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19.01.2017

00:44 Uhr

Drohende Intervention

Nigeria verlegt Truppen in Richtung Gambia

Gambias Präsident Yahya Jammeh will von der Macht nicht lassen. Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaf schließt ein militärisches Eingreifen nicht aus. Nigeria und Senegal haben bereits Truppen in Stellung gebracht.

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Abuja/BanjulVor einer möglichen militärischen Intervention im westafrikanischen Gambia hat Nigerias Luftwaffe Kampfflugzeuge und Truppen in den Senegal verlegt. Es seien rund 200 Soldaten, Transportflugzeuge und Hubschrauber nach Dakar gebracht worden, erklärte die nigerianische Luftwaffe am Mittwoch. Von dort könnten sie den Einsatz im nahen Gambia beginnen, hieß es weiter. Der Senegal selbst hat nach Angaben von Augenzeugen bereits hunderte schwer bewaffnete Soldaten an die gambische Grenze verlegt.

Die Einheiten sind demnach Teil der Eingreiftruppe der westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas). Die Staatengemeinschaft hatte sich bemüht, den abgewählten gambischen Präsident Yahya Jammeh zum Rücktritt zu drängen. Sein Mandat endet am Mittwoch um Mitternacht.

Ecowas hatte eine militärische Intervention als letztes Mittel nicht ausgeschlossen, um einen demokratischen Machtwechsel zu garantieren. Jammeh hatte am Dienstag den Ausnahmezustand verhängt, um sich an der Macht zu halten.

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In der Region droht ein militärischer Konflikt, sollte Jammeh nicht am 19. Januar sein Amt an seinen gewählten Nachfolger übergeben. Auch der Uno-Sicherheitsrat hat Jammeh aufgefordert, seine Niederlage anzuerkennen.

Die gambischen Streitkräfte verfügen der Weltbank zufolge nur über etwa 800 Soldaten. Andere Quellen sprechen von rund 1000 Soldaten. Militärisch kann Gambia daher der Eingreiftruppe nur begrenzt Paroli bieten, falls es tatsächlich zu einer Konfrontation kommen sollte.

Der bei der Wahl vom Dezember siegreiche Oppositionskandidat Adama Barrow wollte noch am Donnerstag seinen Amtseid leisten. Sollte Jammeh nicht abtreten, könnte er das auch in der gambischen Botschaft in Dakar tun, wie ein Sprecher Barrows erklärte. Barrow war diese Woche aus Sicherheitsgründen in den Senegal geflohen.

Dem UN-Flüchtlingshilfswerk zufolge waren bis Montag bereits 26.000 Gambier in den Senegal geflohen. Seither seien noch viele mehr über die Grenze gekommen, erklärte UNHCR-Sprecherin Hélène Caux unter Berufung auf Zahlen der senegalesischen Behörden. Sie sind vor der geplanten Amtsübergabe aus Angst vor einem Gewaltausbruch geflohen.

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Wegen der Verhängung des Ausnahmezustands begannen europäische Reiseveranstalter mit der Rückführung von rund 2000 Urlaubern. Der britische Anbieter Thomas Cook kündigte an, rund 1000 Urlauber schnellstmöglich mit Sonderflügen außer Landes zu bringen. Die niederländischen Reiseveranstalter Tui und Corendon erklärten am Mittwoch, dass sie ebenfalls rund 1000 Touristen ausfliegen würden. Fotos vom Flughafen Banjul zeigten chaotische Szenen.

Thomas Cook Deutschland erklärte auf Anfrage, dass sich derzeit keine Gäste in Gambia aufhielten. Das Auswärtige Amt in Berlin warnte, dass eine komplette Schließung der Grenzen einschließlich des Flughafens von Banjul nicht ausgeschlossen werden könne.

Jammeh hat das kleine westafrikanische Land seit 22 Jahren mit harter Hand regiert. Die frühere britische Kolonie gehört nach einem UN-Index zu den 20 ärmsten Ländern der Welt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

19.01.2017, 12:42 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

"Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel,Ebsel, Dirnberger,Trautmann....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

SPIEGEL

Danke

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