smartphones und Rechner

Neue WikiLeaks-Enthüllung: Neue WikiLeaks-Enthüllung: CIA hackt Smartphones und Rechner

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Nach der beispiellosen Enthüllung von Hacker-Werkzeugen der CIA gehen die Ermittler laut Medienberichten von einem Insider als Quelle aus. Die US-Bundespolizei FBI wolle jeden befragen, der Zugang zu den Unterlagen hatte, schrieb die „New York Times“ in der Nacht zum Donnerstag.

Das könnten mehrere hundert oder auch über tausend Personen sein, hieß es unter Berufung auf Ermittlerkreise. Bisher würden weder eingeweihte externe Mitarbeiter, noch direkte Beschäftigte der CIA als undichte Stelle ausgeschlossen. Der Leak sei aber nach Ansicht der Ermittler nicht das Werk eines feindlichen Staates gewesen.

Wikileaks hatte am Dienstag mehr als 8000 Dokumente veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die CIA eine eigene Programmiertruppe aufgebaut hatte, um systematisch Sicherheitslücken und Schwachstellen in Smartphones, Computern wie auch Fernsehgeräten und Telefonanlagen auszunutzen und auf diese Weise Verdächtige gezielt auszuspähen. Nach Darstellung von Wikileaks agieren Hacker der CIA auch von Frankfurt aus.

Die US-Regierung will die Echtheit der Dokumente weder bestätigen noch dementieren. Experten halten sie aber für glaubwürdig. Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, sagte am Mittwoch: „Dies ist die Art von Enthüllung, die unser Land, unsere Sicherheit und unser Wohlergehen untergräbt.“ US-Präsident Donald Trump wollte am Donnerstag mit CIA-Direktor Mike Pompeo und Heimatschutzminister John Kelly zusammentreffen.

Trump hatte in der heißen Phase des Wahlkampfs im vergangenen Herbst von der Veröffentlichung interner E-Mails der Demokratischen Partei bei Wikileaks profitiert, weil dies seiner Rivalin Hillary Clinton massiv schadete. Hinter dem damaligen Datendiebstahl vermuteten US-Behörden Hacker mit Verbindung zu russischen Geheimdiensten. Die jetzt von der Veröffentlichung betroffene CIA-Abteilung ist auch an der Untersuchung der Verbindungen von Trumps Entourage zu Russland beteiligt.

Als Konsequenz aus der Wikileaks-Veröffentlichung unterbrach die CIA den Angaben zufolge einige Projekte, während sie den entstandenen Schaden einzuschätzen und einzudämmen versuchte. Die Enthüllungen „statten unsere Widersacher mit Werkzeugen und Informationen aus, um uns Schaden zuzufügen“, zitierte die Zeitung einen CIA-Sprecher. Die Agentur dürfe Menschen in den USA nicht ausspionieren und tue das auch nicht.

Kommentare (5)

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Herr Andreas Kertscher

09.03.2017, 10:28 Uhr

Wenn die CIA nur Ausländer überwacht, warum teilveröffentlicht sie dann Gespräche vom Amerikaner Flynn? Und offensichtlich hat dieser keine Straftat begangen, sonst wäre er verhaftet worden. Und der russische Botschafter hat ebenfalls nichts gemacht, sonst wäre er ausgewiesen worden. Offensichtlich ging es hier nur gegen Trump und seine Mitarbeiter mit Hilfe des CIA.

Frau Annette Bollmohr

09.03.2017, 10:49 Uhr

"Die US-Behörden vermuten die Quelle der am Dienstag veröffentlichten Dokumente in den eigenen Reihen"

Trau' nicht, schau nicht, wem.

Ätzend.

Wie wär's mal mit einem Befreiungsschlag?

G. Nampf

09.03.2017, 10:59 Uhr

"Das FBI will nun hunderte Menschen verhören, die Zugang zu den Daten hatten. "

Egal, die Büchse der Pandora ist weit offen


Gott sei Dank wird es immer wieder Helden wie Snowden geben, die unseren "Sicherheits"behörden die freundliche Maske vom Gesicht ziehen.

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