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11.12.2015

14:17 Uhr

Donald Trump

Partner in muslimischen Ländern gehen auf Distanz

Donald Trump will keine Muslime mehr in die USA lassen. Seine islamfeindlichen Anschuldigungen sorgen nicht nur in der Politik für Empörung. Der US-Immobilienunternehmer hat auch viel Geschäftspartner verärgert.

Skandal-Politiker

Umstrittene Forderung: Trump will Einreise-Stopp für alle Muslime

Skandal-Politiker: Umstrittene Forderung: Trump will Einreise-Stopp für alle Muslime

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DubaiMit seiner Forderung nach einem Einreisestopp für Muslime verstört der US-Republikaner Donald Trump seine Geschäftspartner in islamischen Ländern. Der Chef der Trump Towers in Istanbul, Bülent Kural, verurteilte die Äußerung des Präsidentschaftsbewerbers und erklärte, die Partnerschaft mit Trump werde auf den Prüfstand gestellt.

Der US-Immobilienunternehmer ist nicht Eigentümer des Einkaufs- und Geschäftszentrum in der türkischen Metropole, lässt sie aber gegen Lizenzgebühren seinen Namen nutzen. Kural warf Trump vor, entweder keine Ahnung vom Islam zu haben oder die Religionsfrage für einen kleinen politischen Gewinn zu missbrauchen. „Wir prüfen die rechtliche Dimension unserer Beziehungen zur Marke Trump“, heißt es in seiner Stellungnahme vom späten Donnerstagabend.

Fahrplan bis zur Präsidentschaftswahl 2016

Die Ausgangssituation

Im November 2016 wählen die USA den Nachfolger von Präsident Barack Obama. Während bei Obamas Demokraten die frühere Außenministerin und ehemalige First Lady Hillary Clinton als große Favoritin für die Kandidatur gilt, zeichnet sich bei den Republikanern ein spannendes Nominierungsrennen ab.

Erstes Abtasten der Bewerber

Bei Demokraten und Republikanern hat das Rennen um das Weiße Haus in den vergangenen Monaten Fahrt aufgenommen. Die Bewerber sammelten Spenden, reisten zu Kundgebungen quer durch das Land und traten in parteiinternen TV-Debatten gegeneinander an. Die Präsidentschaftsanwärter konzentrieren sich vor allem darauf, die Basis der eigenen Partei von sich zu überzeugen.

Vorentscheidung beim Super-Dienstag

Am 1. Februar finden traditionell im ländlich geprägten Bundesstaat Iowa im Mittleren Westen die ersten Vorwahlen statt, gefolgt von den Abstimmungen in New Hampshire am 9. Februar. Die Ergebnisse aus Iowa: Bei den Demokraten lag Hillary Clinton hauchdünn vor Bernie Sanders, die Republikaner sehen Ted Cruz vor Milliardär Donald Trump.

Nach und nach stellen sich die republikanischen und demokratischen Bewerber in allen 50 Bundesstaaten dem Votum der Wähler. Die Abstimmungen ziehen sich bis in den Juni, meist stehen die Mehrheitsverhältnisse aber schon vorher fest. Eine Vorentscheidung könnte beim sogenannten Super-Dienstag am 1. März fallen, wenn 13 Bundesstaaten gleichzeitig abstimmen.

„Primary“- und „Caucus“-System

Bei manchen Vorwahlen dürfen nur registrierte Parteimitglieder teilnehmen, andere sind offen für alle Wahlberechtigten. Unterschieden wird je nach Bundesstaat auch zwischen dem „Primary“-System, bei dem Bürger den ganzen Tag ihre Stimme in einem Wahllokal abgeben können, und dem „Caucus“-System, bei dem sich Parteimitglieder zu abendlichen Diskussionsrunden auf Ortsebene treffen und dabei abstimmen.

Kandidatenkür bei den Parteitagen

Abschluss des Vorwahlprozesses sind die sogenannten Conventions, bei denen Delegierte aus allen Bundesstaaten den Kandidaten ihrer Partei ins Rennen schicken. Die Zahl der Vertreter, die jeder Staat entsenden darf, wird durch eine komplizierte Formel festgelegt und hängt vor allem von seiner Bevölkerungsstärke ab. Die meisten Delegierten sind an die Vorwahlergebnisse aus ihrem Heimatstaat gebunden.

Die Republikaner halten ihre Convention vom 18. bis 21. Juli in Cleveland im Bundesstaat Ohio ab. Der Nominierungsparteitag der Demokraten findet vom 25. bis 28. Juli in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania statt.

Heiße Wahlkampfphase

Im Herbst 2016 liegen die entscheidenden Wochen des Wahlkampfes. Fast täglich erscheinen neue Umfrageergebnisse, mit denen Republikaner und Demokraten ihre Chancen abschätzen können. In drei Fernsehduellen am 26. September, 9. Oktober und 19. Oktober debattieren die Kandidaten innen- und außenpolitische Themen, während die Bevölkerung in besonders umkämpften Bundesstaaten wie Florida oder Ohio mit Wahlwerbespots überschwemmt wird. Beide Parteien sind auf der Hut vor einem „October Surprise“ – einem unerwarteten Ereignis im Oktober, das dem Präsidentschaftsrennen eine neue Dynamik geben könnte.

In Dubai wurde bis Freitagfrüh ein riesiges Plakat des US-Milliardärs auf einem Golfplatz entfernt. Auch ein Bild von Trumps Tochter Ivanka verschwand.

Trump hatte jahrelang versucht, Geschäftsbeziehungen im Nahen Osten aufzubauen, vor allem am Golf und im Emirat Dubai. Seine Wahlkampfforderung, keine Muslime mehr in die USA einreisen zu lassen, hatte viele in der Region jedoch empört.

Vor wenigen Tagen hatte die Landmark Group in Dubai bereits alle Trump-Produkte für Hausdekorationen aus dem Verkaufssortiment ihrer 180 Lifestyle-Läden genommen.

Von

ap

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