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25.05.2013

12:10 Uhr

Dumping-Streit

Chinas Ministerpräsident Li kritisiert EU

Die EU will Solar-Billigimporte aus China mit Strafzöllen eindämmen. Dies kritisiert Chinas Ministerpräsident Li Keqiang vor seinem Deutschland-Besuch – und bekommt Rückendeckung von deutscher Seite.

Solar aus China

Chinas Ministerpräsident Li kritisiert EU im Solar-Streit

Solar aus China: Chinas Ministerpräsident Li kritisiert EU im Solar-Streit

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Peking/ShanghaiUnmittelbar vor seinem Deutschland-Besuch hat Chinas neuer Ministerpräsident Li Keqiang die EU im Milliardenstreit über Billigimporte von Solarmodulen kritisiert. Strafzölle und Anti-Dumping-Ermittlungen würden anderen schaden, ohne dass sie einem selbst nutzten, zitierte ihn die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am späten Freitag. Die Bundesregierung hatte vor dem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel mit Li am Sonntag in Berlin signalisiert, anders als die EU-Kommission strebe sie kein Anti-Dumping-Verfahren gegen die chinesische Solarindustrie an: Sie will einen Handelskrieg mit China vermeiden.

Der deutsche Botschafter Michael Schaefer sprach sich in einem Interview mit der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua gegen Protektionismus aus. Als große Exportnationen hätten Deutschland und China ein gemeinsames Interesse daran, den globalen Freihandel zu sichern, Protektionismus zu bekämpfen und faire Handelsregeln zu entwickeln.

Vertrauen sei die Basis der Partnerschaft beider Länder, zitierte Xinhua den Botschafter weiter. Die EU will den Solar-Billigimporten aus China einen Riegel vorschieben und die Einfuhr von Solarpaneelen dem Vernehmen nach mit einem durchschnittlichen Zollsatz von 47 Prozent belegen. China hatte seinerseits kürzlich eine Anti-Dumping-Untersuchung zu Importen von Stahlrohren aus Europa eröffnet.

Die EU-Staaten führen jährlich aus der Volksrepublik Module im Wert von rund 21 Milliarden Euro ein - die Hälfte der chinesischen Exporte. China ist für die EU nach den USA der zweitwichtigste Handelspartner.

Li sagte Xinhua zufolge vor Unternehmern in der Schweiz, China hoffe, dass die EU die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit der Volksrepublik als Ganzes bedenke und das Prinzip des freien Handels aufrechterhalte. Li ist der ranghöchste chinesische Politiker, der sich bislang zu dem Streit geäußert hat. Ein weiterer Streitpunkt sind geplante Anti-Dumping-Ermittlungen der EU gegen Chinas Telekommunikations-Ausrüster wie Huawei.

Li wird am Wochenende zu einem Antrittsbesuch in Berlin erwartet. Die Bundesrepublik ist das erste EU-Land, das der seit März amtierende Ministerpräsident besucht. Merkels Regierungssprecher Steffen Seibert hatte am Freitag gesagt, Europa und China müssten im Solarstreit eine gütliche und faire Einigung finden, mit der beide Seiten leben könnten.

Kommentare (12)

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Phil

25.05.2013, 13:21 Uhr

Die Zölle werden uns letztendlich schaden, da China reagieren wird.
Im übrigen, was ist mit unseren Agrasubventionen?
Dadurch verbilligen wir doch auch unsere Produkte auf den Märkten.

Account gelöscht!

25.05.2013, 15:37 Uhr

was machn die CHinese den gegn die Kopiererei ?
müssen wir uns das gefallen lassen ?

freundschaftlich ist anders....

bitte abstellen,

die mittelständler können sich dagegen kaum wehren.

eksom

25.05.2013, 16:38 Uhr

Mal sehen, wer am Ende den kürzeren zieht!
Es geht nur um Profit auf Kosten der Anderen.
Wer die besseren Waffen hat, wird immer gewinnen!

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