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30.01.2011

11:45 Uhr

Dramatischer Angriff

Tote bei Piraten-Attacke auf deutschen Frachter

Drama um den von Piraten gekaperten deutschen Frachter „Beluga Nomination“: Bei einem gescheiterten Befreiungsversuch werden ein Besatzungsmitglied und ein Seeräuber erschossen. Eine Attacke von Piraten auf ein weiteres deutsches Schiff misslingt derweil.

Das unter der Flagge Antigua und Barbuda fahrende Transportschiff "Beluga Nomination" der Bremer Reederei Beluga Shipping: Folgenschwere Attacke. DAPD

Das unter der Flagge Antigua und Barbuda fahrende Transportschiff "Beluga Nomination" der Bremer Reederei Beluga Shipping: Folgenschwere Attacke.

HB BREMEN/HAMBURG. Ein Versuch zur Befreiung des gekaperten deutschen Frachters „Beluga Nomination“ ist blutig gescheitert: Ein Mitglied der ausländischen Besatzung und einer der somalischen Piraten wurden erschossen. Vier anderen Seeleuten gelang nach Angaben der Bremer Beluga-Reederei während des Angriffs begleitender Militärschiffe die Flucht; zwei von ihnen werden aber vermisst.

Das Schicksal der übrigen Besatzung war am Sonntag weiter unklar: „Es gibt keine neuen Informationen“, sagte eine Sprecherin der Reederei. Von mehr als den zwei Toten sei der Reederei nichts bekannt. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete von drei bis vier Getöteten.

Somalische Piraten hatten das Handelsschiff am Samstag vor einer Woche rund 700 Kilometer nördlich der Seychellen im Indischen Ozean gekapert. An Bord befanden sich zwölf Seeleute aus Osteuropa und den Philippinen. Seit Mittwoch wurde das gekaperte Schiff von einem dänischen Kriegsschiff und einem Patrouillenboot der Seychellen begleitet.

Zudem gab es am Freitag im Indischen Ozean erneut einen Piratenangriff auf ein deutsches Schiff, der aber abgewehrt wurde. Die 27-köpfige Besatzung des Tankers „New York Star“ der Hamburger Reederei CST erschwerte den Piraten mit Ausweichmanövern das Entern und brachte sich dann in einem Schutzraum in Sicherheit. Eine niederländische Fregatte griff ein. Die Tankerbesatzung blieb unverletzt. Sie war auf dem Weg von Saudi Arabien nach Singapur, wie die Reederei am Samstag in Hamburg mitteilte.

Der Chef der Beluga-Reederei, Niels Stolberg, sagte dem Bremer „Weser-Kurier“, das Feuer sei seitens der Militärschiffe eröffnet worden. Dabei sei ein Pirat getötet worden. Vermutlich aus Rache hätten die Angreifer einen Seemann erschossen. Der Versuch, das gekaperte Schiff zurückzuerobern, sei aber gescheitert. Er verstehe nicht, warum ein offenbar unkoordinierter Angriff gestartet, das Schiff aber nicht geentert worden sei.

Kommentare (4)

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Thomas Melber, Stuttgart

30.01.2011, 13:15 Uhr

Piraten müssen an Land bekämpft werden, alles andere ist qusi "Räuber und Gendarm"-Spielen auf See.

flyingfridge

30.01.2011, 13:21 Uhr

Sind die Reeder besser als die Piraten?
ich empfehle
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34094/1.html

Peter Scholz

30.01.2011, 14:29 Uhr

"im Oktober haben britische Marineeinheiten einen anderen Frachter der bremer Reederei aus der Hand von Piraten befreit und alle 16 besatzungsmitglieder gerettet."

Das wundert mich gar nicht, denn jeder 2. britische Seemann stammt aus der Familie Francis Drake.
Unser Störtebecker war hingegen kopflos zeugungsunfähig. Seitdem wird bei uns unter "Vergnügungsdampfer" oder "Versteckspiel" firmiert.

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