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20.05.2012

17:44 Uhr

Drei Jahre nach Haft

Lockerbie-Attentäter in Tripolis gestorben

Der frühere libysche Geheimdienstler, der mit seinem Bombenanschlag 270 Menschen tötete, ist nach einer Krebskrankheit im Alter von 60 Jahren gestorben. Bis zuletzt wies er die Verantwortung für das Attentat zurück.

Der verurteilte Lockerbie-Bomber Abdel Baset al Megrahi in seinem Haus in Tripolis im Oktober 2011. Reuters

Der verurteilte Lockerbie-Bomber Abdel Baset al Megrahi in seinem Haus in Tripolis im Oktober 2011.

Bengasi/BerlinKnapp drei Jahre nach seiner Freilassung aus schottischer Haft ist der einzige verurteilte Lockerbie-Attentäter, Abdel Baset al Megrahi, im Alter von 60 Jahren gestorben. Das gab Al Megrahis Sohn Chaled am Sonntag in einem Telefonat bekannt. Sein Vater sei in Tripolis gestorben. Nähere Einzelheiten nannte er nicht. Abdel Baset al Megrahi litt an Prostatakrebs.

Der frühere libysche Geheimdienstler war wegen des Attentats auf eine Pan-Am-Maschine über dem schottischen Lockerbie, bei dem am 21. Dezember 1988 insgesamt 270 Menschen getötet wurden, zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er saß davon allerdings nur acht Jahre ab, bevor er am 20. August 2009 aus humanitären Gründen aus schottischer Haft in sein Heimatland entlassen wurde. Damals sagten die Ärzte dem Krebskranken eine Lebenserwartung von drei Monaten voraus. Al Megrahi überlebte trotz der Prognose seiner Ärzte noch den Sturz des Regimes sowie den Tod des libyschen Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi im Oktober vergangenen Jahres.

Der verurteilte Attentäter (m) im Jahr 1992 in Tripolis. AFP

Der verurteilte Attentäter (m) im Jahr 1992 in Tripolis.

Angehörige der Opfer hatten mit Empörung auf die Freilassung reagiert. Die Entrüstung wurde weiter angefacht, als Al Megrahi bei seiner Ankunft in Libyen wie ein Held empfangen wurde. Er führte nach seiner Rückkehr ein zurückgezogenes Leben. Die libyschen Behörden schirmten Al Megrahi von der Öffentlichkeit ab. Dieser beteuerte bis zuletzt seine Unschuld.

„Abdel Baset ist nach einem langen Kampf gegen seine Krankheit gestorben. Sein Gesundheitszustand hatte sich in den vergangenen Monaten erheblich verschlechtert“, sagte ein Nachbar der dpa. Al Megrahi hinterlässt den Angaben zufolge seine langjährige Ehefrau Aischa und fünf Kinder.

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