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08.06.2016

02:01 Uhr

Donald Trump

Rassismusvorwurf aus der eigenen Partei

Trumps Kritik an Bundesrichter Gonzalo Curiel sorgt in den eigenen Reihen für Ärger. Für den Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Paul Ryan, sind die Äußerungen rassistisch - unterstützen will er Trump aber weiter.

„Absolut unentschuldbar“: Der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Paul Ryan, über Trumps Äußerungen. AP

Paul Ryan

„Absolut unentschuldbar“: Der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Paul Ryan, über Trumps Äußerungen.

WashingtonNach seiner Attacke auf einen US-Bundesrichter mexikanischer Herkunft sieht sich der voraussichtliche republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump massiver Kritik auch aus dem eigenen Lager ausgesetzt. Der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Paul Ryan, nannte die Äußerungen des Rechtspopulisten am Dienstag rassistisch und "absolut unentschuldbar". Trump selber erklärte, seine Bemerkungen seien "missdeutet" worden.

Der Immobilienmilliardär hatte Bundesrichter Gonzalo Curiel angegriffen, der ein Verfahren gegen eine einstmals von Trump betriebene "Universität" leitet. Trump warf dem Richter Voreingenommenheit vor, da er mexikanische Eltern hat. Der Geschäftsmann plädiert im Wahlkampf dafür, rund elf Millionen Einwanderer ohne Aufenthaltstitel auszuweisen und zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung eine durchgehende Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen.

Ryan sagte dazu: "Zu behaupten, dass jemand seine Arbeit aufgrund seiner ethnischen Herkunft nicht richtig machen kann, ist ein Paradebeispiel für Rassismus." Gleichwohl blieb der höchste Amtsträger der Republikaner im Namen der "Einigkeit" der Partei bei seiner Unterstützung für Trump, der bei einem Parteitag im Juli offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden soll.

Es sei "wahrscheinlicher", dass die Agenda der Republikaner mit Trump umgesetzt werde als unter seiner mutmaßlichen Rivalin Hillary Clinton, sagte Ryan zur Begründung. Der mächtige Sprecher des Repräsentantenhauses in Washington hatte mehrere Wochen gezögert, Trump seine Unterstützung auszusprechen, und dies dann erst vergangene Woche getan. Seine harte Kritik an Trumps Äußerungen über den Richter illustriert allerdings, dass Ryans Rückhalt für den Rechtspopulisten nicht vorbehaltlos ist.

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