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15.12.2014

23:48 Uhr

Drei Tote und mehrere Verletzte

Geiseldrama in Sydney findet blutiges Ende

Die Polizei hat das Café gestürmt, in dem ein Mann mehrere Geiseln über Stunden festgehalten hatte. Es fielen Schüsse. Drei Menschen starben. Bei dem Geiselnehmer handelte es sich wohl um einen selbst ernannten Prediger.

Schwere Gefechte mit der Polizei

Livebilder: So stürmte Einsatzkommando das Café

Schwere Gefechte mit der Polizei: Livebilder: So stürmte Einsatzkommando das Café

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SydneyEine Geiselnahme in einem Café in der australischen Metropole Sydney ist nach mehr als 16 Stunden blutig zu Ende gegangen. Drei Menschen, unter ihnen auch der aus dem Iran stammende Täter, seien ums Leben gekommen und vier verletzt worden, teilte die Polizei am Dienstagmorgen (Ortszeit) mit.

Spezialeinsatzkräfte der Polizei hatten das Café nach einem stundenlangen Nervenkrieg schließlich kurz nach zwei Uhr früh gestürmt und sich ein Feuergefecht mit dem Täter geliefert. Dabei sei auch der 50-jährige Man Haron M. tödlich getroffen worden. Sein Motiv blieb zunächst unklar.

Die weiteren Opfer waren nach Angaben der Polizei ein 34-jähriger Mann und eine 38-jährige Frau. Die Frage, ob sie im Schusswechsel mit der Polizei ums Leben kamen oder von dem Geiselnehmer getötet wurden, wollte die Polizei zunächst nicht kommentieren. Unter den Verletzten war den Angaben zufolge auch ein Polizist, dem ins Gesicht geschossen worden war.

Regierungschef Abbot: „unbeschreiblich tragisch“

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP konnte sehen, wie nach dem Einsatz der Polizei zwei Bahren mit blutigen Körpern aus dem Café gebracht wurden.

Während des Geiseldramas hatten zwei Personen eine schwarze Flagge mit dem islamischen Glaubensbekenntnis an ein Fenster gehalten, dies sorgte für Spekulationen über einen dschihadistischen Hintergrund.

Die Beamten riegelten den Tatort weiträumig ab, überall gingen schwer bewaffnete Einsatzkräfte in kugelsicheren Westen in Stellung. Gebäude wurden geräumt, darunter vorsichtshalber auch das berühmte Opernhaus. Die Polizei verhandelte nach eigenen Angaben mit dem Geiselnehmer.

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Fernsehsender filmten ihn am Morgen durch ein Fenster des Cafés. Auf der Fahne standen die Worte der sogenannten Schahada („Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet“), die auch von Islamisten wie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) benutzt werden.

Australiens Regierungschef Tony Abbot hat am frühen Dienstagmorgen die Geiselnahme als „schreckliches Ereignis“ bezeichnet. Es sei „unbeschreiblich tragisch“, wenn Menschen beim Betreten eines Cafès in einen derart „entsetzliches Ereignis“ hineingezogen würden. Allerdings zeige der Zwischenfall, dass auch ein freies Land wie Australien jederzeit Ziel politisch motivierter Gewalt werden könne.

Die Aufarbeitung der Tat werde einige Zeit dauern, meinte Abbot. „Wir werden daraus einige Lektionen lernen, aber noch wissen wir nicht genau, welche Lektionen“, sagte Australiens Premier.

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