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21.01.2011

14:57 Uhr

Druck auf Euro-Retter

Fitch schürt die Griechenland-Angst

Die Griechenland-Frage wird immer drängender für die Euro-Staaten. Nach Spekulationen um eine mögliche Umschuldung, rückt nun die Ratingagentur Fitch das Thema wieder auf die Agenda und warnt vor einem Bonitätsverlust für das klamme Mittelmeerland. Überschattet wird die Debatte von der Frage, was aus dem Euro-Rettungsschirm wird. Kanzlerin Merkel ist für eine Stärkung, aber nicht zu jedem Preis.

Ratingagentur Fitch: Warnung an die Euro-Retter. Quelle: dpa

Ratingagentur Fitch: Warnung an die Euro-Retter.

HB BERLIN/BRÜSSEL. Griechenland droht ein weiterer Verlust an Kreditwürdigkeit, wenn es bis Ende 2011 keinen neuen Zugang zum Kapitalmarkt findet. Dank der Hilfskredite der Euro-Zone und des IWF muss die Regierung in Athen zwar drei Jahre lang kein Geld am freien Markt aufnehmen. Im Gegenzug muss sie ein drastisches Sparprogramm umsetzen. Die Ratingagentur Fitch warnte aber, sollte sich das Land bis zum Jahresende nicht wieder Zugang zum Markt verschaffen können, werde seine Bonitätsnote weiter gesenkt. Die Bonds der griechischen Regierung haben bereits einen Ramsch-Status.

Fitch geht davon aus, dass Griechenland weitere Hilfe von außen benötigt, um seinen Etat zu sanieren. In den kommenden Jahren wird mit einem Anwachsen seines Schuldenbergs auf mehr als 150 Prozent der Wirtschaftskraft gerechnet - das wäre doppelt so hoch wie in Deutschland. In der Euro-Zone wird deshalb auch über eine Streckung der Zinsen für die Hilfskredite und auch über Möglichkeiten zu einer Umschuldung gesprochen.

Kanzlerin Angela Merkel pocht derweil bei der Stärkung des Euro-Rettungsschirms EFSF auf einen Beitrag der schwächeren Euro-Staaten. „Es kann nicht sein, dass einige Euro-Länder die ganze Last des Rettungsschirms tragen“, sagte ihr Sprecher Steffen Seibert am Freitag. Zurzeit sprechen die Euro-Regierungen über eine Bareinlage in den EFSF, um sein maximales Kreditvolumen zu erhöhen. Dadurch würden allerdings die überspannten Staatshaushalte einiger Länder weiter belastet.

Für den EFSF haben zwar 16 Länder Kreditgarantien von bis zu 440 Milliarden Euro bereitgestellt. Weil aber nur sechs davon dank ihrer soliden Finanzen die höchste Bonitätsnote AAA haben, kann der EFSF effektiv nur 250 Milliarden Euro zur Stützung von Schuldenstaaten wie Irland bereitstellen. Sonst würde er selbst sein Spitzenrating verlieren und höhere Zinsen bezahlen müssen.

Kommentare (8)

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Siggi40

21.01.2011, 16:18 Uhr

„in der Euro-Zone wird deshalb auch über eine Streckung der Zinsen für die Hilfskredite und auch über Möglichkeiten zu einer Umschuldung gesprochen“

Schon seit 9 Jahren wird der aufgeblähte und unproduktive beamten-Fakelaki-Apparat mit ergaunerten EU-Subventionen fürstlich beglückt.
Und woher bitteschön sollen die Griechen in Zukunft das Geld für die bezahlung ihrer beamten nehmen? Von Krediten zurückzahlen mal ganz zu schweigen, das war noch nie geplant.

Professor Dieter Spethmann: „Deutschland verschenkt seinen Wohlstand“

Deutschland schenkt die Überschüsse, die es im Außenhandel erzielt, der Europäischen Zentralbank (EZb). Die EZb benützt diese Überschüsse, um damit die Defizite von Griechenland, italien, Frankreich und so weiter zu bezahlen. Wir verschenken jedes Jahr im Abrechnungskreislauf der Zentralbanken fünf bis sechs Prozent unseres Sozialproduktes, Waren gegen Papier. im bereich der Geschäftsbanken verschenken wir noch einmal zwei bis drei Prozent. Dazu kommt ein Nettobeitrag an die Europäische Union (EU) in Höhe von einem Prozent des bruttoinlandsproduktes. Wir verschenken jedes Jahr zehn Prozent unseres biP.

Das sind 250 Milliarden Euro - und das hält keine Sau, äh Volkswirtschaft aus.

Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht (bertold brecht)

Leertasche

21.01.2011, 16:53 Uhr

PAPPERLAPAPP - GRiECHENLAND iST PLEiTE !
Wunderte mich schon, wann endlich die FiMOSTAPO wieder zuschlägt. Wird auch Zeit für Griechenland den Status zu vereinheitlichen:
R R R - Triple Ramsch.
Nur muß sich natürlich die deutsche bundesregierung sehr wohl überlegen, ob sie für sich den Übergang von einer gewählten Regierung zu einer Chunta vornehmen möchte. Wäre dann auch so was "eigenes", wie der im Artikel erwähnte "eigene Rettungsschirm Griechenlands".
So kann man die EU natürlich auch flott erledigen. Jedes Land, wie Griechenland, was seiner Nachfolgegeneration das Erbärmlichste und das Schändlichste antgetan hat, bekommt seinen eignen Rettungsschirm.
Es wird Zeit, daß China über Kredite an Griechenland uns allen sein "Rating" Griechenlands verrät.
Alles Denken kreisst, wie ein berg, um eine Lösung. Gebähren wird der berg eine Maus (n.Kraus).
DEUTSCHLAND GEHÖRT UNTER DEN RETTUNGSSCHiRM!

Verena

21.01.2011, 17:16 Uhr

Wie man ein totes Pferd reitet: Eine Weisheit der Dakota-indianer lautet:"Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab". in der EU kommen andere Lösungsstrategien zum Einsatz: Wir bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben, wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist, wir erklären: Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch reiten könnte, wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein, wir bilden Sonderabteilungen, die sich nur mit bedürfnissen toter Pferde beschäftigen,wir strukturieren um, damit ein anderer bereich (z.b, die Steuerzahler) das tote Pferd bekommt. usw.usw.

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