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30.08.2016

17:05 Uhr

Drama im Mittelmeer

Mehr als 7000 Bootsflüchtlinge an einem Tag gerettet

Geht das Drama im Mittelmeer von vorne los? An nur einem Tag musste die italienische Küstenwache rund 7000 Flüchtlinge aus Seenot gerettet werden. Vor allem in Italien wächst die Sorge.

Mit diesem Boot kamen Flüchtlinge in Griechenland an. Doch nicht allen gelingt die Überfahrt. Rund 6500 Menschen musste die italienische Küstenwache am Montag retten. dpa

Boot am Strand

Mit diesem Boot kamen Flüchtlinge in Griechenland an. Doch nicht allen gelingt die Überfahrt. Rund 6500 Menschen musste die italienische Küstenwache am Montag retten.

Berlin, RomÜber das Mittelmeer kommen wieder deutlich mehr Flüchtlinge nach Europa und ihre Überfahrt wird immer gefährlicher. An einem Tag seien 6908 Flüchtlinge zwischen der libyschen Küste und Sizilien aus Seenot gerettet worden, zwei Menschen seien gestorben, berichtete ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Italien am Dienstag.

Gleichzeitig melden die griechischen Behörden einen plötzlichen starken Anstieg der Fluchtbewegung aus der Türkei. Seit dem Vortag hätten 462 Menschen von der türkischen Küste auf griechische Ägäis-Inseln übergesetzt, teilte der Flüchtlingskrisenstab in Athen mit. Das sei die größte Zahl von Flüchtlingen und Migranten, die seit Inkrafttreten des EU-Flüchtlingsabkommens mit der Türkei Anfang April an einem Tag registriert wurde. In den sieben Tagen zuvor waren im Schnitt nur etwas mehr als 70 Menschen angekommen.

Die Türkei betonte, die Umsetzung des Flüchtlingspaktes sei für sie mit der Aufhebung der Visumpflicht für Türken bei Reisen in die EU verbunden. „Wir erwarten die Aufhebung der Visumpflicht bis spätestens Oktober 2016“, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu der Athener Zeitung „Kathimerini“.

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Aus Sicht der Grünen zeigt die steigende Zahl von Flüchtlingsbooten, dass die „Abschottungspolitik“ der Bundesregierung gescheitert ist. „Wer die Grenzen dichter macht, sorgt nur dafür, dass die Menschen gefährlichere Wege wählen“, sagte die flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Luise Amtsberg. Die Bundesregierung habe außerdem zu große Hoffnungen auf die fragwürdige Vereinbarung mit der Türkei gesetzt, sagte die Grünen-Politikerin.

Nach IOM-Angaben kamen auf den verschiedenen Mittelmeerrouten seit Jahresbeginn 272 070 Flüchtlinge nach Europa. Im Vorjahr hatte die Organisation im gleichen Zeitraum 354 618 Flüchtlinge gezählt. 2015 setzten die meisten Menschen von der Türkei aus nach Griechenland über. 2016 waren es wegen der Schließung der Balkan-Route und aufgrund des Flüchtlingsdeals mit der Türkei weniger. Von Nordafrika nach Italien ist die Fluchtbewegung aber weiterhin stark.

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