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19.12.2015

10:47 Uhr

Dublin-III-Verstoß

60.000 Flüchtlinge aus Schleswig-Holstein nach Schweden gereist

„Wir haben gegen Dublin III verstoßen“: Schleswig-Holstein hat seit Januar rund 60.000 Flüchtlinge unregistriert nach Schweden durchreisen lassen. Ministerpräsident Torsten Albig zeigt mit dem Finger auf sich selbst.

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sitzt am 08.12.2015 bei einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in seinem Büro in Kiel (Schleswig-Holstein). Einfache Antworten auf die Terrorgefahr hat auch der Kieler Regierungschef nicht. Albig befürchtet weitere Attentate als Reaktion auf Luftangriffe in Syrien und setzt auf langfristige Friedensarbeit. Foto: Carsten Rehder/dpa (zu «Albig: Luftangriffe lösen Terrorproblem nicht») +++(c) dpa - Bildfunk+++ dpa

Ministerpräsident Torsten Albig

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sitzt am 08.12.2015 bei einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in seinem Büro in Kiel (Schleswig-Holstein). Einfache Antworten auf die Terrorgefahr hat auch der Kieler Regierungschef nicht. Albig befürchtet weitere Attentate als Reaktion auf Luftangriffe in Syrien und setzt auf langfristige Friedensarbeit. Foto: Carsten Rehder/dpa (zu «Albig: Luftangriffe lösen Terrorproblem nicht») +++(c) dpa - Bildfunk+++

BerlinSchleswig-Holstein hat seit Jahresbeginn nach Angaben von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) rund 60.000 Flüchtlinge unregistriert nach Schweden durchreisen lassen. „Zur Wahrheit gehört also, dass wir damit auch gegen Dublin III verstoßen haben, aber zugleich für Entlastung in Deutschland gesorgt haben“, sagte Albig der „Welt“ vom Samstag mit Blick auf die EU-Regeln zur Aufnahme von Flüchtlingen. Diese Flüchtlinge seien offiziell nie gezählt worden, „weil sie uns klar gesagt haben, dass sie nach Schweden wollen“.

Schweden hatte in den vergangenen Monaten gemessen an der Einwohnerzahl mehr Flüchtlinge aufgenommen als alle anderen europäischen Staaten. Die Bilanz für dieses Jahr liegt bei 148.000 Menschen. Schweden hat rund 9,8 Millionen Einwohner.

Die schleswig-holsteinische Landesregierung mache somit „im Kern nichts anderes als die Österreicher, denen Deutschland vorgeworfen hat, die Flüchtlinge zu uns durchreisen zu lassen“, sagte Albig. „Wir sprechen uns aber intensiv dabei mit Kopenhagen und Stockholm ab.“

Von

afp

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