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16.03.2017

16:03 Uhr

Drohende Währungsturbulenzen

Frankreich-Wahl bereitet Schweizern Sorgen

Vor den Wahlen in Frankreich befürchtet die Schweizerische Notenbank Währungsturbulenzen. Ein Rechtsruck im Nachbarland könnte den Kurs des Franken durcheinanderwirbeln. Daher wirbt die SNB für Regulierungsmaßnahmen.

Die Schweizerische Notenbank hat Sorge, dass die Wahlen in Frankreich zu einem Rechtsruck und damit zu Währungsturbulenzen führen könnten. dpa

Angst vor dem Nachbarn

Die Schweizerische Notenbank hat Sorge, dass die Wahlen in Frankreich zu einem Rechtsruck und damit zu Währungsturbulenzen führen könnten.

ZürichDie Schweizerische Nationalbank (SNB) gibt sich angesichts möglicher Währungsturbulenzen durch die bevorstehenden Wahlen in Frankreich kämpferisch. Sie will eine weitere Aufwertung des Franken mit aller Kraft verhindern und setzt dafür neben den bestehenden Negativzinsen auf milliardenschwere Eingriffe am Devisenmarkt. „Es hat sich eine erhöhte Unsicherheit ergeben in Zusammenhang mit den kommenden Wahlen in Frankreich. Hier ist es wichtig, dass wir unsere Geldpolitik einsetzen, um eine Stabilisierung herbeizuführen“, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan am Donnerstag im Schweizer Rundfunk SRF.

Die Zentralbank ist in einer Sondersituation: Der Franken gilt bei Investoren als sichere Geldanlage und ist daher in Krisenzeiten besonders gefragt. Seit dem Ausbruch der weltweiten Finanzkrise im Herbst 2008 hat er zum Euro rund ein Drittel an Wert gewonnen. Das macht Schweizer Waren im Ausland teurer und schwächt damit die Wirtschaft. Deshalb versucht die SNB, mit ihren Devisenmarktinterventionen den Höhenflug zu bremsen. Sie kauft dafür Fremdwährungen wie Euro oder Dollar.

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Bei Anlegern hatten die bevorstehenden Wahlen in Frankreich, bei denen die europakritische Kandidatin Marine Le Pen zu den Favoriten zählt, Sorgen vor einem Auseinandertriften der Euro-Zone geschürt und den Euro unter Druck gesetzt. Der Franken gewann hingegen an Wert. Die SNB hatte im Zuge dessen so viel für Interventionen ausgegeben wie seit gut zwei Jahren nicht mehr. Sollte es nötig sein, könnte sie hier auch noch nachlegen, sagte Jordan dem SRF: „Wir haben – und das haben wir immer betont – sowohl bei den Zinsen als auch bei den Interventionen noch Spielraum.“

Doch die Zinsen liegen in der Schweiz bereits bei minus 0,75 Prozent und zählen damit zu den niedrigsten der Welt. Mit dem Negativzins will die SNB erreichen, dass der Franken für Investoren unattraktiv wird. Rückendeckung erhielten die Schweizer Währungshüter hier von der US-Notenbank Fed, die am Mittwochabend wie erwartet die Zinsen anhob – und noch zwei weitere Schritte für 2017 in Aussicht stellte. Damit wird der Dollar im Vergleich zu anderen Währungen tendenziell attraktiver.

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Doch zurücklehnen kann sich die SNB noch nicht – sie dürfte nach Einschätzung von Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank weiterhin intervenieren: „Es ist zu vermuten, dass sich die Notenbanker vor dem schlimmsten Falle – also einem Sieg Le Pens bei den französischen Präsidentschaftswahlen – ein Stück weit absichern wollen, in dem sie den Franken vor dem Urnengang soweit wie möglich schwächen“, so der Ökonom.

Von

rtr

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