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25.08.2013

12:23 Uhr

Drohung aus Teheran

Iran warnt USA vor Militärintervention in Syrien

Die USA machen sich nach der Giftgas-Attacke für einen Militärschlag in Syrien bereit. Der Iran warnt Washington vor einer Intervention in dem Bürgerkriegs-Land. Syrien steht vor einer neuen Eskalation der Gewalt.

Der Iran hat die USA indirekt vor einer militärischen Intervention in Syrien gewarnt. dpa

Der Iran hat die USA indirekt vor einer militärischen Intervention in Syrien gewarnt.

Teheran/LondonDer Vizekommandeur der iranischen Streitkräfte hat die USA vor einer Militärintervention in Syrien gewarnt. „Die USA kennen die rote Linie bezüglich Syrien, jegliche Überschreitung dieser Linie wird gravierende Folgen fürs Weiße Haus haben“, sagte Massud Dschsajeri am Sonntag.

Die syrische Regierung sei Opfer einer Propagandawelle der Amerikaner und einiger arabischer Staaten in der Region geworden. „Alle Länder, die die Krise in Syrien weiter eskalieren wollen, müssen sich auf die Rache der Nationen gefasst machen“, sagte der General laut der Nachrichtenagentur Fars.

Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sagte den Medien, sein syrischer Amtskollege habe ihm versichert, dass die Regierung in Damaskus UN-Inspektionen zulassen werde. Sarif bezweifelte jedoch, dass die syrische Regierung die Giftangriffe verübt habe. Er warf vielmehr „Terroristen“ in Syrien vor, mit solchen Angriffen die Krise noch weiter eskalieren zu wollen.

Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg

23. Juli 2012

Die syrische Regierung bestätigt erstmals, über Chemiewaffen zu verfügen. Sie werde diese nur im Falle einer Militärintervention aus dem Ausland einsetzen, niemals aber gegen Syrer.

20. August 2012

US-Präsident Barack Obama warnt, der Einsatz von Chemiewaffen in Syrien – oder auch schon Vorbereitungen dafür – bedeuteten das Überschreiten einer „roten Linie“.

3. Dezember 2012

Die NATO und die Vereinigten Staaten drohen mit „einer unmittelbaren internationalen Antwort“, sollten diese Waffen eingesetzt werden. Ein US-Regierungsvertreter spricht von Erkenntnissen, dass die syrische Regierung alle Komponenten bereithält, um das hochtoxische Nervengas Sarin militärisch einzusetzen. Damaskus erklärt: „Sollten wir über solche Waffen verfügen, werden wir diese nicht gegen unser Volk einsetzen.“

19. März 2013

Regierung und Rebellen in Syrien beschuldigen sich gegenseitig, Chemiewaffen genutzt zu haben.

April/Mai 2013

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verkündet am 8. April, Inspekteure stünden bereit, um überall in Syrien den Einsatz geächteter Waffen zu untersuchen. Damaskus will die Inspektion geografisch begrenzen. Am 29. Mai informiert Großbritannien die UNO über neue Verdachtsfälle von Chemiewaffeneinsatz.

Juni 2013

„Das Laborergebnis ist eindeutig: Sarin-Gas wurde gefunden“, berichtet der französische Außenminister Laurent Fabius am 4. Juni, nachdem Proben untersucht wurden, die Zeitungsreporter von „Le Monde“ und eine weitere Quelle aus Syrien mitgebracht hatten. Das Weiße Haus beschuldigt die syrische Regierung neun Tage später, Chemiewaffen, darunter Sarin, eingesetzt zu haben, "eine rote Linie" sei damit überschritten. Moskau findet die Beschuldigungen „wenig überzeugend“ und Damaskus nennt sie „Lügen“.

30. Juni 2013

Die israelische Luftwaffe bombardiert laut Angaben aus US-Regierungskreisen eine Stellung mit Boden-Luft-Raketen und eine militärische Anlage nahe Damaskus. Hintergrund sei die israelische Befürchtung, hochentwickelte Waffen sollten an die libanesische Hisbollah geliefert werden, die auf Seiten der Regierung in Syrien kämpft. Die „New York Times“ berichtet, bei dem Angriff sei das wichtigste Forschungszentrum für biologische und chemische Waffen getroffen worden.

Juli 2013

Der russische UNO-Botschafter berichtet am 9. Juli über Beweise, dass die oppositionellen Rebellen das Nervengas Sarin eingesetzt hätten. Washington kommentiert, „noch keinen Beweis zu kennen, der diese Behauptung stützt“. Die Vereinten Nationen wurden am 23. Juli nach eigenen Angaben über 13 mutmaßliche Angriffe mit Chemiewaffen unterrichtet. UN-Chefinspektor Ake Sellström und die UN-Abrüstungsbeauftragte Angela Kane erzielen in Damaskus eine Einigung über das weitere Vorgehen: Die Inspektoren sollen sich demnach auf drei Orte konzentrieren, an denen gemäß früheren Anschuldigungen Chemiewaffen eingesetzt worden seien.

August 2013

Die UNO informiert, dass „die syrische Regierung die grundlegenden Modalitäten akzeptiert“ habe, um die Sicherheit und Effizienz der Inspektion zu gewährleisten. Am 19. August beginnen die am Vorabend in Damaskus eingetroffenen UNO-Experten unter größter Geheimhaltung ihre Suche nach Beweisen für den erfolgten Einsatz von chemischen Waffen. Am 21. August werden nach Oppositionsangaben in von Rebellen beherrschten Ortschaften bei Damaskus bis zu 1300 Zivilisten durch Gaseinsätze getötet. Westliche Regierungen fordern, die UNO-Inspektoren im Lande sollten sofort diesen Fall untersuchen.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hatte am Samstag die Giftgasangriffe in Syrien verurteilt und zugleich die internationale Gemeinschaft zur Besonnenheit aufgerufen. Der Iran steht im Konflikt auf der Seite von Präsident Baschar al-Assad, Teherans engster Verbündeter im Kampf gegen den Erzfeind Israel.

In der Giftgas-Krise geht das syrische Regime in die Offensive. Die Staatsmedien verbreiteten am Sonntag Fotos und Erklärungen der Armee, die beweisen sollen, dass angeblich die Rebellen am Stadtrand von Damaskus Giftgas eingesetzt haben. Dies sei auch durch russische Satelliten-Aufnahmen belegt, zitierte die Nachrichtenagentur Sana Informationsminister Omran al-Soabi.

Kommentare (21)

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Feinschmecker

25.08.2013, 12:33 Uhr

Es gibt da so ein Sprichwort, das weitläufig auch etwas mit Giftgas zu tun hat: Wer's als Erster hat gerochen...

Account gelöscht!

25.08.2013, 12:59 Uhr

Die USA will ihren nächsten Angriffskrieg und bereitet dies mit den seit über 100 Jahren US-typischen False-Flag-Operationen vor. Jeder mit einem Spur Restintelligenz WEISS, daß sich Assad keinen Giftgas-Angriff leisten kann und, zumal seine Truppen auf dem Vormarsch sind, es auch nicht durchführen muß. Insbesondere an die (öffentlich rechtlichen) Medien gerichtet: SO DOOF sind wir noch nicht, das wir diese US-Kriegs-Propaganda schlucken! Ihr seid mitschuldig wenn es zum Krieg kommt, Goebbels läßt grüßen

http://medien-luegen.blogspot.de/2013/08/aufgedeckt-syrischer-giftgasanschlag.html

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2013/08/wieder-ein-false-flag-giftgaseinsatz.html

Rote Linien aus Teheran interessieren nicht - im Gegenteil, damit kann die US-Administration noch mehr zündeln. Rote Linien kann wohl nur Rußland (und China) ziehen. Rußland erwägt übrigens ebenfalls weitere Flotteneinheiten richtig Syrien zu verlegen. DAS SOLLTEN SIE TUN, denn hier läuft eine Einkreisungsstrategie, die sehr schnell entgleiten kann, wenn man den Anfängen nicht wehrt:

Wesley Clark, 4Sternegeneral und Ex-Nato-Oberbefehlshaber Europa als Zeuge (nur ca. 3 Min Video):

http://www.youtube.com/watch?v=9RC1Mepk_Sw

Zum Stand der Kriegsvorbereitung:
http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2013/08/syrien-in-jordanien-treffen-sich-heute.html

Die Bananenrepublik Deutschland BETEILIGT sich offenbar an dieser Vorbereitung eines ANGRIFFSKRIEGES OHNE UNO-Zustimmung.
Ich fordere Nürnburg 2.0 für den teilnehmenden Bundeswehr-Chef und die verantwortlichen Politiker. WO IST DIE LEKTION DES 2. WELTKRIEGS GEBLIEBEN?

„Soldaten sind dummes Vieh ,welches wir benutzen , um unsere außenpolitischen Interessen durchzusetzen ." - Henry Kissinger 1972

Account gelöscht!

25.08.2013, 13:19 Uhr

Noch eine Lehrstunde für Obama (und für Merkel und die Medien), von einem seiner Vorgänger:

Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht. Abraham Lincoln

WÄHLEN WIR SIE ALLE AB. Keine Blockparteien!

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