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23.07.2011

15:58 Uhr

Dramatische Hungersnot

EU schickt weitere Millionenhilfe nach Somalia

Die EU plant weitere Millionenhilfen für das von der Hungersnot heimgesuchte Somalia. Dort wird die Lage immer dramatischer – auch weil die Extremistengruppe Al Schabab keine Hilfslieferungen ins Land lassen will.

Kind im Spital: Experten befürchten eine Verschlimmerung der Hungersnot in Somalia. Quelle: dapd

Kind im Spital: Experten befürchten eine Verschlimmerung der Hungersnot in Somalia.

Brüssel/Dadaab/CaracasDie Europäische Union will die hungernden Menschen am dürregeplagten Horn von Afrika mit weiteren Millionenhilfen unterstützen. Das teilte die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva am Samstag bei einem Besuch des völlig überfüllten Flüchtlingslagers Dadaab in Kenia an der Grenze zu Somalia mit.

Bislang hat die EU bereits 70 Millionen Euro zur Bekämpfung des Hungers in Äthiopien, Kenia, Somalia, Dschibuti und Uganda zur Verfügung gestellt. Mit dem neuen Hilfepaket der Kommission werden Nahrungsmittel für die am stärksten gefährdeten Haushalte bereitgestellt. Zudem leistet die EU Unterstützung gegen Viehkrankheiten in Kenia, Äthiopien, Somalia und Dschibuti. Am Montag findet zu der Hungersnot ein Uno-Krisentreffen in Rom statt.

Auch Der venezolanische Staatspräsident Hugo Chávez hat Soforthilfe in Höhe von fünf Millionen Dollar (3,5 Millionen Euro) für das von einer Hungersnot betroffene Somalia angekündigt. Die Hilfszahlungen würden eingesetzt, um „schnell Lebensmittel zu kaufen“, sagte Chávez am Freitag im einem im Staatsfernsehen übertragenen Telefongespräch.

Venezuela beabsichtige auch, Lebensmittellieferungen per Flugzeug zu senden. Zudem werde sich sein Land auch an anderen Projekten beteiligen, die von der Welternährungsorganisation (FAO) koordiniert würden, erklärte der venezolanische Präsident.

Die Hungersnot in Somalia wird sich nach Einschätzung des Uno-Welternährungsprogramms (WFP) noch ausweiten. Exekutivdirektorin Josette Sheeran sagte bei einem Besuch des Flüchtlingslagers Dadaab in Kenia, das WFP könne angesichts der Lage im Land nur 60 Prozent der 3,7 Millionen Bedürftigen in Somalia erreichen. Priorität habe die Versorgung von Kindern.

Doch die Extremistengruppe Al Schabab will internationalen Hilfsorganisationen keinen Zugang zu ihrem Herrschaftsgebiet gewähren. Weite Teile Somalias werden von Aufständischen kontrolliert, die die schwache, von der Uno unterstützte Regierung stürzen wollen. Dürre, Massenvertreibungen und hohe Nahrungsmittelpreise am Horn von Afrika haben nach Angaben der Europäischen Kommission die weltweit größte humanitäre Krise ausgelöst, die derzeit rund 11 Million Menschen trifft.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Bedarf an Hilfsgeldern allein für Somalia auf insgesamt 1,6 Milliarden Dollar (1,13 Milliarden Euro) beziffert. Verzögerungen bei den Hilfen würden noch mehr Hungertote zur Folge haben, sagte er in einem Appell an die internationale Gemeinschaft, mehr Gelder zur Verfügung zu stellen.

 

 

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