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28.12.2012

08:34 Uhr

Drohender Bürgerkrieg

USA schließen Botschaft in Zentralafrika

Die Zentralafrikanische Republik hofft beim Kampf gegen die Rebellen auf Unterstützung auf dem Westen. Doch die wird es wohl nicht geben: Nach Frankreich zieht sich auch die USA zurück. Die Botschafter sind ausgereist.

Vor der Französischen Botschaft demonstrierten Zentralafrikanische Bürger gegen die passive Haltung der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich. Reuters

Vor der Französischen Botschaft demonstrierten Zentralafrikanische Bürger gegen die passive Haltung der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich.

Washington/ParisDie USA haben wegen des Vormarsches der Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik ihre Botschaft in der Hauptstadt Bangui vorübergehend geschlossen. Wie das US-Außenministerium am Donnerstag in Washington auf seiner Internetseite mitteilte, verließen der US-Botschafter und seine Diplomaten die Stadt. Die Entscheidung sei allein aus Sorge über die Sicherheit der Botschaftsmitarbeiter getroffen worden. Sie habe keinen Einfluss auf die diplomatischen Beziehungen zum Land selbst, betonte das US-Außenministerium.

Präsident François Bozizé hatte die ehemalige Kolonialmacht Frankreich und die USA um militärische Hilfe gebeten. Paris winkte jedoch bereits ab. Frankreich werde sich „in keiner Weise in die inneren Angelegenheiten des Landes einmischen“, sagte Präsident François Hollande am Donnerstag in Paris.

Nach Informationen von Radio France International sind die Rebellenverbände in den vergangenen Tagen bis auf 300 Kilometer Richtung Bangui vorgerückt. Ein Rebellensprecher dementierte nach diesen Angaben, die Truppen wollten die Stadt einnehmen.

Die Rebellen wollen Präsident Bozizé offenbar stürzen, weil dieser eine Friedensvereinbarung aus dem Jahr 2007 gebrochen haben soll. Am vergangenen Sonntag waren sie in Bambari einmarschiert, der drittgrößten Stadt des Landes. Zuvor hatten sie bereits wichtige Bergbaugebiete im Westen unter ihre Kontrolle gebracht.

Die militärische Präsenz Frankreichs in der Zentralafrikanischen Republik solle nicht „ein Regime beschützen“, sagte Präsident Hollande. Ziel sei, französische Staatsangehörige in dem Land zu schützen. Nach Angriffen von Demonstranten hatte Frankreich am Mittwoch seine Botschaft bereits mit Soldaten gesichert. Die Demonstranten sollen gegen Frankreichs Passivität in dem Konflikt protestiert haben.

Von

dpa

Kommentare (1)

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tom

28.12.2012, 10:18 Uhr

Die Haltung vieler Europäer und Amerikaner gegenüber dem afrikanischen Kontinent ist falsch. Dabei wird außer Acht gelassen, dass uns der gesamte Kontinent interessieren muss, und nicht nur die Rohstoffe (s. z. B. Kongo) oder Wirtschaftswege (s. z. B. Somalia). Wenn wir so weiter vorgehen, und beispielsweise einfach ganze Staaten zerfallen lassen, dann fällt uns das irgendwann auf die Füße. Es fehlt an koordiniertem und durchsetzungsstarkem Einsatz – und leider auch am Willen vieler afrikanischer Politiker, um das zu ändern. So wird es wohl bei diesen und anderen schrecklichen Meldungen bleiben,
http://www.unicef.de/projekte/themen/kinder-schuetzen/kindersoldaten/
http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/lesezeichen/sebastian-jutzi-100.html
http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-12/mali-timbuktu-heiligtuemer

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