Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.05.2011

16:15 Uhr

DSK-Mail an IWF-Mitarbeiter

"Ihr sollt den Albtraum nicht mit mir teilen"

"Die Wahrheit wird ans Licht kommen" verspricht der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in einem Abschiedsschreiben. Die Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn streitet er ab. Die Nachfolgersuche geht derweil weiter.

Der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn im Gerichtssaal. Quelle: dapd

Der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn im Gerichtssaal.

New YorkDominique Strauss-Kahn hat in einem verbitterten Schreiben an die Mitarbeiter des Internationalen Währungsfonds die Vorwürfe der versuchten Vergewaltigung scharf zurückgewiesen. „Ich bestreite in der am stärksten möglichen Form die Anschuldigungen, denen ich mich jetzt gegenübersehe“, heißt es in einem von CNN am Montag veröffentlichten Brief des vergangene Woche zurückgetretenen IWF-Chefs an seine Ex-Mitarbeiter. „Ich bin zuversichtlich, dass die Wahrheit ans Licht kommen wird und ich entlastet werde.“ Strauss-Kahn soll ein Zimmermädchen unter anderem zum Oralsex gezwungen haben und steht derzeit in New York unter schärfstem Hausarrest.

Die Mitteilung falle ihm „so schwer fällt wie kaum eine andere“ in seinem Leben, schrieb der Franzose, und drückte seine „tiefe Trauer und Enttäuschung, Sie unter solchen Umständen verlassen zu müssen“ aus. Er trete mit größtem Bedauern zurück. „Ich kann nicht akzeptieren, dass der Fonds - und Ihr, liebe Kollegen - meinen persönlichen Alptraum teilt. Deshalb muss ich gehen.“ Der 62-Jährige beendet das etwa eine Seite lange Schreiben nach einigen Segenswünschen mit einem schlichten „Dominique“.

Unterdessen geht beim Währungsfonds die Suche nach einem Nachfolger weiter. Der könnte nach Ansicht von FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle auch ein Deutscher sein. Namen gab es von ihm aber nicht: „Mir fallen viele ein, aber ich nenne keinen.“ Als Favoritin für einen gemeinsamen europäischen Vorschlag gilt die französische Finanzministerin Christine Lagarde. „Sie ist ohne Frage eine starke Kandidatin“, sagte Brüderle.

Das kann der Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus Zimmermann, nicht nachvollziehen. Lagardes wirtschaftspolitische Vorstellungen liefen „den Interessen Deutschlands zuwider“, sagte Zimmermann Handelsblatt Online. Er warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mangelnden Einsatz für einen deutschen Kandidaten vor. Deutschland habe mit Altkanzler Gerhard Schröder, Ex-Finanzminister Peer Steinbrück, Ex-Bundesbankchef Axel Weber und dem Chef der Osteuropa-Bank EBWE, Thomas Mirow, eine Reihe erfahrener Persönlichkeiten, „die man ins Spiel bringen könnte“.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×