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16.03.2012

02:46 Uhr

Druck auf Assad

Golfstaaten schließen Botschaften in Syrien

Die Gewalt in Syrien hat den Golf-Kooperationsrat dazu veranlasst, sechs Botschaften schließen. Auch die Islamische Kooperation wird aktiv: Sie will zusammen mit der Uno ein Erkundungsteam nach Syrien schicken.

Panzer der Regierungstruppen 15. März in Idlib (Amateurvideo). dapd

Panzer der Regierungstruppen 15. März in Idlib (Amateurvideo).

Riad/Istanbul/New YorkAus Protest gegen die Gewalt gegen Regierungsgegner und die Bevölkerung in Syrien haben die sechs arabischen Golfmonarchien die Schließung ihrer Botschaften in Damaskus beschlossen. In einer am Freitag in Riad verbreiteten Erklärung des Golf-Kooperationsrates begründete dessen Generalsekretär Abdellatif al-Sajani die Maßnahme mit dem brutalen Vorgehen der syrischen Führung gegen die Bevölkerung.

Das „syrische Regime massakriere sein Volk, wähle die militärische Option und weise alle auf eine Lösung der Krise gerichteten Initiativen zurück“, hieß es in der Erklärung. Al-Sajani forderte die internationale Gemeinschaft zudem auf, unverzüglich und entschlossen zu handeln, um „dem Töten und den Massakern in Syrien“ ein Ende zu bereiten.

Bereits vor der kollektiven Entscheidung des Golf-Kooperationsrates hatten zwei seiner Mitglieder, Saudi-Arabien und Bahrain, die Schließung ihrer Botschaften in Syrien angekündigt. Weitere Mitgliedsstaaten der Organisation sind Oman, Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Unterdessen will die Organisation der Islamischen Kooperation OIC gemeinsam mit den Vereinten Nationen das Ausmaß der Not in Syrien erkunden. In den kommenden Tagen werde ein Team aus Experten beider Organisation in das Land reisen, sagte OIC-Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu am Donnerstag der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.

„Wir werden sehen können, welche humanitäre Hilfe die Menschen in Syrien benötigen“, sagte Ihsanoglu. Er sprach sich gegen eine internationale Militärintervention und gegen Waffenlieferungen an die syrische Opposition aus. Ziel müsse es sein, einen Bürgerkrieg in Syrien zu verhindern.

Rückblick auf Syrien-Konflikt

Video: Rückblick auf Syrien-Konflikt

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In einer Erklärung zum ersten Jahrestag der Proteste gegen das Regime in Syrien sprach UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erstmals von deutlich mehr als 8.000 Todesopfern. Bisher hatte die Uno von 7.500 Toten gesprochen, die Schätzungen syrischer Aktivisten liegen höher. Ban drängte die Regierung in Damaskus und die Opposition, den Sondergesandten der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Kofi Annan, bei seinen Friedensbemühungen zu unterstützen.

Annan wollte den Sicherheitsrat am Freitagmorgen (Ortszeit) via Telekonferenz über seinen diplomatischen Einsatz in Damaskus am vergangenen Wochenende unterrichten. Die Sitzung soll hinter geschlossenen Türen stattfinden.

Kommentare (1)

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16.03.2012, 06:33 Uhr

Es liest sich fast wie schwarzer Humor, wenn über 7000 Menschen sterben und dann die restlichen arabischen Staaten die Schließung ihrer Botschaften "ankündigen"(!!).
Wie viele müssen noch sterben bis die Botschaften zu sind?

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