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16.06.2015

20:53 Uhr

Donald Trump will US-Präsident werden

Die politische Dampfwalze rollt an

VonAxel Postinett

Er ist das komplette Gegenteil des eloquenten Jeb Bush. Der exzentrische Milliardär Donald Trump will US-Präsident werden. Und er sagt vorsorglich schon mal der halben Welt den Kampf an. Gefangene hat er nie gemacht.

Mehr US-Flaggen als Jeb Bush. Reuters

Donald Trump

Mehr US-Flaggen als Jeb Bush.

Los AngelesAuf unnötige Höflichkeiten verschwendet er keine Minute. Das war nie seine Art. Keine martialische Musik begleitet seinen Weg im Aufzug nach unten ins Foyer, keine Lobesredner kündigen ihn langatmig an: Wie ein wildgewordener Bulle im Rodeo stürmt Donald Trump am Dienstagmorgen an das Rednerpult und geht auf alles und jeden los. Kein Stereotyp ist zu abgegriffen, kein Rassenvorurteil zu niedrig: „Amerika ist der Müllabladeplatz für die Probleme der Welt“, tönt der Immobilien-Tycoon in der Lobby des Trump-Towers in New York City.

Gefährlicher Angreifer im politischen Zirkus oder lächerlicher Politclown ohne Chancen? Die Meinungen gehen extrem auseinander, wenn es um Trump geht. Bald wird Amerika es wissen. Denn er hat seine offizielle Kandidatur für den Präsidentschaftskandidaten der Republikaner abgegeben.

Amerika braucht einen eisenharten Führer, das ist für ihn klar. Und das ist er. Wann habe Amerika zum letzten mal gegen China oder Japan in irgendwas gewonnen? fragt er am Dienstagmorgen rhetorisch in die Runde. Mexiko „ist unser Feind“, randaliert er. Und China auch. Und Japan. Die wahre Arbeitslosigkeit in den USA liege „zwischen 18 und 21 Prozent“. Niemand solle sich von den offiziellen Zahlen blenden lassen. Washington und die anderen Kandidaten seien schlicht beherrscht von Lobbyisten.

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Donald Trump ist der Joker im Rennen um die Präsidentschaft 2016. Nicht, weil er genügend politische Erfahrung hat. Im Gegenteil. Aber genau das macht den TV-bekannten Immobilienhai und Reality-Showstar so gefährlich.

Kandidaten aus dem Abseits haben immer wieder die Wahlen entschieden, selbst wenn sie nicht gewonnen haben. Der exzentrische Milliardär Ross Perot torpedierte als Unabhängiger 1992 beinahe den Sieg von Bill Clinton, weil er den Demokraten so viele Stimmen wegnahm, dass sich George Bush hätte durchsetzen können. Der parteilose Senator Bernie Sanders könnte auf die gleiche Weise 2016 Hillary Clintons Zug ins Weiße Haus entgleisen lassen. Trump könnte Kandidat Jeb Bush als unterschätzte Überraschung aus dem Off so zerstören, wie es 2008 Barack Obama mit einer viel zu früh siegessicheren Hillary Clinton 2008 vorexistiert hat.

Die Medien jedenfalls sind begeistert. Trump ist populistisch, Moderator einer Reality-Show auf NBC, und er ist ein Beißer. In den kommenden Fragerunden mit anderen Kandidaten wird er jeden Kontrahenten mit seiner geballten Medienerfahrung frontal angehen. NBC teilte am Dienstag mit, er werde seine Rolle als Moderator der TV-Show „überdenken“. Er präsentiert die fundamentale Fraktion der Republikaner.

Kommentare (1)

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Herr Holger Narrog

17.06.2015, 07:54 Uhr

Im Vergleich zu dem Linken Ökologen Obama ist sowohl Bush, als auch Trump eine Erlösung.

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