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15.12.2015

02:24 Uhr

Dschihadisten

Obama sagt IS-Miliz den Kampf an

Der IS-Miliz soll die Rekrutierung von neuen Kämpfern in den Sozialen Netzwerken erschwert werden. Das kündigte US-Präsident Obama an. Aber auch bei dem Einsatz von Militärgewalt zeigte er Entschlossenheit.

Die IS-Miliz werde mit Waffengewalt und in den Sozialen Netzwerken bekämpft, kündigte der US-Präsident an. ap

Barack Obama

Die IS-Miliz werde mit Waffengewalt und in den Sozialen Netzwerken bekämpft, kündigte der US-Präsident an.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat seine Entschlossenheit im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterstrichen. Das US-Militär schlage gegen die Dschihadisten "härter zu als je zuvor", sagte Obama am Montag nach Beratungen mit seinem Nationalen Sicherheitsrat im Pentagon. US-Generalstabschef John Dunford mahnte einen verstärkten Kampf gegen IS-Propaganda vor allem in sozialen Netzwerken an.

Obama sagte weiter, die IS-Miliz habe rund 40 Prozent der bewohnten Gebiete im Irak verloren, die sie einst kontrolliert habe. Auch in Syrien habe die Organisation Gebietsverluste hinnehmen müssen. Dadurch werde es schwerer für den IS, "seine Propaganda in den Rest der Welt zu pumpen".

Obama betonte, auch US-Verbündete wie Frankreich, Großbritannien und Deutschland engagierten sich stärker gegen den IS. Allerdings reiche die Geschwindigkeit noch nicht aus, mit der die Dschihadisten zurückgedrängt würden. Der Präsident erklärte, er schicke seinen Verteidigungsminister Ashton Carter in den Nahen Osten, um bei den dortigen Partnerländern "mehr militärische Beiträge" für den Einsatz einzuholen. Der Kampf gegen den IS bleibe schwierig, räumte der US-Präsident ein. Die Dschihadisten missbrauchten wehrlose "Männer, Frauen und Kinder" als Schutzschilde.

Die IS-Miliz hat Teile des Irak und Syriens besetzt und begeht in den von ihr gehaltenen Gebieten Gräueltaten. Im Sommer 2014 riefen die Dschihadisten ein grenzüberschreitendes "Kalifat" aus. Die USA fliegen gemeinsam mit Verbündeten Luftangriffe auf IS-Stellungen.

Für den Kampf am Boden setzt Washington auf die irakischen Streitkräfte, kurdische Verbände sowie die als gemäßigt geltende Opposition gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad. Sie werden von US-Spezialkräften unterstützt. Einen groß angelegten Kampfeinsatz von US-Bodentruppen lehnt Obama dagegen ab.

Nach den islamistischen Anschlägen von Paris und San Bernardino wuchs die innenpolitische Kritik an der Strategie des US-Präsidenten gegen die Dschihadisten. Vor allem aus den Reihen der Republikaner wurden Forderungen nach einem stärkeren militärischen Engagement vorgetragen.

Obama hielt am Montag an seinem Vorgehen fest, sprach aber eine scharfe Warnung an die Führungsriege der Dschihadisten aus. Die gezielte Tötung mehrerer ranghoher IS-Vertreter habe gezeigt, dass ein Verstecken nicht möglich sei. "Unsere Botschaft an sie ist einfach: Du bist der nächste."

Generalstabschef Dunford warnte jedoch, derzeit werde nicht genug getan, um der IS-Propaganda zu begegnen. Im Westen werde die Macht des IS in sozialen Netzwerken gerne übersehen, sagte Dunford am Montag bei einer Sicherheitskonferenz in Washington.

Die Anziehungskraft des IS bereite ihm Sorge, "und wir müssen das ernst nehmen". Die "Ideen" der Dschihadisten hätten "unglaublicherweise" eine Resonanz bei Jugendlichen in den USA, die "wütend, desorientiert oder einfach nicht vollständig in unsere Gesellschaft integriert sind", fügte der General hinzu, der zuvor an den Beratungen mit Obama teilgenommen hatte.

Von

afp

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