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20.03.2014

11:06 Uhr

Drei Szenarien zur Krim-Krise

Krieg oder Frieden

VonPatrick Schwarz

Lässt sich die russische Führung durch den Besuch von Ban Ki Moon beschwichtigen? Kommt es zu einem Krieg in der Ostukraine? Experten erklären in drei Szenarien, wie sich der Konflikt auf der Krim entwickeln könnte.

Zwischen Russland und der Ukraine ist alles möglich: Krieg oder Frieden. Getty Images

Zwischen Russland und der Ukraine ist alles möglich: Krieg oder Frieden.

DüsseldorfIn der Krim-Krise geht es Schlag auf Schlag: Während die Abgeordneten der Duma den vom russischen Präsidenten Wladimir Putin unterzeichneten Beitrittsvertrag der Halbinsel ratifizieren sollen, reist Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zu einem beschwichtigenden Gespräch nach Moskau. Und die EU-Staats- und Regierungschefs versuchen sich in Brüssel auf eine gemeinsame Linie zu einigen. Das eine Ereignis komplettiert die Provokation an den Westen, das andere versucht Ruhe zu stiften – und in der belgischen Hauptstadt wird über Sanktionen gestritten.

Von Krieg bis Frieden: Die gegensätzlichsten Ausgänge der Krim-Krise sind möglich, sagen Experten. Für Handelsblatt Online zeigen sie in drei Szenarien, wie die Zukunft in Osteuropa aussehen könnte.

Bestmögliches Szenario: Der russische Scheinfreund
Wenn sich die westlichen Regierungschefs eine Zukunft malen dürften, würde diese wohl so aussehen:

Szenario 1: Putin will das russische Territorium nach der Übernahme der Krim nicht weiter ausdehnen und die Lage in der Ostukraine beruhigen. Für den Russland-Experten Christian Wipperfürth von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin sind gemeinsame Verhandlungen zwischen dem Westen und dem größten Land der Welt in solch einer Situation besonders wichtig. Grundlage dafür ist in diesem Szenario, dass Russland seine Soldaten auf der Krim wieder zurück in die Kasernen beordert und der Westen seine Sanktionen beendet. „Man will damit einen großen Bären mit kleinen Nägeln in eine Richtung drängen, das bringt nichts“, sagt Wipperfürth Handelsblatt Online.

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Mit kleinen Schritten können sich die Konfliktparteien wieder näherkommen. Das ukrainische Parlament setzt das alte Sprachengesetz, das Russisch nicht weiter als zweite Amtssprache verbietet, wieder in Kraft. Im Gegenzug verzichtet Russland auf die Unterstützung von pro-russischen Separatisten in der Ost- und Südukraine. „Außerdem muss der Westen der Ukraine einen Sofortkredit zur Abwendung des Bankrotts zur Verfügung stellen und im Gegenzug wirft Putin die aufgekauften ukrainischen Staatsanleihen nicht auf den Markt“, sagt der Russland-Experte.

Dadurch müssen auch die russischen Energieexporte nicht gestoppt werden. Nach Einschätzungen der Privatbank Berenberg bleiben die wirtschaftlichen Folgen so überschaubar – das Wirtschaftswachstum in der EU wird um nicht mehr als 0,1 bis 0,2 Prozent gedämpft. Außerdem gibt es für die Europäische Zentralbank keinen Grund einzugreifen. Russland hat den Westen zwar gereizt, bleibt aber ein Scheinfreund.

Weil die noch vor wenigen Jahren enge Freundschaft zwischen Kiew und Moskau durch die Krim-Krise beendet ist, kann sich die Ukraine mehr dem Westen zuwenden. Schon seit 2009 führt das Land einleitende Verhandlungen mit der EU über eine Mitgliedschaft und zählt zu den möglichen Beitrittskandidaten.

Auch wenn das Wunschdatum 2015 des ehemaligen Präsidenten Viktor Juschtschenko für die Aufnahme in den Staatenverbund in weite Ferne gerückt ist, können bislang ausgebliebene Reformen durch die Perspektive auf einen EU-Beitritt auf den Weg gebracht werden. Auch für die Krim-Bewohner könnte eine Ukraine mit mehr Rechtsstaatlichkeit und wachsender Wirtschaft wieder attraktiv sein. Allerdings scheint dieses Szenario insgesamt eher unwahrscheinlich: „Da ist einfach zu viel Porzellan zerbrochen“, sagt Russland-Experte Wipperfürth.

Kommentare (19)

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20.03.2014, 11:26 Uhr

ein szenario - das wirkliche - fehlt. Es wird in die sache(ukraine/krim) soviel geld rein gesteckt und die gaspreise erhöht, dass michel bald noch mehr geld "weniger" hat.

Aber Michel sagt ja auch nix :-))

Account gelöscht!

20.03.2014, 11:30 Uhr

Fragen über Fragen, und nichts als Spekulationen. Und wer hat den Käse zum Bahnhof gerollt?

Account gelöscht!

20.03.2014, 11:30 Uhr

Im Prinzip gute Analyse, die aber dennoch zu kurz greift, weil sie Russland Aktion unterstellt, und EU/USA reagieren nur

Aber auch EU/USA haben viel Potential für Aktion worauf Russlan reagieren wird. Dies schliesst ein: Verstärkung der US/Nato Militärpräsenz (einschliesslich Mittelstreckenraketen) in (Osteuropa und Schwarzem Meerh), Militärkooperation mit der Ukraine bis zur Nato-Kandidatur, beschleunigter EU Beitritt usw., alles Aktionen, auf die Russland reagieren kann und wird.

Und dann kommen noch die Ukrainer, die wohl keiner mehr unter Kontrolle hat. Was wenn die auf eigene Faust gewalttätige Aktionen gegen ukrainische Russen durchführen oder militärische Provokationen gegen die russischen Truppen auf der Krim.

Die Situation ist noch lange nicht unter Kontrolle, und soweit ich sehen kann, sind EU/Nato noch nicht auf De-Eskalationskurs, sondern auf Eskalationskurs.

Mir machen die Aktionen der EU/USA/Nato mehr Angst als was immer auch Putin unternehmen könnte.

Warum nimmt man Putin nicht einfach beim Wort?

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