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02.02.2013

02:33 Uhr

Dramatischer Appell

Syrischer Oppositionschef fordert Handeln der Weltgemeinschaft

Bei der Sicherheitskonferenz in München bat der syrische Oppositionschef eindringlich um Hilfe im andauernden Konflikt. Er warf der internationalen Gemeinschaft vor, unmoralisch mit dem Krieg im Land umzugehen.

„Wir erleben hier eine echte Tragödie“, sagte Ahmed Moas al-Chatib in München. dpa

„Wir erleben hier eine echte Tragödie“, sagte Ahmed Moas al-Chatib in München.

MünchenMit einem dramatischen Appell hat der syrische Oppositionschef Ahmed Moas al-Chatib die Weltgemeinschaft zum Eingreifen im syrischen Bürgerkrieg aufgefordert. „Wir erleben hier eine echte Tragödie“, sagte al-Chatib in der Nacht zum Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

Die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad lasse gezielt Frauen vergewaltigen und foltere Kinder, selbst Fünfjährige würden zu Tode gequält. Es gebe eine „unglaubliche Brutalität in diesem Regime“, sagte der Oppositionsführer vor dem Plenum, in dem auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) saß.

Sicherheitskonferenz beginnt in München

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Al-Chatib warf der internationalen Staatengemeinschaft vor, „nicht auf die moralisch gebotene Weise“ mit den Massakern in seinem Land umzugehen. Assad lasse alle möglichen Foltermethoden gegen die Bevölkerung anwenden und setze zudem verbotene Waffensysteme ein, ohne dass die Staatengemeinschaft darauf reagiere.

Al-Chatib bekräftigte aber seine Bereitschaft zu Verhandlungen mit dem Regime. Doch falls es nicht auf friedlichem Wege beseitigt werden könne, bitte er die internationale Gemeinschaft, „Flugzeuge und Waffen der syrischen Armee zu zerstören.

„Als Geste des guten Willens, um die Leiden des syrischen Volkes zu lindern, das Blutvergießen und die Zerstörung des Landes zu beenden, sind wir bereit, uns an einen Verhandlungstisch zu setzen.“ Er fügte hinzu: „Aber wir wollen nicht, dass ihre Hände voller Blut sind.“ Der Vorwurf blutiger Hände richtete sich bisher stets gegen die Person Assads. Al-Chatib sagte, auch das Regime müsse zu Verhandlungen bereit sein und „als Geste“ 100 politische Gefangene freilassen.

Der syrische Oppositionschef war vor seinem Auftritt mit Westerwelle zusammengetroffen. Der Bundesaußenminister begrüßte dabei die wachsende Handlungsfähigkeit der Opposition in Syrien. „Je schneller, je klarer das gelingt, desto glaubwürdiger ist die Koalition auch in den Augen der Menschen in Syrien eine echte Alternative zu Assad.“ Westerwelle sagte den syrischen Oppositionellen deutsche Hilfe zu.

Syrien war am späten Freitagabend Hauptthema bei einer Diskussionsveranstaltung in München. Am Rande der Konferenz will sich UN-Syrienbeauftragter am Samstag mit US-Vizepräsident Joe Biden, dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und dem iranischen Außenminister Ali-Akbar Salehi treffen.

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Ziel sei ein Konvoi mit hochmodernen Waffen für die Hisbollah im Libanon gewesen.

Doch am Freitag zeigte sich Brahimi nicht besonders zuversichtlich, dass es zu einer baldigen Lösung des Konflikts kommt. „Offen gesagt: Ich bin mir der Schwierigkeiten weit mehr bewusst, ... als einer Lösung, die um die Ecke liegt.“

Er forderte die zerstrittenen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats zur Kompromissbereitschaft auf. „Wir brauchen dringend internationales Handeln, und dieses Handeln muss vom Sicherheitsrat kommen.“

Weder das syrische Volk, noch die Nachbarländer seien in der Lage gewesen, einen Weg zur Beendigung des Konflikts zu finden, sagte Brahimi am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Das Einzige, was jetzt noch bleibe, sei die internationale Gemeinschaft. Nur der UN-Sicherheitsrat könne eine Lösung finden. Es sei der letzte Appell: „Bitte tun Sie Ihre Arbeit.“

Die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats ziehen in der Syrien-Krise nicht an einem Strang. Die USA, Großbritannien und Frankreich sind der Ansicht, dass Assad durch den Einsatz des Militärs gegen Zivilisten jede Legitimität verloren hat. Russland, das Waffen an das Regime liefert, und China warnen dagegen vor „Einmischung“ in Syrien.

Kommentare (7)

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02.02.2013, 00:25 Uhr

O-Ton Handelsblatt
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Mit einem dramatischen Appell hat der syrische Oppositionschef Ahmed Moas al-Chatib die Weltgemeinschaft zum Eingreifen im syrischen Bürgerkrieg aufgefordert.
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Nur daß der sogenannte "Oppositionschef" nicht Chef sondern Marionette der von Saudiarabien finanzierten und bewaffneten Aufständischen ist.

Und Saudiarabien agiert hier als regionaler Statthalter der Westmächte.

Man fühlt sich an die Bitten der tschechoslowakischen Handpuppen Moskaus um "brüderliche Hilfe" im Jahre 1968 erinnert.

DuemmlicheUnglaeubige

02.02.2013, 03:33 Uhr

Die islamische Welt soll das selbst regeln! Die ständige Einmischung der dämlichen Ungläubigen nervt! Die ungläubigen Vollpfosten merken nicht einmal, das sie nur benutzt werden. Idioten!

Politiker-Trottel

02.02.2013, 04:37 Uhr

Ich wundere mich schon sehr lange über diese Gutmenschen in der westlichen Welt, die sich ständig in islamische Länder einmischen und überhaupt nicht merken wie sie vom Islam für ihre Zwecke benutzt werden. Diese gehirnamputierten Ungläubigen/Christen = Gutmenschen! Wie sagte Trapattoni: „Leer wie Flasche!“
Tja, Intelligenz & Politik, da prallen Welten aufeinander!

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