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09.07.2014

11:51 Uhr

Doppel-Agenten-Affäre

CIA-Chef telefoniert mit Kanzleramt

Der transatlantische Spionageskandal empört Deutschland: Die CIA soll hinter der Affäre um einen BND-Doppelagenten stecken. Dafür spricht, dass sich CIA-Chef Brennan nun mit dem Kanzleramt in Verbindung setzt.

CIA-Hauptquartiers in Langley, Washington: Der Geheimdienst soll sich telefonisch beim Kanzleramt gemeldet haben. dpa

CIA-Hauptquartiers in Langley, Washington: Der Geheimdienst soll sich telefonisch beim Kanzleramt gemeldet haben.

BerlinWegen der Spionageaffäre beim Bundesnachrichtendienst ist der Chef des US-Geheimdienstes CIA, John Brennan, nach Informationen von „Spiegel Online“ in Kontakt mit dem Kanzleramt getreten. Er habe mit Geheimdienstkoordinator Klaus-Peter Fritsche telefoniert, um den Schaden in der Affäre zu begrenzen. Über den Inhalt des Gesprächs hüllten sich beide Seiten in Schweigen, berichtete „Spiegel Online“ am Mittwoch.

Für die CIA soll der in der vergangenen Woche festgenommene BND-Mitarbeiter tätig gewesen sein. Er steht im Verdacht, innerhalb von zwei Jahren 218 Dokumente für 25 000 Euro an US-Geheimdienste verkauft zu haben.

Wie die NSA das Internet überwacht

Immer neue Enthüllungen

Seit Sommer 2013 kommen immer neue Details über Spionageaktivitäten von Geheimdiensten im Internet ans Licht. Sie basieren auf Dokumenten, die der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden an Journalisten übergab. Ein Überblick über die zentralen Erkenntnisse.

Prism

Prism: Der Name stand zunächst für die gesamte Affäre, umfasst aber nur einen Teil des Repertoires der NSA. Über Prism hat der Überwachungsdienst Zugriff auf Nutzerdaten großer US-Internetfirmen, darunter Google, Yahoo, Microsoft und Facebook. Ein Geheimgericht ordnet die Herausgabe der Informationen an. Das seien etwa Inhalte von Mails, Suchanfragen oder Chats, berichtete die britische Zeitung „Guardian“. Die Firmen sind zum Stillschweigen verpflichtet. Die Internetriesen streiten vor Gericht dafür, mehr Details veröffentlichen zu dürfen.

Tempora

Tempora hießt ein Programm des britischen Dienstes GCHQ. Der GCHQ arbeitet eng mit der NSA zusammen. Gemeinsam mit Australien, Neuseeland und Kanada bilden die Länder die Allianz der «Five Eyes», («Fünf Augen»), in der Informationen ausgetauscht werden. Unter dem Codenamen Tempora soll der GCHQ mehr als 200 Glasfaserkabel anzapfen, über die Daten um die Welt rasen. So habe der GCHQ Zugriff auf den Internetverkehr, der über die angezapften Kabel läuft.

Xkeyscore

Die gewaltigen Datenmengen, die die NSA sammelt, müssen irgendwie ausgewertet werden. Dazu dient die Software XKeyscore. Damit können NSA-Analysten wie Snowden die Datenberge nach Verdächtigen durchsuchen. Der deutsche Bundesnachrichtendienst setze ebenfalls eine Version von XKeyscore ein, berichtete „Der Spiegel“.

Verschlüsselung aushebeln

Wenn Daten verschlüsselt durchs Netz geschickt werden, können Geheimdienste nicht einfach so mitlesen. Doch NSA und GCHQ können Medienberichten zufolge mehrere gängige Verschlüsselungstechniken knacken oder aushebeln, darunter die oft eingesetzt SSL-Technologie. Es ist allerdings unklar, welche Techniken genau in welchem Maße für die Dienste zugänglich sind.

Anonymität aufheben

Auch das Anonymisierungsnetzwerk Tor, mit dem Nutzer ihre Spuren im Netz verwischen können, war Spionageziel der NSA. Der Geheimdienst schaffte es allerdings wohl nicht, das Netzwerk direkt zu knacken.

Überwachung ausländischer Staatschefs

Nicht nur Angela Merkels Handy geriet offenbar ins Visier der NSA. Der „Guardian“ berichtete, der Nachrichtendienst habe Telefone von 35 Spitzenpolitikern überwacht. Auch die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff und ihr mexikanischer Kollege Enrique Peña Nieto seien ausgespäht worden.

Angriff auf Google und Yahoo

Die NSA konnte laut der „Washington Post“ den Datenverkehr zwischen den Rechenzentren der beiden Internet-Riesen abgreifen. In den Rechenzentren werden Informationen aus E-Mail-Diensten, Suchanfragen oder Dokumente der Nutzer gespeichert. Inzwischen sollen die Daten auch zwischen den Rechenzentren verschlüsselt unterwegs sein.

Die Affäre hat auch die Gespräche einer derzeit in den USA weilenden Delegation des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags überschattet. „Wir haben hier deutlich gemacht, dass durch diese Dummheiten, die stattfinden in den US-Geheimdiensten, ein wirklicher außenpolitischer Schaden angerichtet wird“, sagte der Ausschussvorsitzende Norbert Röttgen (CDU) im ZDF. Es dürfe aber nicht zu einer dauerhaften Beschädigung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses kommen. „Wir können uns das nicht leisten. Wir brauchen uns wechselseitig.“

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Günther Schemutat

09.07.2014, 12:46 Uhr

Wenn das Gespräch so abgelaufen ist wie zwischen Oppermann
und BKA Chef Zierke zum Fall Edathy , dann stimmt wieder alles.

Der NSE Mitarbeiter Drake hat vor den NSE UA den BND als Wurmfortsatz der NSE bezeichnet und damit ist das Kontrollgremium das den BND überwacht automatisch der Wurmfortsatz vom Wurmfortsatz.

Mehr muss man nicht wissen!

Herr Helmut Paulsen

09.07.2014, 13:52 Uhr

Die USA haben doch Truppen und Atom-Raketen in Deutschland stationiert. Die zugehörigen Abkommen erlauben den USA jegliche Spionage in Deutschland um Gefahrenabwehr zu betreiben. Merkel und De Maizaire sollten das mal öffentlich zugeben. Dazu gehören auch Agenten. Klar.

Das wusste Pofalla, das weiss auch
Herr Altmeyer. Die sind nur dazu da, alles in Schweigen zu hüllen, da laufen jetzt die Drähte heiss !!

Merkel soll ihre halb-wegduckend ... halb-verlogene Art ablegen und offen und ehrlich sein. Das kann sie nämlich garnicht mehr. Verlernt !!

Wie gesagt, hab' ich nichts gegen Daten sammeln zur Verbrechensbekämpfung und -abwehr, es muss nur abgesichert sein, dass keine Manipulation und Spionage damitz betrieben wird gegen Deutsche und Firmen in Deutschland.

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