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02.09.2014

13:18 Uhr

Drei Milliarden Dollar

Waffendeal für Libanon fast besiegelt

Frankreich und Saudi-Arabien stehen kurz vor Vertragsunterzeichnung eines Drei-Milliarden-Dollar-Deals für Waffenlieferungen in den vom syrischen Bürgerkrieg bedrohten Libanon. Es fehlen nur noch Details.

Francois Hollande (links) und Kronprinz Salman Ben Abdel Asis haben sich geeinigt. Reuters

Francois Hollande (links) und Kronprinz Salman Ben Abdel Asis haben sich geeinigt.

ParisEin Drei-Milliarden-Dollar-Deal zwischen Frankreich und Saudi-Arabien für Waffenlieferungen in den vom syrischen Bürgerkrieg bedrohten Libanon ist so gut wie besiegelt. Der Vertrag für die Rüstungslieferungen sei „gesichert“ und werde gerade fertiggestellt, verlautete am Montagabend nach einem Treffen von Frankreichs Staatschef François Hollande und dem saudiarabischen Kronprinzen Salman Ben Abdel Asis in Paris aus dem Elysée-Palast. Es fehlten lediglich „einige technische Elemente“.

Saudi-Arabien hatte bereits im Dezember drei Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) für die libanesische Armee zugesagt, damit diese moderne Waffen von Frankreich kaufen kann. Der Libanon sieht sich durch den Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien bedroht, wo islamistische Gruppe immer mächtiger werden. Mehr als eine Million Syrer sind zudem inzwischen vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat in den Libanon geflohen.

Warum Frankreich in der Krise steckt

Arbeitslosigkeit

Eines der sichtbarsten Probleme ist die Arbeitslosigkeit im Land. Sie bewegt sich seit Monaten auf Rekordniveau. Zuletzt waren fast 3,4 Millionen Menschen ohne Job. Damit liegt die Quote fast doppelt so hoch wie in Deutschland.

Wachstum

Gleichzeitig kommt das Wachstum in der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone nicht in Gang. In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres stagnierte die Wirtschaft sogar.

Handelsdefizit

Zudem hat Frankreich eine negative Bilanz beim Austausch mit anderen Wirtschaftsnationen. Das Außenhandelsdefizit lag im ersten Halbjahr 2014 bei 29,2 Milliarden Euro.

Sparprogramm

Im Kampf gegen die Krise hat sich die Regierung ein Sparprogramm vorgenommen. Bis 2017 plant Paris Einsparungen in Höhe von 50 Milliarden Euro.

Neuverschuldung

Es ist fraglich, ob Frankreich wie zugesagt im kommenden Jahr das EU-Defizitkriterium wird einhalten können. Demnach darf die Neuverschuldung nicht mehr als drei Prozent der Wirtschaftskraft betragen. An dieser Hürde war Frankreich in den vergangenen Jahren stets gescheitert.

Der Libanon sei ein „herrliches und zugleich verletzliches Land“, sagte Hollande bei einem Abendessen zu Ehren von Salman Ben Abdel Asis, der auch saudiarabischer Verteidigungsminister ist. Das Land brauche „Sicherheit zu einem Zeitpunkt, wo es tausende Flüchtlinge aufnimmt“. „Saudi-Arabien und Frankreich haben daher gemeinsam beschlossen, dem Libanon zu helfen, wenn er sich selbst hilft, zu seiner eigenen Sicherheit“, sagte Frankreichs Staatschef.

Von

afp

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