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22.07.2015

20:13 Uhr

Donald Trump

Wie tickt der Randale-Kandidat?

VonAxel Postinett

Er ist ruppig, ausfallend, beleidigend und kokettiert mit seinem Reichtum. Donald Trump ist das Enfant Terrible des US-Vorwahlkampfs. Doch die republikanische Partei hat keine andere Wahl: Sie muss an ihm festhalten.

Verbaler Angriff

Trump: „McCain ist kein Kriegsheld“

Verbaler Angriff: Trump: „McCain ist kein Kriegsheld“

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San FranciscoAnfang der Woche war Senator Lindsey Graham dran: Auf einer Wahlveranstaltung in South Carolina arbeitete sich der Immobilien-Tycoon Donald Trump an dem Freund und Unterstützer von Senator John McCain ab. Dem hatte Trump am Tag zuvor abgesprochen ein Kriegsheld zu sein. Graham hatte Trump daraufhin „jackass“ genannt, auf Deutsch: Idiot. Nun kartete „The Donald“, wie er mittlerweile genannt wird, zurück: Er verlas die private Handynummer des Senators auf offener Bühne und ermutigte seine Anhänger doch mal anzurufen und mit ihm zu plaudern. Denn reden sei das einzige, was Graham könne.

Von seiner Kritik an John McCain will Trump keinen Deut zurücknehmen. Er möge halt einfach diejenigen lieber, die sich nicht „gefangen nehmen lassen“, wie er beteuert. McCain war über Vietnam abgeschossen worden und über Jahre in Kriegsgefangenschaft gewesen. Trump hatte sich erfolgreich mit Attesten um jeden Militärdienst und damit auch Vietnam herumgedrückt.

Der Fahrplan bis zur Präsidentschaftswahl

Die Präsidentenwahl und ihr Prozedere

Mit der erwarteten Bewerbung von Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten nimmt der Wahlkampf 2016 in den USA weiter Form an. Bei den Republikanern hat unter anderem bereits der frühere Gouverneur des Bundesstaates Florida, Jeb Bush, sein Interesse bekundet. Der Weg zu den Wahlen im November 2016 ist aber noch lang. Informationen AFP

Erstes Abtasten

Bei Demokraten und Republikaner nimmt das Rennen um das Weiße Haus in diesem Jahr Fahrt auf. Im Ringen um die Kandidatur ihrer Partei sammeln die Bewerber Spenden, reisen zu Kundgebungen quer durch das Land und werden sich in ersten parteiinternen TV-Debatten messen. Die Präsidentschaftsanwärter konzentrieren sich zu diesem Zeitpunkt vor allem darauf, die Basis der eigenen Partei von sich zu überzeugen.

Basisdemokratie bei den Vorwahlen

Anfang 2016 beginnen die Vorwahlen, traditionell im ländlich geprägten Bundesstaat Iowa im Mittleren Westen. Nach und nach stellen sich die republikanischen und demokratischen Bewerber in allen 50 Bundesstaaten dem Votum der Wähler, um die Kandidatur ihrer Partei zu gewinnen. Bei manchen Vorwahlen dürfen nur registrierte Parteimitglieder teilnehmen, andere sind offen für alle Wahlberechtigten. Die Abstimmungen ziehen sich bis in den Frühsommer, meist stehen die Mehrheitsverhältnisse aber schon vorher fest. Favoriten kristallisieren sich oft nach dem sogenannten Super-Dienstag heraus, bei dem eine Reihe von Bundesstaaten gleichzeitig abstimmen.

Kandidatenkür

Abschluss des Vorwahlprozesses sind die sogenannten Conventions, bei denen Delegierte aus allen Bundesstaaten den Kandidaten ihrer Partei auf den Schild heben. Die Zahl der Vertreter, die jeder Staat entsenden darf, wird durch eine komplizierte Formel festgelegt und hängt vor allem von seiner Bevölkerungsstärke ab. Die meisten Delegierten sind an die Vorwahlergebnisse aus ihrem Heimatstaat gebunden. Die Republikaner halten ihre Convention Mitte Juli 2016 in Cleveland im Bundesstaat Ohio ab. Der Nominierungsparteitag der Demokraten findet eine Woche später in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania statt.

Die heiße Phase

Im Herbst 2016 liegen die entscheidenden Wochen des Wahlkampfes. Fast täglich erscheinen neue Umfrageergebnisse, mit denen Republikaner und Demokraten ihre Chancen abschätzen können. In Fernsehduellen debattieren die Kandidaten innen- und außenpolitische Themen, während die Bevölkerung in besonders umkämpften Bundesstaaten wie Florida oder Ohio mit Wahlwerbespots überschwemmt wird. Beide Parteien sind auf der Hut vor einer "October Surprise" - ein unerwartetes Ereignis im Oktober, das dem Präsidentschaftsrennen eine neue Dynamik geben könnte.

Tag der Entscheidung

Im Herbst 2016 liegen die entscheidenden Wochen des Wahlkampfes. Fast täglich erscheinen neue Umfrageergebnisse, mit denen Republikaner und Demokraten ihre Chancen abschätzen können. In Fernsehduellen debattieren die Kandidaten innen- und außenpolitische Themen, während die Bevölkerung in besonders umkämpften Bundesstaaten wie Florida oder Ohio mit Wahlwerbespots überschwemmt wird. Beide Parteien sind auf der Hut vor einer "October Surprise" - ein unerwartetes Ereignis im Oktober, das dem Präsidentschaftsrennen eine neue Dynamik geben könnte.

„The Donald“ zieht mittlerweile eine echte Blutspur der Beleidigungen hinter sich her. Nach seinen Ausfällen gegenüber illegalen Immigranten nahm er sich einen republikanischen Gegenkandidaten nach dem anderen vor. „Loser“, Verlierer, oder „total loser“ sind noch die freundlichsten Ausdrücke. Er ist praktisch auf einem Kriegszug gegen seine eigene Partei. Und die ist wehrlos.

Das Problem scheint dabei noch nicht einmal Trump selbst zu sein. Es sind die republikanischen Wähler. Sie stärken Trump in immer neuen Umfragen den Rücken. In einer Umfrage von CNN rangiert Trump Anfang Juli bei republikanischen Wählern mit zwölf Prozent in der Popularität nur noch hinter dem Präsidentschaftskandidaten Jeb Bush mit 19 Prozent.

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Im Mai lag er noch abgeschlagen bei unter drei Prozent. Letzte Umfragen zum Wochenende sahen ihn sogar bei fast 24 Prozent. In einer Rangliste von Real Clear Politics, die mehrere Umfragen zusammenfasst, liegt Trump mit 18 Prozent Beliebtheit klar vor Jeb Bush mit 13,8 Prozent und Scott Walker mit 10,8 Prozent.

Die rapide steigende Beliebtheit in Umfragen bringt auch die großen TV-Sender in Bedrängnis. Sie haben angekündigt, in den großen TV-Debatten nur die ersten zehn Kandidaten nach Beliebtheit einzuladen. Trump, im Mai noch nicht dabei, ist jetzt garantiert dabei. Er ist schlicht die Rampensau des US-Wahlkampfs, gestählt in zahlreichen TV-Auftritten und durch eigene TV-Shows. Er wäre nicht der erste Entertainer, der den Sprung in die große Politik wagt und auch Erfolg hat. Ronald Reagan war Schauspieler und Präsident, Arnold Schwarzenegger brachte es bis zum Gouverneur von Kalifornien.

Kommentare (3)

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Herr Fritz Yoski

22.07.2015, 20:54 Uhr

Ekelhafter Typ der Donald, aber immer noch besser als Hillary. Zumindest haelt er wenig von Kriegen im krassen Gegensatz zu Graham, McCain oder Hillary Clinton.

Herr Edmund Stoiber

22.07.2015, 20:56 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

24.07.2015, 17:15 Uhr

Trump weiß, daß er klotzen muß, um medial aufzufallen - und es gelingt ihm recht zuverlässig.

Da er selber in der Lage ist, den Wahlkampf zu finanzieren, braucht er weder Partei- noch sonstige Zustimmung. Er benötigt nur die Wähler und darauf kommt es schließlich an - sonst nichts.
Notfalls gründet er halt die eigene Partei oder geht solo in die Offensive.

Solange er weiß, was er will, kann er kaum scheitern.

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