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25.10.2016

15:23 Uhr

„Dschungel von Calais“ geräumt

Bundesamt stellt sich auf Rückkehr von Flüchtlingen ein

Nach der Räumung des wilden Flüchtlingslagers im französischen Calais rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit zahlreichen Rückkehrern nach Deutschland. Einige von ihnen könnten sogar klagen.

Flüchtlingslager

6500 müssen den „Dschungel“ von Calais verlassen

Flüchtlingslager: 6500 müssen den „Dschungel“ von Calais verlassen

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DüsseldorfWegen der Räumung des Flüchtlingslagers im französischen Calais stellt sich das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) auf die Rückkehr von Asylsuchenden nach Deutschland ein. Das Bamf stehe in engem Kontakt mit den französischen Behörden, teilte die Behörde am Dienstag auf AFP-Anfrage mit. Nach einem Bericht rechnet die Behörde mit hunderten Übernahmeersuchen zu Flüchtlingen aus Calais.

Es sei nicht auszuschließen, dass unter den vielen Flüchtlingen in Calais auch solche seien, die zuvor in Deutschland registriert wurden und die daher für ein Übernahme in Betracht kämen, teilte das Bamf mit. Aktuell lägen aber noch keine Übernahmeersuchen Frankreichs vor. Abschließende Schätzungen zu der zu erwartenden Zahl lägen aber noch nicht vor.

In den kommenden Wochen könnte es nach Einschätzung der Behörde hunderte Übernahmeersuchen für Flüchtlinge geben, wie die „Rheinische Post“ am Dienstag unter Berufung auf Behördenkreise berichtete.

Aus für den "Dschungel" von Calais

Calais

Ein Flüchtlingslager in Sangatte bei Calais wird auf Beschluss der französischen und britischen Regierung geschlossen und abgerissen. In dem Hangar hatte das Rote Kreuz seit 1999 mehr als 60.000 Flüchtlinge aus Krisenstaaten wie dem Irak, dem Iran oder Afghanistan betreut, die nach Großbritannien gelangen wollten.

Februar 2003

Frankreich und Großbritannien unterzeichnen den Vertrag von Le Touquet in dem gleichnamigen nordfranzösischen Badeort. Der Vertrag und weitere Vereinbarungen führen faktisch dazu, dass die Grenzkontrollen für Großbritannien in Frankreich stattfinden. London finanziert im Gegenzug Kontrolleinrichtungen etwa im Hafen von Calais oder am Zugang zum Eurotunnel.

Ab 2003

Auch nach der Schließung von Sangatte lagern Flüchtlinge in der Umgebung von Calais und versuchen, über den Ärmelkanal zu gelangen. Die Behörden vertreiben die Flüchtlinge regelmäßig.

September 2009

Die französische Polizei löst den ersten "Dschungel" von Calais auf - eine improvisierte Zeltstadt in einem Industriegebiet, in der sich nach Schätzungen rund 2000 Flüchtlinge aufhielten. Wieder entstehen kleinere wilde Camps, manche Flüchtlinge schlagen sich auch im Stadtzentrum durch.

Frühjahr 2015

Östlich von Calais entsteht ein neues Flüchtlingslager, der "Neue Dschungel", der bald nur noch "Dschungel" genannt wird.

Januar 2016

Am Rande des Lagers stellen die französischen Behörden Wohncontainer mit Platz für 1500 Flüchtlinge auf.

März 2016

Begleitet von teils heftigen Ausschreitungen wird der südliche Teil des Flüchtlingslagers aufgelöst. Die meisten Bewohner weichen einfach in den nördlichen Abschnitt aus.

September 2016

Die französische Regierung kündigt die endgültige Schließung des Flüchtlingslagers vor Jahresende an.

24. Oktober 2016

Die Räumung des "Dschungels" beginnt. Zwischen 6000 und 8000 Flüchtlinge sollen in rund 450 Aufnahmezentren im ganzen Land verteilt werden.

In Kreisen deutscher Behörden werde davon ausgegangen, dass etwaigen Ersuchen Frankreichs auch entsprochen würde. Allerdings hätten die betroffenen Flüchtlinge auch das Recht, gegen die sogenannte Überstellung nach Deutschland vor einem französischen Gericht zu klagen.

Begleitet von einem starken Sicherheitsaufgebot hatte am Montag die Räumung des berüchtigten „Dschungels“ von Calais begonnen. Nach Angaben der französischen Behörden verließen zunächst mehr als 2300 Flüchtlinge das Camp, die meisten von ihnen wurden mit Bussen in andere Aufnahmezentren gebracht.

Pro Asyl kritisierte den Umgang mit den Flüchtlingen von Calais. Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Dienstag, die „Hauptverantwortung für die menschenunwürdigen Zustände“ trage die britische Regierung. Statt Flüchtlinge aufzunehmen und Asylanträge zu prüfen, verschanze sich Großbritannien hinter Zäunen und weigere sich, legitime Interessen der Flüchtlinge zu berücksichtigen. Dies gelte insbesondere für Flüchtlinge, die bereits Beziehungen zu in Großbritannien Lebenden hätten.

Die starre Regelung in Europa, nach denen der Staat zuständig ist, in den ein Flüchtling einreist, verhindere menschliche Lösungen, sagte Burkhardt. „Das Europa der Menschenrechte befindet sich in Auflösung. Wir erleben ein Europa der Zäune, wo jeder dem anderen die Verantwortung zuschiebt.“

Von

afp

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

25.10.2016, 15:37 Uhr

Weiter so, wir schaffen dat!

Herr Bernhard Ramseyer

25.10.2016, 15:40 Uhr

Die unterschiedlichsten Bundesbehörden stellen sich auf "Rückkehrer" gleich welcher Art ein.
Warten wir ab, was dabei herauskommt.

Account gelöscht!

25.10.2016, 15:56 Uhr

Prof. Heinsohns' These mit dem 'Youth Bulge' ist und wird in Deutschland Realität.

Die Ballungsgebiete zeigen es uns schon lange mit den vielen No-Go-Areas, Stadtgebiete wie Neukölln, Duisburg-Marxloh u.v.a., sowie an öffentlichen Plätzen ist es deutlich und sichtbar zu sehen wie sich zukünftig Deutschland entwickeln wird.

Und vor allem mit wem!

Nach Ansicht der linken Gesinnung im Land, den Gläubige, die an das Gute im Menschen glauben, den Realitätsfremden, Gutmenschen u.a.
wird Deutschland in der demographischen Entwicklung bereichert.

Stimm!

Ansonsten gäbe es keine z.T. verwahrlostenStädte wie Berlin, Duisburg, Gelsenkirchen, Offenbach, Frankfurt u.v.a. mit heruntergekommen Stadtteilen mit überwiegenden Ausländern, die außer HartzIV nur die Kriminalität noch kennen.

Wir werden solche dilettantischen Fehlleistungen unserer Politikern irgendwann unseren Kindern und Enkeln zu erklären haben. Insbesondere warum wir es soweit kommen konnte und warum wir es zugelassen haben.




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