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23.03.2013

16:15 Uhr

Drei Jahre nach Militäreinsatz

Israel entschuldigt sich bei der Türkei - Erdogan plant Besuch

Nach der Entschuldigung Israels für die Tötung von neun Türken im Mai 2010 will Türkeis Regierungschef Erdogan die Palästinensergebiete besuchen. Israels Ex-Außenminister nennt die Entschuldigung einen „schweren Fehler.“

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. dpa

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Tel Aviv/Istanbul/Amman/Dublin Israel und die Türkei wollen ihre Beziehungen nach knapp drei Jahren Eiszeit und gegenseitiger Vorwürfe wieder normalisieren. Möglich wurde dies durch eine Entschuldigung des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu für den Tod von neun Türken im Mai 2010.

Damals versuchten mehrere Schiffe, die israelische Seeblockade zu durchbrechen und Hilfsgüter in den Gazastreifen zu bringen. Beim Entern des türkischen Schiffes „Mavi Marmara“ töteten israelische Einsatzkräfte neun türkische Aktivisten. Dafür entschuldige er sich, sagte Netanjahu im Beisein von US-Präsident Barack Obama während eines Telefonats mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan nach gleichlautenden Angaben aus Jerusalem und Ankara.

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Nach der Entschuldigung plant Erdogan eine Reise in die Palästinensergebiete. Der Regierungschef bezeichnete einen Besuch im Gazastreifen und im Westjordanland noch im März oder im April als „möglich“, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag berichtete.

Mit seinem Besuch wolle er zu einer Aufhebung der israelischen Blockade der Palästinensergebiete beitragen. Erdogan verwies demnach auf Zusagen des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu, die Hindernisse für eine Verbesserung der humanitäre Lage der Palästinenser abzubauen.

An der Entschuldigung hatte Obama während seiner an diesem Samstag endenden Nahost-Reise offenbar erheblichen Anteil. Dass er die Aussöhnung vermittelt habe, nahm Obama jedoch nicht für sich in Anspruch. Auf der letzten Station seiner Reise in der jordanischen Hauptstadt Amman betonte Obama, er habe seit langem immer wieder deutlich gemacht, dass es im Interesse Israels und der Türkei liege, die bis zu dem Marmara-Zwischenfall guten Beziehungen zu normalisieren.

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