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19.02.2017

10:05 Uhr

Donald Trump

Kleinkrieg mit der Rechtschreibung

US-Präsident Trump ist nur kurz im Amt, doch fällt auf: Seine Tweets und Nachrichten aus dem Weißen Haus haben viele Rechtschreibfehler. Das sind peinliche Patzer – können aber auch ein echtes Problem darstellen.

Manche Tweets des US-Präsidenten sind gar nicht mal so super. dpa

Donald Trump

Manche Tweets des US-Präsidenten sind gar nicht mal so super.

WashingtonEs ist Zeit, Rechtschreibung wieder großartig zu machen – angepasst an US-Präsident Donald Trumps Motto „Make America Great Again“. Trump hatte schon im Wahlkampf ständig falsch geschriebene Wörter verbreitet – und diese mehren sich nun auch im Weißen Haus. An seinem ersten vollen Tag im Amt schrieb er bei Twitter, er fühle sich geehrt, dem Land als 45. Präsident dienen zu dürfen – doch schrieb er „honered“ statt des korrekten englischen Worts „honored“.

Der Begriff hatte ihm schon Wahlkampf Probleme bereitet. Damals postete er, es sei eine „honer“ (Ehre, richtig: honor), die Umfragen nach den Fernsehdebatten gewonnen zu haben.

Das sind Trumps Kommunikatoren

Komplexer Kommunikationsapparat

US-Präsident Donald Trump hat im Weißen Haus einen komplexen Kommunikationsapparat zur Verfügung. Nach der Amtsübernahme ist eine genaue Struktur noch nicht klar, aber einige Figuren ragen heraus.

Sean Spicer (45)

Sprecher des Weißen Hauses, früher Sprecher der Republikaner. Er gehört zu denen, die den unmittelbarsten Kontakt zu Medienvertretern haben, fast täglich. Versuchte nach einem Auftritt mit mehreren nachgewiesenen Lügen die Wogen zu glätten. Soll die Politik des Präsidenten erklären. Sein Verhältnis zu Medien und seine Auffassung der Rollen sind noch nicht klar definiert.

Kellyanne Conway (50)

Ursprünglich Meinungsforscherin, jetzt als offizielle Beraterin des Präsidenten gewiefte Vertreterin der Abteilung Attacke. Deutet und verteidigt Trump mit fast maschineller Beharrlichkeit. Schwer zu greifen. Sehr präsent in Talkshows. Gibt den Tagen oft durch morgendliche Auftritte einen Spin mit. War eine der entscheidenden Figuren für Trumps Wahlsieg.

Stephen Bannon (63)

Der Mann für die langen Linien. Ehemaliger Banker, Chef der stramm konservativen Webseite Breitbart, firmiert als Chefstratege. Wird als blitzgescheiter Mann ohne viele Skrupel beschrieben. Kritiker sagen, er solle Trump weiter ein rechtskonservatives Spektrum erschließen. Ist sichtbar, aber meist eher im Hintergrund. Soll Mitautor von Trumps Antrittsrede sein.

Hope Hicks (28)

Offizieller Titel „Direktorin für strategische Kommunikation“. In Trumps innerstem Kreis die einzige Frau, die nicht zur Familie gehört. Wirkt fast ausschließlich hinter den Kulissen, ist Trump angeblich in gusseiserner Treue verbunden. Arbeitete vorher für seine Firma und seine Tochter Ivanka. Hat angeblich das Ohr des Präsidenten, Journalisten sehen in ihr einen möglichen Zugang zu ihm.

Dan Scavino (geb. 1976)

Verantwortet im Weißen Haus den Bereich Social Media – für Trump von besonderer Bedeutung. Hat auch den präsidialen Twitter-Account @POTUS unter sich. Managte einen von Trumps Golfclubs, verantwortete 2016 die sozialen Medien Trumps im Wahlkampf.

Stephen Miller (31 oder 32)

Politikberater im Weißen Haus. Bevor er in Trumps Wahlkampfteam kam, arbeitete er für den US-Justizminister Jeff Sessions. Jüdischen Glaubens. Wird als ultrakonservativ beschrieben, ist angeblich mit Richard Spencer befreundet, dem Anführer der so genannten „Alt Right“-Bewegung, einer Gruppierung von Rechtsextremen. Soll mit Bannon die Antrittsrede Trumps geschrieben haben.

Quelle: dpa

Aber auch auf weitaus ernsthafterem Gebiet sind schon Fehler passiert: Als ersten offiziellen ausländischen Staatsgast empfing Trump im Januar Theresa May. Im Terminkalender des Weißen Hauses wurde zwei Mal auf die britische Premierministerin mit dem Namen Teresa May verwiesen. Ihr Vorname aber schreibt sich mit h. Peinlich: Eine Teresa May ist britisches Oben-ohne-Model und Pornostar. Noch peinlicher: Dem Büro von US-Vizepräsident Mike Pence unterlief der gleiche Fehler.

Um fair zu bleiben: es gelang selbst der britischen Botschaft in Washington einen Monat zuvor nicht, den Namen ihrer Premierministerin korrekt aufzuschreiben. Und auch die Nachrichtenagentur AP hat sich bei May schon solchen Pfusch geleistet.

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Eine ganze Serie von Rechtschreibpatzern hat das Weiße Haus auch in diesem Monat geliefert, etwa als es eine Liste mit 78 Terroranschlägen veröffentlichte, über die die Medien angeblich nicht ausreichend berichtet hätten. Alleine das Wort Angreifer – attacker – wurde 27 Mal falsch geschrieben: „attaker“. Der Ort eines Anschlags, San Bernardino, wurde als „San Bernadino“ ohne r bezeichnet. Und Dänemark hieß plötzlich „Denmakr“.

Auch beim Land Kolumbien trat das Weiße Haus ins Fettnäpfchen. Statt Colombia wurde in einer Pressemitteilung am Montag von „Columbia“ gesprochen. Und am Wochenende hatte der US-Präsident getwittert, er habe Golf mit dem japanischen Ministerpräsident gespielt. Auch hier wieder ein Fehler – „playef golf“ statt „played golf“ – was wohl daran liegt, dass d und f auf der Tastatur nebeneinander stehen. Der Tweet wurde schnell gelöscht und mit korrekter Rechtschreibung erneut herausgegeben.

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